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Welcher Wochentag war der 24.0.1954?

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Tageseinträge für 24. 1954

1.1.1954

In ihren Neujahrsbotschaften bringen Politiker aus allen Teilen der Welt zum Ausdruck, dass sie einen weltweiten Frieden anstreben.

1.1.1954

In Tokio werden bei der jährlichen Neujahrskundgebung zu Ehren des japanischen Kaiserpaars 17 Menschen im Gedränge zu Tode getrampelt.

1.1.1954

In der Bundesrepublik werden die Rundfunkgebühren für Autoradios von 0,50 DM auf 2 DM pro Monat angehoben.

1.1.1954

Österreich vereinfacht mangels eigener Autoproduktion die Einfuhrbedingungen für bundesdeutsche PKW.

1.1.1954

Australien gewinnt zum vierten Mal in Folge den Daviscup. Im Endspiel werden die USA 3:2 besiegt.

2.1.1954

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) begrüßt im Lager Friedland 4400 Heimkehrer, die in den letzten Tagen des alten Jahres aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurden.

2.1.1954

Papst Pius XII. warnt einen Tag vor dem Sendebeginn des italienischen Fernsehens vor den Gefahren dieses Mediums für die Familie.

3.1.1954

Der US-amerikanische General der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis), Lawton Collins fordert in einem Fernsehinterview die Aufstellung bundesdeutscher Truppen zur Verteidigung Europas und die langfristige Integration der Bundesrepublik in die NATO.

3.1.1954

In der Nacht zum Sonntag werden in der Bundesrepublik durchschnittliche Temperaturen von -15 gemessen. Am kältesten ist es mit -26 in Oberstdorf.

4.1.1954

Eine Sturmflut überschwemmt Küstengebiete in der Bundesrepublik, Dänemark, Belgien und den Niederlanden.

4.1.1954

Duisburg stellt als erste Stadt in der Bundesrepublik Parkuhren auf.

4.1.1954

Der britische Arbeitgeberverband der Elektroindustrie droht den Gewerkschaften bei künftigen Streiks mit unbefristeten Aussperrungen.

5.1.1954

Das Bundesverteidigungsministerium veröffentlicht eine Aufstellung, nach der 10 390 deutsche Soldaten seit September 1953 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt sind.

5.1.1954

In Neu Delhi protestiert der indische Ministerpräsident Jawaharlal Nehru scharf gegen den geplanten Militärpakt zwischen Pakistan und den USA. Für Indien sei eine militärische Stärkung Pakistans mit Unterstützung der USA eine ernsthafte Bedrohung.

5.1.1954

In Italien tritt nach fünfmonatiger Amtsdauer das Geschäfts- und Übergangskabinett unter Ministerpräsident Giuseppe Pella zurück.

5.1.1954

Hein ten Hoff, ehemaliger Boxeuropameister im Schwergewicht, verliert in Milwaukee (USA) gegen den US-Amerikaner Dan Bucceroni in einem 10 Runden-Kampf klar nach Punkten.

6.1.1954

Das Stuttgarter Schöffengericht lässt zum ersten Mal in der Justizgeschichte bei einem Strafprozeß Tonbandaufzeichnungen als Beweismittel zu.

6.1.1954

In Garmisch-Partenkirchen gewinnt die bundesdeutsche Eishockey-Nationalmannschaft gegen Italien 9:4.

7.1.1954

Der Schriftsteller Johannes R. Becher wird erster DDR-Kulturminister.

7.1.1954

Der US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower nennt in einer Rede vor dem Kongress in Washington als oberste Ziele seiner Politik die Sicherung des Friedens und den Verzicht der USA auf jede Art von Angriffskrieg.

7.1.1954

Die Intendanten und Chefredakteure der westdeutschen Rundfunkanstalten sprechen sich gegen eine bundeseinheitliche Regelung bei der Ausstrahlung parteipolitischer Sendungen aus.

8.1.1954

In Memphis, USA, nimmt der unbekannte 19jährige Sänger Elvis Presley in einem Tonstudio seine ersten Stücke auf.

9.1.1954

Der Präsident der jugoslawischen Nationalversammlung, Milovan Djilas, wird vom Exekutivkomitee des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Jugoslawiens wegen einiger systemkritischer Veröffentlichungen scharf gerügt.

9.1.1954

In der britisch-ägyptischen Kolonie Sudan beginnt die dreijährige Übergangsperiode, nach deren Ablauf in einer Volksabstimmung darüber entschieden werden soll, ob das Land unabhängig werden oder eine Union mit Ägypten eingehen will.

10.1.1954

Der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai fordert die sofortige Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen zwischen Nord- und Südkorea. Der Koreakrieg endete 1953 mit einem Waffenstillstand und der Teilung des Landes.

10.1.1954

In der Nähe der Mittelmeerinsel Elba stürzt ein britisches Passagierflugzeug vom Typ "Comet" ab.

10.1.1954

Auf einer Konferenz in Frankfurt am Main beschließen Vertreter des deutschen Leichtathletikverbandes und der Sektion Leichtathletik der DDR, in mehreren Disziplinen gemeinsame gesamtdeutsche Meisterschaften durchzuführen.

11.1.1954

In Washington beginnen Vorgespräche zwischen Regierungsvertretern der USA und der UdSSR über Abrüstung, Rüstungskontrolle und die Beschränkung der zivil genutzten Atomenergie.

11.1.1954

Das Leben des achtjährigen bluterkranken Österreichers Gottfried Eder wird nach einer dramatischen Rettungsaktion unter Beteiligung US-amerikanischer Soldaten gerettet.

12.1.1954

Der US-amerikanische Außenminister John Foster Dulles propagiert die Strategie der "massiven Vergeltung" (massive retaliation): Als Antwort auf jede Form des Angriffs gegen NATO-Staaten soll danach ein nuklearer Gegenschlag erfolgen.

12.1.1954

In einer Rundfunkansprache fordert der britische Außenminister Robert Anthony Eden die Abhaltung gesamtdeutscher freier Wahlen als Voraussetzung für die Wiedervereinigung Deutschlands.

12.1.1954

Bei einer Lawinenkatastrophe im österreichischen Vorarlberg kommen über 200 Menschen ums Leben.

12.1.1954

In Wolfsburg läuft bei den Volkswagen-Werken der 600 000. VW-Käfer vom Band.

13.1.1954

Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (BHE) erklärt in Bonn, dass noch 16 000 deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion zurückgehalten würden.

13.1.1954

Die US-amerikanische Regierung beschließt, keine militärischen Aufträge mehr an ausländische Firmen zu vergeben, in denen Kommunisten die Mehrzahl der Arbeiter stellen, davon sind besonders Unternehmen in Italien und Frankreich betroffen.

14.1.1954

Der deutsche Bundestag berät über die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

14.1.1954

Das erste neueingerichtete Sozialgericht im Bundesgebiet nimmt in Dortmund seine Arbeit auf.

14.1.1954

In Ägypten verhängt Staatspräsident General Ali Muhammad Nagib den Ausnahmezustand, nachdem schon am Vortag die Moslembruderschaft verboten wurde. Die Regierung wirft der religiös-fanatischen Vereinigung vor, die Machtübernahme im Land anzustreben.

14.1.1954

Das Tuskegee-Institut in Alabama (USA) stellt seine Dauerberichterstattung über Lynchjustiz ein, da das Lynchen seine Gültigkeit als Barometer für Rassenbeziehungen in den USA verloren habe; seit 1952 registrierte das Institut keine Lynchmorde mehr.

14.1.1954

Die US-amerikanische Filmschauspielerin Marilyn Monroe heiratet in zweiter Ehe den ehemaligen Baseball-Spieler Joe DiMaggio.

15.1.1954

Anlässlich des 70. Geburtstages des Bundespräsidenten Theodor Heuss schlagen CSU-Abgeordnete eine Amnestie vor, die u.a. Straffreiheit bei Haftstrafen bis zu drei Monaten gewähren soll.

15.1.1954

Der neue französische Staatspräsident René Coty wird in sein Amt eingeführt. Coty löst Vincent Auriol ab, der 1947 erster Präsident der 4. Republik geworden war.

15.1.1954

Die USA gewähren Großbritannien 90 Millionen Dollar (rund 382 Millionen DM) Militärhilfe zur Modernisierung ihrer Luftstreitkräfte.

15.1.1954

Auf der Unterelbe wird das ehemalige deutsche Vorpostenschiff "Altenbruch" gehoben. Es war kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs auf eine Mine gelaufen und gesunken.

16.1.1954

In der DDR werden 6143 Gefangene freigelassen. Sie waren nach dem 9. Mai 1945 von sowjetischen Militärtribunalen zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

16.1.1954

Bundespräsident Theodor Heuss überreicht dem "Arzt von Stalingrad" Othmar Kohler, das Verdienstkreuz des Bundesverdienstordens.

16.1.1954

In Köln wird das Betriebs- und Verwaltungsgebäude der Westdeutschen Fußball-Toto GmbH eingeweiht. Der Umsatz beim westdeutschen Fußballtoto betrug in den letzten fünf Jahren insgesamt 450 Millionen DM.

17.1.1954

Milovan Djilas, Präsident der jugoslawischen Nationalversammlung sowie stellvertretender Ministerpräsident, wird seiner Ämter enthoben.

17.1.1954

Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 124 km/h richten in Norddeutschland schwere Schäden an.

17.1.1954

Schweden wird in Göteborg Hallenhandball-Weltmeister durch einen 17:14-Sieg über die Bundesrepublik.

17.1.1954

Gundi Busch wird in Berlin (West) Deutsche Eislaufmeisterin.

18.1.1954

Robert Ernst, während der deutschen Besatzungszeit zwischen 1940 und 1944 Oberbürgermeister in der französischen Stadt Straßburg, wird vier Tage nach seiner Freilassung erneut verhaftet.

18.1.1954

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) beginnt mit dem Einsatz von "Verkehrshilfswagen", die täglich auf bundesdeutschen Autobahnen kleinere Reparaturen ausführen.

19.1.1954

Als Antwort auf einen 24stündigen Streik schließen die Arbeitgeberverbände der britischen Elektroindustrie über 30 000 Arbeiter aus.

19.1.1954

Die Kunstbibliothek der ehemals staatlichen Museen Berlins wird mit einem Bestand von rund 80 000 Bänden, die von den westlichen Alliierten rückerstattet wurden, in Berlin (West) wiedereröffnet. Damit erhält die Stadt erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg eine komplette Bibliothek zurück.

19.1.1954

In Teilen der USA kommt es zu einer Kältewelle. Im Staat New York werden Temperaturen bis zu -35 gemessen.

20.1.1954

In Korea übergibt die von Indien geführte Neutrale Repatriierungskommission den UNO-Truppen 22 000 nicht heimkehrwillige nordkoreanische und chinesische Kriegsgefangene.

20.1.1954

Frankreich beordert Kriegsschiffe in den Golf von Oran und verschärft dadurch den Streit mit Spanien um die gemeinsame Verwaltung Marokkos, das in einen französischen und einen spanischen Sektor unterteilt ist.

20.1.1954

Die sowjetische Parteizeitung "Iswestija" unterstellt Österreich, es betreibe Anschluß-Politik an die Bundesrepublik, was besonders im Hinblick auf die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik und deren Integration in die NATO verwerflich sei.

20.1.1954

Vor dem Wiener Landesgericht beginnt der Prozeß gegen den ehemaligen österreichischen Minister für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung, Peter Krauland. Ihm und seinen sechs Mitangeklagten wird Amtsmißbrauch vorgeworfen. Am 6. Juli endet das Verfahren mit einem Freispruch.

20.1.1954

Die Bundesanstalt für Flugsicherung nimmt ihre Arbeit in Frankfurt am Main auf. Verkehrsminister Hans-Christoph Seebohm übergibt das neue Dienstgebäude seiner Bestimmung.

20.1.1954

Die USA stimmen dem kanadischen Plan zu, den St. Lorenz-Strom bis zu den Großen Seen für Hochseeschiffe auszubauen.

21.1.1954

Alle Fraktionen des Bundestags in Bonn empfehlen übereinstimmend die Ratifizierung der 1948 von den Vereinten Nationen (UN) abgeschlossenen Konvention zur Verhütung des Völkermordes.

21.1.1954

Der US-amerikanische Militärhaushalt 1954/55 gibt der Atomforschung und den Luftstreitkräften Vorrang gegenüber den Land- und Seestreitkräften. Damit will Präsident Dwight D. Eisenhower langfristig mit möglichst geringen Kosten eine hohe Verteidigungsbereitschaft der USA sicherstellen.

21.1.1954

In den USA läuft das erste atomgetriebene U-Boot, die mit einem Kostenaufwand von rund 55 Millionen US-Dollar (231 Millionen DM) gebaute "Nautilus", vom Stapel.

22.1.1954

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) ruft angesichts der bevorstehenden Viermächtekonferenz am 25. Januar in Berlin (West) im Namen aller Deutschen zur Beendigung der deutschen Teilung auf.

22.1.1954

Das Kultusministerium von Nordrhein-Westfalen führt durch Erlass ein neuntes Volksschuljahr ein. Damit soll eine Ausweitung der Jugendarbeitslosigkeit verhindert werden.

22.1.1954

Aus Anlaß des 225. Geburtstags von Gotthold Ephraim Lessing stiftet das DDR-Ministerium für Kultur den mit zweimal 10 000 Mark dotierten Lessing-Preis für "Bühnendichtungen und Werke der Kunsttheorie oder -kritik deutscher Autoren der DDR".

22.1.1954

In Westberliner Sportpalast unterliegt der bundesdeutsche Mittelgewichtsboxer Gerhard Hecht dem Briten Ronny Williams in der zweiten Runde durch K. o.

23.1.1954

Das Zentralkomitee der SED schließt den ehemaligen Staatssicherheitsminister, Wilhelm Zaisser, und den früheren Chefredakteur des Zentralorgans "Neues Deutschland", Rudolf Herrnstadt, aus der Partei aus.

23.1.1954

Der US-amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway überlebt in Afrika zwei Flugzeugabstürze an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

23.1.1954

Der Franzose Louis Chiron gewinnt auf Lancia die Rallye Monte Carlo.

24.1.1954

Österreichs Bundeskanzler Julius Raab wendet sich scharf gegen den sowjetischen Vorwurf, Österreich betreibe eine Politik des Wiederanschlusses an die Bundesrepublik.

24.1.1954

In Madrid protestieren etwa 8000 Studenten vor dem britischen Botschaftsgebäude für die Rückgabe Gibraltars an Spanien durch Großbritannien anlässlich des geplanten Gibraltarbesuchs der britischen Königin Elisabeth II.

24.1.1954

Im Meisterschaftsspiel zwischen Preußen Münster und dem Meidericher SV bricht in der fünften Spielminute der Torpfosten. Das Spiel wird nach der Reparatur des Tores fortgesetzt und endet 1:1.

25.1.1954

In Berlin (West) beginnt die Konferenz der Außenminister der USA, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion zu Fragen der Deutschlandpolitik. Sie endet am 18. Februar ohne konkrete Ergebnisse.

25.1.1954

Nach dem Rücktritt des israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion bildet der bisherige Außenminister Moshe Scharett eine neue Koalitionsregierung.

25.1.1954

Die sowjetische Regierung lässt überraschend 250 ehemalige Angehörige der spanischen "Blauen Division" frei. Die Männer hatten im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Deutschen Wehrmacht am Russlandfeldzug teilgenommen.

25.1.1954

Bei einer zweitägigen Fachtagung fordern deutsche Verkehrsexperten in Essen die Einführung des Zebrastreifens.

25.1.1954

Im italienischen Cortina d'Ampezzo gewinnen die beiden Italiener Guglielmo Scheibmeier und Andrea Zambelli die Zweierbob-Weltmeisterschaft.

26.1.1954

Der neue italienische Ministerpräsident Amintore Fanfani gibt seine Regierungserklärung ab; Hauptprogrammpunkte sind der Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit und die Eindämmung des Kommunismus.

26.1.1954

Der US-amerikanische Senat ratifiziert den im Vorjahr abgeschlossenen Sicherheitsvertrag zwischen den USA und Südkorea, in dem sich beide Länder verpflichten, dem Partner bei einer Aggression von außen zu Hilfe zu kommen.

26.1.1954

Aus Protest gegen die aggressive Haltung der spanischen Polizei bei den antibritischen Gibraltar-Demonstrationen vom 24. Januar stürmen Studenten das Gebäude von "Radio Madrid".

26.1.1954

In Hessen wird der bisherige Sextaner-Erlass verändert. Danach soll zukünftig bei Aufnahmeprüfungen für höhere Schulen nicht mehr die Benotung, sondern die Feststellung der Begabung der einzelnen Schüler über ihren weiteren Bildungsweg entscheiden.

27.1.1954

Nach siebenmonatiger Verhandlungsdauer wird in der Türkei die zweitgrößte Oppositionspartei, die Volkspartei, verboten.

27.1.1954

Die Nordseeinseln Wangerooge und Juist werden aus der Luft versorgt, da der Schiffsverkehr wegen der Vereisung der Nordsee eingestellt werden mußte.

27.1.1954

Der 37. Brüsseler Automobilsalon schließt seine Pforten. Seit dem 16. Januar stellten 75 Hersteller ihre neuesten Modelle vor.

28.1.1954

Das jugoslawische Parlament wählt einstimmig Moshe Pijade zum neuen Parlamentspräsidenten. Pijade tritt die Nachfolge Milovan Djilas an, der wegen systemkritischer Äußerungen seiner Ämter enthoben wurde.

28.1.1954

In Bonn beschließt die erste westdeutsche Verkehrssicherheitskonferenz einen "Feldzug gegen den Verkehrstod". 1953 kamen bei 450 000 Verkehrsunfällen rund 10 000 Menschen ums Leben.

29.1.1954

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden legt auf der Berliner Viermächtekonferenz seinen Plan zur Wiedervereinigung Deutschlands vor und eröffnet damit die eigentlichen Verhandlungen über die Deutschlandfrage; während der ersten vier Konferenztage hatte die Sowjetunion versucht, andere Themen, z. B. das Indochinaproblem vorrangig zu diskutieren.

29.1.1954

Josip Tito wird von der Volksversammlung in Belgrad einstimmig für weitere vier Jahre zum jugoslawischen Staatspräsidenten gewählt.

29.1.1954

In Marseille verurteilt ein Militärtribunal zwei ehemalige Angehörige des nationalsozialistischen Reichssicherheitsdienstes in Frankreich zum Tode, weitere acht erhalten Gefängnisstrafen zwischen acht und zehn Jahren.

29.1.1954

Das Ressort von Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (BHE) wird um die Zuständigkeit für alle Kriegssachgeschädigten und Evakuierten erweitert. Von nun an heißt das Ministerium "Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte".

29.1.1954

Bei den "Vulkan-Prozessen" in Karlsruhe werden mehrere Verdächtige, die der Spionage für die Sowjetunion beschuldigt wurden, auf freien Fuß gesetzt. Die Verfahren werden eingestellt.

29.1.1954

Erstmals wird ein Reparaturfahrzeug des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC) für die Pannen-Soforthilfe auf der Strecke München- Koblenz eingesetzt.

30.1.1954

In Italien wird mit Amintore Fanfani der zweite Ministerpräsident innerhalb eines Monats gestürzt.

30.1.1954

In Bozen (Italien) wird die deutsche Meisterin Gundi Busch Europameisterin im Eiskunstlauf.

31.1.1954

Die Bundesregierung geht in ihrem Wirtschaftsplan für das Jahr 1954 von einer Erhöhung des Bruttosozialprodukts um 2,4 Milliarden DM auf 141 Milliarden DM aus. Außerdem sollen 720 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

31.1.1954

Bundesfamilienminister Franz-Josef Wuermeling fordert in Bonn als Gegengewicht zu den "destruktiven Tendenzen" in den Produktionen der deutschen Filmindustrie eine "echte Volkszensur".

1.2.1954

Die Bundesregierung überträgt dem Bundesvertriebenenministerium die Zuständigkeit für Kriegsgeschädigte und Evakuierte. Die neue offizielle Bezeichnung für das Ressort ist nun "Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte".

1.2.1954

Als erstes deutsches Passagierschiff nach dem Zweiten Weltkrieg startet die "Gripsholm" der Reederei "Norddeutscher Lloyd" von Bremerhaven aus zu einer Reise nach New York.

1.2.1954

In einem Artikel fordert das Informationsbüro der kommunistischen und Arbeiterparteien (KOMINFORM) in Szklarska Poreba (Polen) Jugoslawien auf, sich wieder dem Sowjetblock anzuschließen. Die jugoslawische Regierung verweist daraufhin auf die erklärte Absicht von Staatspräsident Josip Tito, den 1948 eingeleiteten eigenen Weg Jugoslawiens zum Sozialismus fortzusetzen.

1.2.1954

Karl Böhm wird zum Direktor der Wiener Staatsoper ernannt.

2.2.1954

Der US-amerikanische Außenminister John Foster Dulles lehnt in Berlin (Ost) den sowjetischen Deutschland-Plan ab. Im Gegensatz zur UdSSR fordern die USA freie gesamtdeutsche Wahlen vor einer Wiedervereinigung. Die Außenminister der vier Großmächte beraten seit dem 25. Januar abwechselnd in beiden Teilen Berlins über die Deutschlandfrage.

2.2.1954

US-Präsident Dwight D. Eisenhower erklärt in einem Brief an den US-amerikanischen Senat, die USA hätten 1952 die erste Wasserstoff-Bombe auf dem Eniwetok-Atoll im Pazifik gezündet. Damit wird zugleich amtlich bestätigt, dass die Explosion Teil eines Programms zur Entwicklung der Wasserstoffbombe war.

2.2.1954

Das Stück "Die verbotene Stadt" des 1945 verstorbenen Schriftstellers Bruno Frank wird in Nürnberg in einer Inszenierung von Albert Fischel uraufgeführt.

3.2.1954

Die CDU von Rheinland-Pfalz wendet sich gegen eine schematische Regelung bei der Rückerstattung jüdischen Eigentums. Während des Dritten Reiches sei jüdisches Eigentum keineswegs nur unter Ausnutzung der Notlage der Juden erworben worden, sondern auch, um bedrängten Juden zur Flucht zu verhelfen.

3.2.1954

63 der insgesamt 110 Arbeiterpriester in Frankreich protestieren in Paris gegen den Beschluß der französischen Bischofskonferenz, wonach sie nur noch drei Stunden täglich in einer Fabrik arbeiten dürfen.

3.2.1954

Vor dem britischen Unterhaus verteidigt die Regierung die laufende Ausbildung von Piloten der deutschen Lufthansa im englischen Southampton. Die Ausbildung der Piloten diene der Förderung der zivilen bundesdeutschen Luftfahrt und werde Großbritannien nicht schaden.

3.2.1954

Beim rituellen Badefest der indischen Hindus am Zusammenfluß der heiligen Ströme Ganges und Dschamna werden 300 Menschen zu Tode getrampelt.

3.2.1954

In Berlin (West) stellen Maria Sebaldt, Werner Müller, Ursula Herking und Wolfgang Neuss ihr neues Kabarettprogramm "Macht bloß keen Theata" vor. Mit dem Sketch "Die kleine Viererkonferenz am Kurfürstendamm" wird die seit dem 25. Januar in Berlin (Ost und West) tagende Außenministerkonferenz der Großmächte karikiert.

3.2.1954

Ganz Europa und die Mittelmeerstaaten leiden unter einer Kältewelle, der bisher mindestens 300 Menschen zum Opfer gefallen sind; sogar in Algerien liegt Schnee. In Schwedisch-Lappland werden Temperaturen bis -35 gemessen.

4.2.1954

Das sowjetische Handelsministerium übergibt in Moskau einer Gruppe von 40 britischen Geschäftsleuten Lieferaufträge im Wert von umgerechnet 4,8 Milliarden DM. Die UdSSR möchte u.a. 30 Fischfabrikschiffe und insgesamt 50 Frachtschiffe kaufen.

4.2.1954

Das US-Verteidigungsministerium in Washington gibt die Stationierung des 264. Feldartillerie-Bataillons der US-Armee in der Bundesrepublik bekannt. Das Bataillon ist u.a. mit 28-cm-Atomgeschützen bestückt.

4.2.1954

Die USA beschließen Taiwan (Formosa) eine Reihe modernster Waffen zu liefern. Die Militärhilfe der USA an Taiwan wird damit gegenüber dem Vorjahr um rund 330 Millionen DM erhöht.

5.2.1954

In Den Haag wird das Gesetz über die Ratifizierung des Vertrags zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) veröffentlicht. Als erster der sechs Mitgliedsstaaten - Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg und die Bundesrepublik - haben die Niederlande damit das Gesetzgebungsverfahren zur Ratifizierung des 1952 geschlossenen Vertrags abgeschlossen.

5.2.1954

Unter der Anschuldigung einer "monarchistischen Verschwörung" werden in Madrid 18 Personen wegen Hoch- und Landesverrats zu Gefängnisstrafen zwischen einem und 16 Jahren verurteilt. Schon in der Vergangenheit ist das diktatorische Regime unter Francisco Franco Bahamonde häufig auf diese Weise gegen Oppositionelle vorgegangen.

5.2.1954

Vor einem Essener Verkehrsschöffengericht werden drei Angeklagte freigesprochen, obwohl sie mit Promillewerten von 1,5- 1,8 Auto gefahren waren. Nach den Bestimmungen des am 24. Januar 1953 in Kraft getretenen Gesetzes zur Sicherung des Straßenverkehrs stellen 1,5 Promille Blutalkoholgehalt eine "Gemeingefahr" dar, so dass die Staatsanwaltschaft sofort ein Verfahren eröffnen muß.

5.2.1954

Beim Besuch der britischen Königin Elisabeth II. in Sidney (Australien) muss das Rote Kreuz fast 2000 Ohnmächtige betreuen. Viele davon hatten bis zu zwölf Stunden in einer Menge von 150 000 Menschen auf die Vorbeifahrt der Königin gewartet.

5.2.1954

Daimler-Benz bringt zwei neue Serien-Sportwagen auf den Markt. Der Mercedes 190 SL und der Mercedes 300 SL sind die ersten Sportwagen des Unternehmens, die nach dem Zweiten Weltkrieg für den allgemeinen Verkauf hergestellt werden.

6.2.1954

Nach 12 Tagen geht der Winterschlußverkauf in der Bundesrepublik zu Ende. Wegen der Kältewelle waren Winterartikel besonders gefragt.

6.2.1954

In München wird der traditionelle "Chrysanthemen-Ball" eröffnet, zu dem sich Stars aus Unterhaltung und Politik einfinden.

7.2.1954

Das US-Verteidigungsministerium gibt die Lieferung von leichten Bombern des Typs B-26 an die französischen Truppen in Indochina bekannt.

7.2.1954

In den USA startet die Lockheed F-104 "Starfighter" zu ihrem Jungfernflug.

7.2.1954

In Hannover wird die erste umfassende Ausstellung von Werken des Malers Max Liebermann seit 1927 eröffnet.

7.2.1954

Die südmexikanische Provinz Chiapas wird von einem Erdbeben heimgesucht. Dabei werden die Kleinstadt Yajalon und drei weitere Ortschaften fast vollständig zerstört.

7.2.1954

Der EV Füssen wird durch einen 8:2-Sieg über den VfL Nauheim in Bad Nauheim deutscher Eishockeymeister.

8.2.1954

Die 308. Division des kommunistischen Vietminh rückt im Indochina-Krieg gegen die laotische Hauptstadt Luang Prabang vor. Erste Angriffe werden von französisch-laotischen Einheiten abgewehrt.

8.2.1954

Die norwegische Polizei gibt in Oslo die Zerschlagung eines sowjetischen Spionagerings bekannt. Den insgesamt 12 verhafteten Personen wird vorgeworfen, im nordeuropäischen Hauptquartier der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) in Oslo spioniert zu haben.

8.2.1954

Auf den britischen Flugzeugträgern "Eagle" und "Glory" werden Sabotageakte verübt.

9.2.1954

Österreichs Außenminister Leopold Figl trifft in Berlin (West) ein. Die Außenminister der vier Großmächte hatten ihn am 8. Februar eingeladen, an den Beratungen über die Beendigung des Besatzungsregimes in Österreich teilzunehmen.

10.2.1954

Die neue italienische Regierung unter dem christdemokratischen Ministerpräsidenten Mario Scelba nimmt ihre Arbeit auf. Ihr gehören Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberale an.

10.2.1954

In Berlin (West) kommt es im Kant-Kino zu Tumulten, als Jugendliche gegen den Film "Sterne über Colombo" von Veit Harlan protestieren. Harlan hatte während des Dritten Reiches Propagandafilme für die Nationalsozialisten gedreht, u.a. "Jud Süß", 1940.

10.2.1954

Arthur Millers Theaterstück "Hexenjagd" erlebt im Schillertheater in Berlin (West) seine deutsche Premiere. Die Uraufführung des Stücks, das auf antikommunistische Hetze in den USA anspielt, fand 1953 in New York statt.

10.2.1954

Im Hamburger Schauspielhaus wird zum letzten Mal das Stück "Mittagswende" von Paul Claudel aufgeführt. Die bisherige Fassung des Stücks gefällt dem Dramatiker nicht mehr. Er will nur noch die von ihm geplante Neufassung zur Aufführung freigeben.

11.2.1954

Der US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower lehnt jede aktive Beteiligung der USA am Indochinakrieg ab. Er könne sich keine größere Tragödie für das US-amerikanische Volk vorstellen, als in den Indochinakrieg hineingezogen zu werden, erklärt er in Washington.

11.2.1954

In Berlin wird der Film "Die letzte Brücke" von Regisseur Helmut Käutner uraufgeführt.

12.2.1954

Auf der Außenministerkonferenz in Berlin (Ost und West) verhindert der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow, die Lösung der Österreichfrage. Molotow will die Beendigung des Besatzungsregimes in Österreich bis zum Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland verschieben.

13.2.1954

Die sowjetischen Behörden erlauben Ausländern das Fotografieren in der UdSSR. Verboten bleiben Aufnahmen von militärischen Anlagen, besonderen Industriekomplexen, Schleusen und Brücken.

14.2.1954

In Krefeld wird Frischauf Göppingen durch einen 10:7-Sieg über den PSV Hamburg zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg bundesdeutscher Hallenhandball-Meister.

15.2.1954

Die Behring-Werke in Marburg melden den Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Kinderlähmung (Poliomyelitis).

15.2.1954

In der Freiburger Universitätsklinik wird zum ersten Mal in der Bundesrepublik ein Patient mit Erfolg an eine künstliche Niere angeschlossen.

16.2.1954

In Mannheim endet der Schadenersatzprozeß des deutschstämmigen US-Bürgers und ehemaligen Zwangsarbeiters Rudolf Waxmann gegen den Liquidationsvorstand des früheren Chemiekonzerns I. G. Farben mit einem außergerichtlichen Vergleich.

16.2.1954

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hebt ein Urteil des Landgerichts von Zweibrücken auf, das unter Verwendung eines Lügendetektors gefällt worden war. Der Einsatz des Lügendetektors bei Strafverfahren in der Bundesrepublik sei nicht zulässig.

16.2.1954

In Kalkutta (Indien) kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und mehr als 20 000 Demonstranten. Ursache der Auseinandersetzungen ist die Verhaftung von 250 Lehrern, die trotz eines Versammlungsverbots für höhere Gehälter demonstrieren.

16.2.1954

In Berlin (West) wird das erste Schuhgeschäft mit Selbstbedienung eröffnet.

17.2.1954

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) legt dem Bundeskabinett in Bonn einen Entwurf für ein Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (Kartellgesetz) vor.

18.2.1954

In den USA beginnt ein Konflikt zwischen der Armee und Senator Joseph Raymond McCarthy, dem Vorsitzenden des Senatsausschusses zur Untersuchung "unamerikanischer Umtriebe", als der Senator bei einem Verhör US-General Ralph W. Zwicker beleidigt.

18.2.1954

Der als "Anwalt der Obdachlosen" bekannte französische Priester Abbé Pierre erwirkt beim französischen Wirtschaftsministerium die Ausschreibung einer Anleihe, mit deren Hilfe er u.a. Notwohnungen für Obdachlose erstellen will.

18.2.1954

Das israelische Kabinett in Tel Aviv beschließt, die Todesstrafe als Sühne für Mord abzuschaffen.

19.2.1954

Die britische Regierung gibt ein Weißbuch heraus, in dem die Auslieferung von Atomwaffen an die britische Luftwaffe bestätigt wird. Die Anschaffung der Atomwaffen wird damit begründet, dass Großbritannien seine Verteidigungsbereitschaft gegenüber dem "Weltkommunismus" unterstreichen müsse.

19.2.1954

Die französische Regierung verhängt einen allgemeinen Preisstopp. Damit soll verhindert werden, dass die Heraufsetzung der Mindestlöhne um 15% vom 9. Februar zu Preiserhöhungen führt.

19.2.1954

In Oslo (Norwegen) wird die Kölnerin Gundi Busch Weltmeisterin im Eiskunstlauf der Damen.

20.2.1954

Die USA erhöhen die Zahl ihrer in Französisch-Marokko stationierten Atom-Düsenbomber von 55 auf 100. Die Bomber vom Typ B-47 auf dem Luftwaffenstützpunkt in Sidi Slimane sollen im Kriegsfall gegen die Sowjetunion eingesetzt werden.

20.2.1954

Bei einer Volksabstimmung im Schweizer Kanton Basel sprechen sich 59% der Frauen für ein allgemeines Frauenstimmrecht aus. Der Entscheid hat jedoch nur beratenden Charakter; über die Einführung des Frauenwahlrechts entscheiden in der Schweiz die Männer.

20.2.1954

In München blockieren rund 1000 Gewerkschafter Eingänge von mehreren Kaufhäusern, um gegen eine Verlängerung der Öffnungszeiten am Sonnabend zu protestieren.

20.2.1954

Auf einem Faschingsfest in Nürnberg bringt ein 19jähriger Elektriker eine alte Wehrmachtsgranate zur Explosion, drei Menschen kommen dabei ums Leben, 48 Personen werden verletzt.

20.2.1954

Die Weitsprung-Olympiasiegerin Yvette Williams (Neuseeland) stellt im neuseeländischen Gisborne mit 6,28 m einen Weltrekord auf.

21.2.1954

Nach Angaben des US-Außenministeriums soll die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) von den USA eine Finanzhilfe von umgerechnet rund 430 Millionen DM erhalten. Solange der Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) noch nicht ratifiziert sei, müsse die Montanunion als einzige wirksame europäische Institution gestärkt werden.

21.2.1954

Eine elektrische Lokomotive der französischen Eisenbahn vom Typ CC-7121 stellt bei Dijon mit drei Schnellzugwagen einen Geschwindigkeitsrekord von 243 km/h auf.

21.2.1954

Im schwedischen Falun gehen die 13. Nordischen Skiweltmeisterschaften zu Ende. Überragender Athlet war der Sowjetrusse Wladimir Kusin, der im 30-km- und im 50-km-Langlauf siegt.

22.2.1954

In Paris beginnt der Prozeß gegen den ehemaligen SS-Obergruppenführer Karl Albrecht Oberg und seinen Adjudanten, den früheren SS-Standartenführer Helmut Knochen. Oberg und Knochen werden u.a. Deportationen von rund 200 000 Juden aus dem besetzten Frankreich vorgeworfen.

22.2.1954

In Worms gesteht die 29jährige Christa Lehmann, ihre Freundin Anna Hamann sowie ihren Ehemann und ihren Schwiegervater mit dem Pflanzenschutzmittel E 605 vergiftet zu haben. In den folgenden Monaten wird in der Bundesrepublik eine Welle von Selbstmorden mit E 605 registriert.

22.2.1954

In Cambridge, im US-Bundesstaat Massachusetts, wird eine neue Anlage zur Bekämpfung von Krebszellen gebaut. Die nach Erkenntnissen der Atomforschung konzipierte Anlage soll in der Universitätsklinik von Chicago installiert werden.

23.2.1954

Bei einem Besuch in Berlin (West) gibt Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) Pläne der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Unterstützung der Stadt bekannt. So sollen z. B. mehr öffentliche Aufträge nach Berlin vergeben und die bestehenden Steuererleichterungen für Berliner Bürger ausgebaut werden.

23.2.1954

Die Hochkommissare der Westalliierten in Berlin (West) schlagen gemeinsam ihrem östlichen Kollegen vor, die Verkehrsbeschränkungen an den Sektorengrenzen sowie ständige Polizeikontrollen und Straßensperren aufzuheben.

23.2.1954

In Bonn warnt der Deutsche Ausschuß für Erziehungs- und Bildungswesen vor einer übereilten Schulreform. Nach Ansicht des von den Bundesländern gemeinsam eingesetzten wissenschaftlichen Gremiums können frühestens in zwei Jahren die Grundlagen für eine geordnete Reform des Bildungswesens in der Bundesrepublik geschaffen werden.

23.2.1954

Die Deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften in Potsdam (DDR) ruft schulentlassene Jugendliche zur Absolvierung eines dreijährigen Jurastudiums auf. Das Abitur sei als Voraussetzung für den Zugang zur Akademie nicht notwendig.

23.2.1954

Der sowjetische Generalstabschef Marschall Wassili D. Sokolowski verweist anlässlich des 36. Jahrestags der Gründung der sowjetischen Streitkräfte auf deren moderne Bewaffnung. Die sowjetischen Streitkräfte seien bereit, der Bedrohung durch die westlichen Atomwaffen entgegenzutreten.

24.2.1954

Der Verband deutscher Studentenschaften in Bonn wendet sich dagegen, Reifezeugnisse, die nach 1951 in der DDR erworben wurden, als Grundlage für ein Hochschulstudium in der Bundesrepublik anzuerkennen, da sie den Anforderungen für das Abitur in der Bundesrepublik nicht entsprächen.

24.2.1954

Die Belgrader Boulevardzeitung "Vercenje Novosti" fordert die Regierung der Bundesrepublik auf, ehemalige jugoslawische Kriegsgefangene finanziell zu entschädigen.

25.2.1954

In Ägypten wird Staats- und Ministerpräsident Muhammad Ali Nagib gestürzt. Neuer Ministerpräsident und Vorsitzender des Revolutionsrates wird Gamal Abd an Nasser.

25.2.1954

Nach einem Putsch der Armee tritt in Syrien Staatspräsident Adib Schischakli zurück. Zu seinem Nachfolger berufen die Aufständischen den früheren Staatspräsidenten Nur Ad Din Al Atasi.

25.2.1954

In einer Bundestagsdebatte beschließen alle Parteien einstimmig, die Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands in "Frieden und Freiheit" herbeizuführen.

25.2.1954

In Würzburg stellt die Kriminalpolizei die Polizeiakte des "Hauptmanns von Köpenick", Wilhelm Voigt, sicher. Der arbeitslose Schuster, der 1906 als Hauptmann im Rathaus von Köpenick auftrat, war Vorbild für die gleichnamige Komödie von Carl Zuckmayer.

26.2.1954

Mit ihrer Zweidrittelmehrheit verabschieden die Regierungsparteien im Bonner Bundestag die Wehrergänzung zum Grundgesetz, der Bund erhält dadurch das Recht zur Gesetzgebung über die Verteidigung einschließlich der Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht.

26.2.1954

Der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe entscheidet, dass die Soldaten der früheren Wehrmacht mit der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 ihr Dienstverhältnis beendet haben.

26.2.1954

Auf dem vierten Bauerntag in Görlitz in der DDR verspricht DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl staatliche Förderung auch für Bauern, die keiner landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft angeschlossen sind.

27.2.1954

Nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn (SPD), der von einem fünftägigen Besuch Großbritanniens zurückkehrt, steht die britische Bevölkerung einer Wiederbewaffnung der Bundesrepublik sehr skeptisch gegenüber.

27.2.1954

Radio Peking fordert Frankreich auf, sich vom Einfluss der Vereinigten Staaten zu lösen, wenn es an einer friedlichen Lösung im Indochina-Konflikt wirklich interessiert sei.

28.2.1954

Jakob Kaiser, Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen, fordert in einer Rundfunkansprache eine "echte Volksbewegung" zur Wiedervereinigung Deutschlands.

28.2.1954

Die Mehrheit der sozialistischen Parteien Europas spricht sich auf dem Europa-Kongress der Sozialistischen-Internationale in Brüssel für die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) aus. Nur die Vertreter der bundesdeutschen Sozialdemokraten votieren gegen die Entschließung.

28.2.1954

Mit einem Sieg des Norwegers Stein Eriksen im Slalom endet im schwedischen Aare der erste Wettbewerb der 14. Alpinen Skiweltmeisterschaften, die bis zum 6. März dauern.

1.3.1954

Auf dem Bikini-Atoll, das zu den pazifischen Marshallinseln gehört, wird die bisher stärkste US-amerikanische Wasserstoffbombe gezündet.

1.3.1954

Während einer Sitzung des US-amerikanischen Repräsentantenhauses schießen vier puertoricanische Nationalisten von der Galerie in den Sitzungssaal. Bei dem Anschlag werden fünf Abgeordnete zum Teil schwer verletzt.

1.3.1954

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum kommt es anlässlich der ersten Parlamentssitzung zu blutigen Ausschreitungen zwischen Befürwortern und Gegnern eines Anschlusses an Ägypten. 30 Menschen werden getötet, über 100 werden verletzt.

1.3.1954

Der indische Ministerpräsident Jawaharlal Nehru wendet sich in Neu-Delhi gegen die geplante militärische Unterstützung der USA für Pakistan und lehnt gleichzeitig jede US-amerikanische Militärhilfe für Indien ab.

2.3.1954

In Belgrad erklärt der jugoslawische Staatspräsident Josip Tito den "Kalten Krieg" zwischen Ost und West für beendet. Eine neue Phase diplomatischer Verhandlungen sei im Begriff, die ideologische Sturheit abzulösen.

2.3.1954

Aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik werden neun weitere Selbstmordfälle mit dem Pflanzenschutzmittel E 605 bekannt.

3.3.1954

Der US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower übt an den Untersuchungsmethoden des republikanischen Senators Joseph Raymond McCarthy scharfe Kritik. McCarthy ist Vorsitzender eines Ausschusses des Senats, der "unamerikanische Umtriebe" in den USA aufdecken soll.

3.3.1954

In dem britischen Stahlwerk Appleby-Prodingham wird der größte Hochofen Europas angeblasen.

4.3.1954

Drei Jahre nach dem Tod des irischen Schriftstellers George Bernard Shaw wird seine politische Groteske "Genf" im österreichischen Graz erstmals in deutscher Sprache aufgeführt.

5.3.1954

US-Präsident Dwight D. Eisenhower ernennt den Rechtsanwalt Ernest Wilkins zum stellvertretenden Arbeitsminister. Wilkins ist der erste Farbige im US-Kabinett.

5.3.1954

Auf den Sultan von Marokko, Mohammad Ben Arafa, wird innerhalb eines halben Jahres das zweite Attentat von Nationalisten verübt.

5.3.1954

In Paris nennt der französische Ministerpräsident Joseph Laniel die Bedingungen Frankreichs für einen sofortigen Waffenstillstand in Indochina; er fordert die Evakuierung von Laos, Kambodscha und des Tongking-Deltas durch die kommunistischen Vietminh-Rebellen.

6.3.1954

Im Zusammenhang mit dem Attentat im US-Repräsentantenhaus am 1. März werden in Puerto Rico die Parteivorsitzenden und zahlreiche Mitglieder der Kommunistischen Partei und der rechten Nationalisten verhaftet.

7.3.1954

Auf dem fünften Bundesparteitag der FDP wird Thomas Dehler als Nachfolger von Franz Blücher zum Parteivorsitzenden gewählt.

7.3.1954

Mit einem 6 km langen Schweigemarsch protestieren in Hannover ca. 50 000 Katholiken gegen die Einführung von "christlichen Gemeinschaftsschulen" in Niedersachsen.

7.3.1954

Die Sowjetunion wird in der schwedischen Hauptstadt Stockholm Eishockey-Weltmeister durch einen 7:2-Sieg über die kanadische Auswahl.

8.3.1954

In Tokio unterzeichnen Regierungsvertreter Japans und der USA ein Verteidigungsabkommen zur Unterstützung der japanischen Wiederaufrüstung.

8.3.1954

Neuer deutscher Botschafter beim Vatikan wird der bisherige Botschafter in Pakistan, Wolfgang Jaenicke. "Leichtes Befremden" löst nach Presseberichten die Tatsache aus, dass Jaenicke Protestant ist.

8.3.1954

In Kairo wird der ägyptische Ministerpräsident Gamal Abd an Nasser nach nur elftägiger Amtszeit von seinem Vorgänger Muhammad Ali Nagib im Amt abgelöst.

8.3.1954

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Karl Arnold fordert in Bochum die Rückgabe der Gebiete von Eupen und Malmedy, die 1949 unter vorläufige niederländische und belgische Verwaltung gestellt worden waren.

9.3.1954

In Paris verhandelt Bundeskanzler Konrad Adenauer mit dem französischen Außenminister Georges Bidault über die Saarfrage. Im Anschluß an seine Gespräche in Paris reist Adenauer zu Staatsbesuchen nach Griechenland, Italien und in die Türkei.

9.3.1954

In dem vom DDR-Kulturminister Johannes R. Becher neu gebildeten künstlerisch-wissenschaftlichen Rat fehlen Hanns Eisler, Anna Seghers und Paul Dessau. Eisler und Dessau werden von der SED-Parteileitung "formalistische Tendenzen" vorgeworfen.

9.3.1954

In Rom protestieren Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche scharf gegen einen vom Vatikan veröffentlichten Hirtenbrief, in dem die Gläubigen zum Kampf gegen alle "nichtkatholischen Bewegungen" aufgefordert wurden. Nach Ansicht der Protestanten werden darin "Kommunisten und Protestanten schlicht in einen Topf geworfen".

10.3.1954

In Nordrhein-Westfalen wird auf Antrag der CDU das Wahlgesetz geändert. Künftig haben es kleinere Parteien schwerer, in den Landtag zu kommen.

10.3.1954

Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) beendet den in der Bundesrepublik schwelenden Streit um die Neuregelung des Eheschließungsgesetzes, indem er den Gesetzentwurf der Bundesregierung zurückzieht.

10.3.1954

In Paris verbietet die französische Regierung jede Demonstration für oder gegen die geplante Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG).

11.3.1954

In Bonn wendet sich der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, gegen die Bezeichnung "Ostzone" für das Staatsgebiet der DDR. Das deutsche Land im Osten liege jenseits der Oder-Neiße-Linie.

11.3.1954

Bundesfinanzminister Fritz Schäffer kündigt vor dem Bundestag eine Steuerreform an, die vor allem die Einkommenssteuer-Tarife senken soll.

11.3.1954

Zum erstenmal kann der Zuckerbedarf der Bundesrepublik fast völlig aus der eigenen Erzeugung gedeckt werden. Bisher mußte ein Drittel der Gesamtverbrauchsmenge eingeführt werden.

11.3.1954

In Genf wird der 24. Internationale Automobilsalon eröffnet. Die Ausstellung endet am 18. März.

11.3.1954

Eine Kampfabstimmung im Parlament beendet in Italien eine Regierungskrise. Ministerpräsident Mario Scelba wird mit 300:283 Stimmen im Amt bestätigt.

11.3.1954

In der schwedischen Stadt Uppsala entwickelt der Chirurg Tord Skoog eine Methode, menschliche Haut bis zu zwei Monaten zu konservieren.

12.3.1954

In der Bundesrepublik wird die Ehescheidung erschwert. Eine vom schuldigen Ehepartner beantragte Scheidung soll in Zukunft gegen den Willen des unschuldigen nicht mehr möglich sein.

12.3.1954

An der Kölner Universitätsklinik wird die erste "Radiumkanone" zur Krebsbehandlung in Betrieb genommen.

12.3.1954

In Hamburg wird Arnold Schönbergs Oper "Moses und Aron" konzertant uraufgeführt.

12.3.1954

Erstmals seit Kriegsende gewinnt die bundesdeutsche Spring-Reitermannschaft beim Internationalen Reitturnier in Dortmund den "Preis der Nationen".

13.3.1954

In Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, endet die zehnte Panamerikanische Konferenz zwischen den USA und den südamerikanischen Ländern, auf der Maßnahmen zur Eindämmung des Kommunismus beschlossen werden. Die Konferenz begann am 1. März.

13.3.1954

In Vietnam beginnen die Kämpfe um die "Dschungelfestung" Dien Bien Phu zwischen französischen Truppen und der kommunistischen Vietminh.

13.3.1954

In der iranischen Hauptstadt Teheran wird der ehemalige persische Außenminister Hussein Fatemi verhaftet. Nach dem Sturz von Ministerpräsident Mohammad Mossadegh im August 1953 war Fatemi in den Untergrund gegangen.

14.3.1954

In Ungarn wird der ehemalige Leiter des Staatssicherheitsdienstes Gabor Peter wegen angeblicher "Verbrechen gegen Staat und Volk" zu lebenslanger Haft verurteilt.

14.3.1954

Die von der "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit" organisierte "Woche der Brüderlichkeit" beginnt in der Bundesrepublik.

14.3.1954

Nach dem Abfahrtslauf gewinnt die bundesdeutsche Mirl Buchner in Garmisch-Partenkirchen auch den Slalom und die Kombinationswertung des Kandahar-Rennens.

15.3.1954

In Washington gibt der US-Verteidigungsminister Charles Wilson die Reduzierung der Heeres- und Marinestreitkräfte um 400 000 Mann bekannt. Die Luftstreitkräfte sollen bis Juli 1955 um 57 000 Mann verstärkt werden.

15.3.1954

In Japan kehren 23 Fischer mit Anzeichen radioaktiver Strahlenverseuchung heim. Sie hatten sich während der Zündung einer US-amerikanischen H-Bombe auf dem Bikini-Atoll im Pazifischen Ozean ca. 100 km von der Explosionsstelle entfernt aufgehalten.

16.3.1954

Mit Blick auf die rückläufigen Geburtenzahlen seit 1900 spricht Bundesfamilienminister Franz-Josef Wuermeling (CDU) in Fulda davon, dass "Deutschland bereits ein sterbendes Volk" sei.

16.3.1954

Bei einem Überfall in der Nähe der ägyptischen Stadt Ismailia am Suezkanal werden zwei britische Soldaten von ägyptischen Nationalisten getötet. Großbritannien hält seit 1882 die Zone um den Suezkanal besetzt.

16.3.1954

Die sowjetische Regierung schränkt ihr Entwicklungsprogramm für die Wasserstoffbombe wegen zu hoher Kosten und technischer Schwierigkeiten ein.

17.3.1954

Bei einem Überfall bewaffneter Araber auf einen Autobus werden in der Wüste Negev (Israel) elf Israelis getötet.

17.3.1954

Großbritannien gibt die Tantiemen-Guthaben deutscher Musiker für die Jahre 1950 bis 1952 frei. Sie waren nach dem Zweiten Weltkrieg als Feindvermögen beschlagnahmt worden.

18.3.1954

In der DDR übernimmt die Liberal-Demokratische Partei (LDP) als erste bürgerliche Partei die Organisationsstruktur der SED.

18.3.1954

In Kairo werden sieben Frauen der Organisation "Töchter des Nils" nach einem siebentägigen Hungerstreik für das Frauenwahlrecht in Ägypten ins Krankenhaus eingeliefert.

18.3.1954

Das norwegische Parlament entscheidet sich mit 138:12 Stimmen für die Verlängerung der Wehrpflicht von zwölf auf achtzehn Monate.

18.3.1954

Wegen der schlechten Absatzlage im Bergbau werden auf neun Schachtanlagen im Ruhrgebiet erstmals seit 22 Jahren Feierschichten eingelegt.

18.3.1954

Auf einer Kundgebung der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) fordert Bundespräsident Theodor Heuss Hilfe für geistige Berufe weil "ein Staat und eine Wirtschaft, die ihre besten geistigen Kräfte verkümmern lassen, eines Tages nicht mehr wettbewerbsfähig sein werden."

19.3.1954

In Bonn stimmt der Bundesrat der sog. Wehrergänzungsvorlage zum Grundgesetz zu.

19.3.1954

In Polen wird Józef Cyrankiewicz vom Zentralkomitee der Kommunistischen Vereinigten Arbeiterpartei zum Nachfolger des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Boleslaw Bierut gewählt.

19.3.1954

Die italienische Regierung beschließt eine Reihe von Maßnahmen zur Kontrolle kommunistischer Aktivitäten. Unter anderem soll die Finanzierung der Kommunistischen Partei Italiens einer strengen Kontrolle unterworfen werden.

19.3.1954

Das von Bertolt Brecht und Helene Weigel gegründete Berliner Ensemble bezieht das Theater am Schiffbauerdamm.

20.3.1954

Die USA erweitern das Sperrgebiet rund um das Bikini-Atoll auf einen Radius von 1400 km, nachdem bei der H-Bombenexplosion am 1. März mehrere japanische Fischer, die sich ca. 100 km von der Explosionsstelle entfernt aufgehalten hatten, radioaktiv verseucht worden waren.

20.3.1954

In Frankfurt am Main veranstaltet der Deutsche Leichtathletik-Verband erstmals die Deutsche Hallenmeisterschaft.

21.3.1954

Die Unabhängige Deutsche Partei (UDP) erklärt in Essen ihre Auflösung und empfiehlt ihren Mitgliedern den Beitritt zur Freien Demokratischen Partei (FDP).

21.3.1954

In Cuxhaven eröffnet die Bundespost das 100. Fernschreibamt in der Bundesrepublik.

21.3.1954

In der Dortmunder Westfalenhalle erreicht die bundesdeutsche Hallenhandball-Nationalmannschaft ein 5:5 gegen Weltmeister Schweden.

22.3.1954

In Duisburg konstituiert sich der "Freie Demokratische Arbeitnehmerverband". Nach eigenen Angaben soll er sich an Arbeitnehmer wenden, die "weder marxistisch noch konfessionell" gebunden sind.

22.3.1954

In einem Rundfunkinterview spricht sich Jugoslawiens Staatspräsident Josip Tito für die uneingeschränkte Gleichberechtigung der Bundesrepublik mit anderen Völkern aus. So müsse der Bundesrepublik z.B. das Recht auf Landesverteidigung zugestanden werden.

22.3.1954

Auf Taiwan (Formosa) wird Chiang Kai-shek für weitere sechs Jahre zum Staatspräsidenten gewählt.

22.3.1954

Auf der Pazifikinsel Iwo Jima wird ein Massengrab mit Leichen von 2000 gefallenen japanischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.

22.3.1954

In der brandenburgischen Stadt Wittstock (DDR) brennt das 700 Jahre alte Rathaus ab, nachdem ein Nachtwächter über seiner Zigarette eingeschlafen war. Die örtliche SED-Leitung sowie bundesdeutsche Zeitungen benutzen den Vorfall zu politischer Agitation.

22.3.1954

In Essen gewinnt ein 63jähriger Rentner beim West-Süd-Toto die Rekordsumme von 738 115 DM.

23.3.1954

Bayern beschließt als letztes Bundesland das Ende der Entnazifizierung.

23.3.1954

In Washington wird vom Oberkommando der US-Armee eine Überprüfung aller Offiziere auf ihre "politische Zuverlässigkeit" angeordnet. Die Maßnahme steht in Zusammenhang mit dem Streit zwischen der US-Armee und Senator Joseph Raymond McCarthy, dem Vorsitzenden des Senatsausschusses zur Untersuchung "unamerikanischer Umtriebe".

23.3.1954

Im gesamten Bundesgebiet wird die Nummer 13 der Illustrierten "Revue" beschlagnahmt, die eine Reportage über angebliche unsachgemäße Tierversuche an der Zweiten Medizinischen Klinik der Universität München enthält.

23.3.1954

Das Präsidium des Deutschen Ärztetages warnt vor der Aufnahme eines Medizinstudiums, weil zu wenig Arbeitsstellen für Ärzte vorhanden seien.

24.3.1954

Der Hohe Kommissar Frankreichs in der Bundesrepublik, André François-Poncet, erhält vom französischen Außenministerium die Anweisung, der Wehrergänzung zum Bonner Grundgesetz nicht zuzustimmen.

24.3.1954

In New York verleiht die US-amerikanische Akademie der Schönen Künste dem Schriftsteller Ernest Hemingway ihren Ehrenpreis 1954. Der Preis wird alljährlich abwechselnd an den besten Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Dramatiker verliehen.

24.3.1954

In Berlin (Ost) legt der DDR-Kulturminister Johannes R. Becher einen Zehn-Punkte-Katalog für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der DDR vor. Darin regt Becher u.a. den Austausch von Orchestern an, die Schaffung eines gesamtdeutschen Urheberrechts sowie enge Zusammenarbeit zwischen den Theatern in beiden deutschen Staaten.

25.3.1954

Die Sowjetunion erkennt die DDR offiziell als souveränen Staat an.

25.3.1954

Die drei westlichen Hohen Kommissare fordern ihren sowjetischen Kollegen Wladimir S. Semjonow auf, Hafterleichterungen für die sieben noch im Gefängnis von Berlin-Spandau einsitzenden Nürnberger Kriegsverbrecher schnellstmöglich zuzustimmen.

25.3.1954

In Köln spricht sich die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gegen die einheitliche Einführung der Fünf-Tage-Woche in deutschen Unternehmen aus.

25.3.1954

Der ehemalige Leiter des Nachrichtendienstes der Dienststelle Blank, Friedrich Wilhelm Heinz, wird verhaftet. Ihm wird Spionage für den sowjetischen Geheimdienst vorgeworfen. Die Dienststelle Blank ist für Sicherheitsfragen der Bundesrepublik zuständig.

25.3.1954

In Kairo beschließt das ägyptische Parlament, sich nach dem Zusammentritt der Verfassunggebenden Versammlung am 23. Juli aufzulösen.

25.3.1954

In Hollywood (USA) erhält der US-amerikanische Film "Verdammt in alle Ewigkeit" acht "Oscars". Audrey Hepburn und William Holden werden als beste Schauspieler für ihre Rollen in "Ein Herz und eine Krone" bzw. "Stalag 17" ausgezeichnet.

25.3.1954

Vor dem Verfassungsausschuß des bayerischen Landtags protestieren Frauen einer Damenringer-Riege gegen das Verbot von Frauenringkämpfen.

26.3.1954

Mit der Unterzeichnung des Wehrverfassungsgesetzes durch Bundespräsident Theodor Heuss schafft die Bundesrepublik die Voraussetzung für den Aufbau der Bundeswehr.

26.3.1954

Die DDR beginnt in Aue mit dem Bau des ersten Atomkraftwerks.

27.3.1954

In verschiedenen griechischen Städten demonstrieren Studenten für die Wiedervereinigung der britischen Kronkolonie Zypern mit Griechenland. Die Mehrheit der griechischen Inselbevölkerung fordert seit Jahrzehnten den Anschluß an Griechenland, während Großbritannien Zypern langfristig Autonomie gewähren will.

28.3.1954

Die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft schafft in Saarbrücken durch einen 3:1-Sieg über das Saarland die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft.

28.3.1954

Bei seinem ersten Kampf in den USA besiegt der bundesdeutsche Mittelgewichts-Boxer Bubi Scholz im New Yorker Madison Square Garden den US-Amerikaner Al Andrews nach Punkten.

29.3.1954

In Ägypten ruft der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Hakim Amer, den Belagerungszustand aus, nachdem am Wochenende erneut Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Gruppen um Staatspräsident Ali Muhammad Nagib und seinem Widersacher Gamal Abd an Nasser ausgebrochen waren.

29.3.1954

In Bonn unterzeichnet Bundespräsident Theodor Heuss das Abkommen zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) und den Deutschlandvertrag, der das alliierte Besatzungsstatut ablösen soll.

29.3.1954

Bei einem Überfall auf das jordanische Dorf Nahalin töten israelische Soldaten acht Menschen.

30.3.1954

Der britische Premierminister Winston Churchill lehnt in London eine Unterbrechung der US-amerikanischen H-Bomben-Versuche ab.

30.3.1954

Der US-amerikanische Außenminister John Foster Dulles spricht sich in New York für ein "vereintes Vorgehen der freien Welt zur Verhinderung einer kommunistischen Eroberung Indochinas und ganz Südostasiens" aus.

30.3.1954

Der ehemalige US-amerikanische Konteradmiral Robert A. Theobald wirft dem 1945 gestorbenen Ex-Präsidenten Franklin D. Roosevelt vor, die US-Flotte bei dem japanischen Angriff 1941 auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor bewußt geopfert zu haben, um den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg zu ermöglichen.

31.3.1954

Die Sowjetunion schlägt den Westmächten ihren Beitritt zum Nordatlantischen Verteidigungspakt (NATO) vor, wenn sich die Westmächte an einem europäischen Sicherheitspakt beteiligen.

1.4.1954

Die französische Regierung enthebt Marschall Alphonse Juin, den ranghöchsten Offizier der französischen Streitkräfte, seiner Ämter. Er war verschiedenen Aufforderungen von Ministerpräsident Joseph Laniel, sich für seine EVG-feindlichen Äußerungen zu rechtfertigen, nicht nachgekommen.

1.4.1954

In Kairo beschließt der ägyptische Revolutionsrat, mehrere Omnibusunternehmen in der Hauptstadt zu enteignen. Der Rat folgt damit einer Forderung der sozialistischen Verkehrsgewerkschaft.

1.4.1954

In der Sowjetunion beginnt eine Welle von Preissenkungen für Konsumartikel.

1.4.1954

Die US-amerikanische Regierung gibt einen Film frei, der die Wasserstoffbomben-Explosion auf dem Südsee-Atoll Eniwetok vom November 1952 zeigt.

1.4.1954

In Berlin feiert der "Stahlhelm", der Bund der Frontsoldaten, den 141. Geburtstag des früheren deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck.

1.4.1954

In der Bundesrepublik werden die Preise für Kohle erhöht. Der Preis für die Tonne Braunkohlen-Briketts wird von 17,60 DM auf 23,30 DM angehoben.

1.4.1954

Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) lehnt im Bundestag die Forderung von Familienminister Franz-Josef Wuermeling (CDU) nach Einführung einer "Volkszensur" für den bundesdeutschen Film ab.

1.4.1954

Die Zeitschrift "Stern" schickt ihre Leser mit einer Geschichte über einen Skandal um eine Picasso-Tätowierung in den April.

2.4.1954

Die Türkei und Pakistan unterzeichnen in der pakistanischen Hafenstadt Karatschi einen Vertrag über militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

2.4.1954

In Zürich verbrennt der Regisseur Veit Harlan öffentlich eine Kopie des Films "Jud Süß", den er 1940 während der nationalsozialistischen Herrschaft im Deutschen Reich als Propaganda-Film gedreht hatte. Harlan will sich damit von einem aufkommenden neuen Antisemitismus distanzieren.

2.4.1954

Der Hansische Goethepreis der Stadt Hamburg wird dem US-amerikanisch-englischen Dichter T. S. Eliot verliehen.

3.4.1954

Bei einer Kundgebung gegen die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in Paris werden der französische Ministerpräsident Joseph Laniel und Verteidigungsminister René Pleven von rechtsgerichteten Demonstranten tätlich angegriffen.

3.4.1954

Im New Yorker Hafen beenden 10 000 Mitglieder der Internationalen Dockarbeitergewerkschaft (ILA) ihren 29tägigen Lohnstreik.

3.4.1954

Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet in Köln die Vierte Internationale Photo- und Kinoausstellung "Photokina", die bis zum 11. April dauert.

3.4.1954

Das Chemnitzer Tanzorchester Karl Walter flüchtet nach Berlin (West), nachdem der Kapelle wegen seiner "amerikanisierten Tanzmusik in der DDR Auftrittsverbot erteilt worden war.

4.4.1954

Auf dem SED-Parteitag in Berlin (Ost) fordert Walter Ulbricht, Erster Sekretär des Zentralkomitees der SED, die gemeinsame Ächtung von Atomwaffen durch den Bundestag und die DDR-Volkskammer.

4.4.1954

Der Deutsche Erfinderverband verleiht dem deutschen Raketenforscher Hermann Oberth die Dieselmedaille.

4.4.1954

Beim traditionellen Ruderwettkampf auf der Themse zwischen den Universitäten von Oxford und Cambridge gewinnt Oxford im 100. Rennen zum 45. Mal.

5.4.1954

In London fordert der Vorsitzende der Labour-Partei und frühere Premierminister Clement Richard Attlee sofortige Abrüstungsgespräche zwischen der Sowjetunion, Großbritannien und den USA, um "die Menschheit von der Furcht vor der Wasserstoffbombe zu befreien".

5.4.1954

US-Außenminister John Foster Dulles ruft in Washington die westlichen Staaten auf, Frankreich beim Krieg in Indochina zu helfen.

6.4.1954

In Berlin (Ost) geht der IV. Parteitag der SED zu Ende, bei dem ein neues Parteistatut verabschiedet wird.

6.4.1954

In einer Rundfunkansprache nennt US-Präsident Dwight D. Eisenhower fünf Ängste der USA: "Die Männer im Kreml, das Atomzeitalter, den Verlust von Freunden Amerikas, die unter kommunistischer Diktatur hinter dem Eisernen Vorhang zu leben haben, die kommunistischen Versuche, die USA im Innern zu unterwandern, und die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Depression".

6.4.1954

In den USA sind erstmals drei Kinder zur Welt gekommen, die mit konserviertem, tiefgefrorenem Sperma gezeugt wurden.

7.4.1954

Bundesregierung und Bundestag lehnen die Anerkennung der DDR ab und stellen den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik fest.

7.4.1954

Die Stadtverwaltung der britischen Stadt Coventry beschließt, den Luftschutz aufzulösen, weil Luftschutzmaßnahmen im Zeitalter der Atombomben sinnlos geworden seien.

7.4.1954

Das sowjetische Rote Kreuz erklärt sich bereit, zusammen mit dem bundesdeutschen Roten Kreuz das Schicksal verschollener Deutscher in der Sowjetunion zu klären.

7.4.1954

Frankreich bittet die USA um die Lieferung von Kriegsmaterial für den Indochina-Krieg.

7.4.1954

Das französische Parlament verabschiedet ein Gesetz, das für Eltern, die ihre Kinder zu Tode prügeln oder verhungern lassen, die Todesstrafe vorsieht.

7.4.1954

In Santiago de Chile unterzeichnet der chilenische Staatspräsident Carlos Ibáñez del Campo eine Verordnung, durch die Chile die während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten deutschen und italienischen Vermögen freigibt.

7.4.1954

Auf dem bayerischen Flughafen Fürstenfeldbruck wird eine Flugschule für Piloten der NATO-Länder eröffnet.

8.4.1954

In Bonn fordert der FDP-Bundestagsabgeordnete Karl Georg Pfleiderer die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und den Ostblockstaaten.

8.4.1954

Erstmals seit 1917 tritt die Pariser "Comédie Française" eine Gastspielreise durch die Sowjetunion an.

8.4.1954

In Hamburg hat Georg Friedrich Händels letzte Oper "Deidamia" deutschsprachige Premiere.

9.4.1954

Der Bundesrat verändert, wesentliche Teile der Einkommensteuer-Reform von Bundesfinanzminister Fritz Schäffer; so soll z. B. der Bundesanteil am Einkommenssteueraufkommen nur 35% und nicht - wie von Schäffer gefordert - 40% betragen.

9.4.1954

Die britische Regierung entzieht allen Flugzeugen des Typs "Comet" die Betriebszulassung, nachdem bei einem erneuten Absturz einer Maschine dieses Typs 21 Menschen umkommen.

9.4.1954

In Hamburg gewinnt der Bundesdeutsche Gerhard Hecht den Box-Europameistertitel im Halbschwer-Gewicht durch einen Punktsieg über den Franzosen Jacques Harabedian.

9.4.1954

Im Stockholmer Hauptbahnhöfen wird der erste "Heiße-Würstchen-Automat" der Welt aufgestellt.

10.4.1954

Italien erkennt die Bundesrepublik als einzigen "rechtmäßigen" Vertreter Deutschlands an.

10.4.1954

Das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Texas beschließt ein Gesetz das die Kommunistische Partei in Texas verbietet und die Zugehörigkeit zu ihr mit 20 Jahren Gefängnis bestraft.

11.4.1954

In Belgien verliert die Christlich-Soziale Partei bei den Parlamentswahlen ihre absolute Mehrheit. Sozialisten und Liberale bilden unter Ministerpräsident Achille van Acker am 22. April eine neue Regierungskoalition.

11.4.1954

Die japanische Tischtennis-Nationalmannschaft gewinnt in London die Mannschaftsweltmeisterschaften bei den Damen und Herren durch Siege über die Auswahlen Ungarns und der Tschechoslowakei.

12.4.1954

In Salzgitter demonstrieren über 6000 Bergleute für die Vollbeschäftigung im bundesdeutschen Erzbergbau. Durch den zunehmenden Import billiger Walzstahlerzeugnisse sehen sie ihre Arbeitsplätze gefährdet.

13.4.1954

Der US-amerikanische Atomforscher Robert J. Oppenheimer wird in Washington von der Atomenergie-Kommission von den laufenden Atomforschungsprojekten ausgeschlossen. Ihm werden Verbindungen zu Kommunisten vorgeworfen.

13.4.1954

Die australische Regierung gibt bekannt, dass der dritte Sekretär der sowjetischen Botschaft in Australien, Wladimir Petrow, in Canberra um politisches Asyl nachgesucht hat.

13.4.1954

Großbritannien und die zukünftigen Mitglieder der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) unterzeichnen in Paris ein Abkommen, das die Mitarbeit Großbritanniens in der EVG regelt.

14.4.1954

Der Vorsitzende der sowjetischen Emigrantenorganisation "Nationaler Bund des Schaffens Russländischer Solidaristen" (NTS), Alexander Truchnowitsch, verschwindet unter mysteriösen Umständen aus Berlin (West).

14.4.1954

Aus Verärgerung über die zustimmende Haltung seiner Partei zu einer möglichen westdeutschen Wiederaufrüstung tritt der Führer des linken Flügels der britischen Labour Partei, Aneurin Bevan, aus der Fraktionsführung der oppositionellen Partei zurück.

14.4.1954

In London warnt der Arzt, Philosoph und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer vor den Gefahren der Wasserstoffbombe.

14.4.1954

In der Metallindustrie Südwestdeutschlands beginnt ein Lohnkampf, in dem die Gewerkschaften eine Erhöhung der Stundenlöhne - sie liegen bei 1,54 DM - um 8% fordern.

15.4.1954

Der französische Staatspräsident René Coty begnadigt den früheren deutschen Botschafter während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg, Otto Abetz, der 1949 in Paris wegen Kriegsverbrechen zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war.

16.4.1954

Präsident Dwight D. Eisenhower gibt in einer Botschaft an die Mitgliedstaaten der geplanten Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) die Garantie für den weiteren Verbleib US-amerikanischer Truppen in Europa.

16.4.1954

Der Autor des Buches "Don Camillo und Peppone", Giovanni Guareschi, wird in Mailand wegen Beleidigung des früheren italienischen Ministerpräsidenten Alcide de Gasperi zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

16.4.1954

Der Kommandant der französischen Festung Dien Bien Phu in Vietnam, Christian de la Croix de Castries, wird zum General befördert.

16.4.1954

Sieben Albaner, die wegen "Spionage im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes" zum Tode verurteilt worden waren, werden in der albanischen Hauptstadt Tirana hingerichtet.

17.4.1954

In Ludwigshafen gewinnt der VfB Stuttgart das deutsche Pokalendspiel gegen den 1. FC Köln 1:0.

18.4.1954

Papst Pius XII. fordert in seiner Osteransprache an die Christen in aller Welt die Ächtung der Atomwaffen.

19.4.1954

Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee kündigt die Teilnahme seines Landes an der Genfer Konferenz am 26. April an, auf der die Korea- und die Indochinafrage beraten werden sollen.

19.4.1954

In New York fordert der sowjetische UNO-Delegierte Andrei J. Wyschinski "das Verbot der Wasserstoffbombe, obgleich wir die Wasserstoffbombe gebaut haben". Damit gibt die UdSSR erstmals den Besitz der H-Bombe öffentlich zu.

19.4.1954

Bei den Internationalen Kunstturn-Meisterschaften in Frankfurt am Main siegt überlegen der sowjetische Turner Valentin Muratow.

20.4.1954

In einer Erklärung zu ihren wirtschaftspolitischen Zielen spricht sich die SPD für freie Konsumwahl und gegen jede Zwangswirtschaft aus. Bislang hatte die Partei Sozialisierungsmaßnahmen als oberstes Ziel einer langfristigen Wirtschaftspolitik propagiert.

21.4.1954

Die Sowjetunion tritt der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen (UNESCO) bei.

21.4.1954

Die französische Regierung hebt den Visumzwang für bundesdeutsche Frankreichreisende auf.

21.4.1954

In Siegen protestieren rund 1500 Bergarbeiter gegen die geplante Schließung der unrentablen Zeche "Eisenzecherzug" bei Eiserfeld.

22.4.1954

In Frankfurt am Main stellen sich drei Mitglieder des sowjetischen Geheimdienstes (MWD) den US-amerikanischen Behörden und enthüllen den Mordplan an einem führenden Mitglied einer sowjetischen Widerstandsgruppe.

22.4.1954

Der indische Ministerpräsident Jawaharlal Nehru erklärt in Neu-Delhi die Sperrung des indischen Luftraums für US-amerikanische Nachschubflüge nach Indochina.

22.4.1954

Die britische Regierung schlägt zur Beilegung des Indochina-Kriegs die Teilung Vietnams in ein kommunistisches und ein französisches Gebiet vor.

23.4.1954

Bei den Kämpfen um die Festung Dien Bien Phu in Vietnam rücken die Vietminh-Soldaten bis auf 600 m an das französische Hauptquartier vor.

23.4.1954

Die drei Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich verweigern der Volksrepublik China für die bevorstehende Genfer Indochina-Konferenz den Status einer Großmacht.

23.4.1954

Der Rat des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO) lehnt die Anerkennung der DDR als souveränen Staat ab.

23.4.1954

Papst Pius XII. ermahnt die bundesdeutschen Bischöfe, die katholische Lehrerbildung "wirksam zu verteidigen und an keiner Stelle den Einbruch in sie gutwillig hinzunehmen".

23.4.1954

Die Stadt Mannheim verleiht der deutschen Tänzerin Mary Wigman den mit 10 000 DM dotierten "Schiller"-Preis. Mary Wigman hatte in den 20er Jahren den Ausdruckstanz maßgeblich beeinflußt.

24.4.1954

Das japanische Parlament in Tokio lehnt einen Mißtrauensantrag der beiden sozialistischen Parteien gegen den liberalen Ministerpräsidenten Shigeru Yoshida ab. Yoshida wird die Verwicklung in einen Bestechungsskandal vorgeworfen.

24.4.1954

Der General der 8. US-amerikanischen Armee in Korea, Maxwell Taylor, schließt bei einem erneuten Konflikt in Korea den Einsatz der Atombombe nicht aus. Seit Ende des Koreakrieges 1953 kommt es an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea immer wieder zu Gefechten.

24.4.1954

US-Vizepräsident Richard Nixon erklärt in Tucson (Arizona), ein Sieg des kommunistischen Vietminh im Indochina-Krieg würde einen Dritten Weltkrieg auslösen.

24.4.1954

In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires kommt es während einer Wahlkundgebung zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen; ein Mensch wird getötet.

24.4.1954

Rettungsmannschaften bergen im österreichischen Dachstein-Gebirge die Leichen von drei Lehrern und zehn Schülern aus Heilbronn, die dort seit dem 15. April verschollen sind.

25.4.1954

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard eröffnet in Hannover die Deutsche Industriemesse, die bis zum 4. Mai dauert.

25.4.1954

In Argentinien wird Juan Perón bei den Wahlen als Staatspräsident bestätigt.

25.4.1954

In Basel (Schweiz) gewinnt die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen die Schweiz 5:3.

26.4.1954

In Genf beginnt eine Konferenz zwischen Frankreich, Großbritannien, den USA, der Sowjetunion, der Volksrepublik China und den beiden koreanischen Staaten über die Korea-Frage und die Beendigung des Indochina-Krieges.

26.4.1954

Die britische Kolonialregierung in Kenia gibt umfangreiche Verhaftungen von Anhängern der Unabhängigkeitsbewegung Mau-Mau bekannt.

26.4.1954

In London beginnen Beratungen von Experten aus 42 Staaten der Welt über die Ölverschmutzung der Meere.

26.4.1954

Die Sowjetunion stimmt überraschend einem Vorschlag der drei Westmächte zu, den in Spandau (Berlin-West) einsitzenden deutschen Kriegsverbrechern Hafterleichterungen zu gewähren.

26.4.1954

König Frederik und Königin Ingrid von Dänemark treffen zu einem Staatsbesuch in den Niederlanden ein.

26.4.1954

Dem bundesdeutschen Schlagerkomponisten und Musikverleger Ralph Maria Siegel wird die Einreise in die USA verweigert. Siegels Name stand auf einer drei Jahre alten Liste, die bei einem angeblich kommunistischen Friedenskomitee sichergestellt wurde.

26.4.1954

Der Verband der Kriegsgeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VdK) fordert den Rücktritt von Bundesarbeitsminister Anton Storch. Storch hatte die Streichung der Grundrenten der Kriegsopfer zugunsten anderer Bedürftiger angeregt.

26.4.1954

In Argentinien lässt Staatspräsident Juan Domingo Perón zahlreiche Mitglieder der oppositionellen Radikalen Partei verhaften. Perón ist durch die Wahlen vom Vortag in seinem Amt bestätigt worden.

26.4.1954

Der französische Außenminister Georges Bidault fordert in Genf eine Kampfpause in Indochina, um den Abtransport der über 1000 Verwundeten aus der französischen Dschungelfestung Dien Bien Phu zu ermöglichen.

27.4.1954

Großbritanniens Premierminister Winston Churchill erklärt in London, dass sein Land für die Dauer der Genfer Konferenz nicht in den Indochina-Krieg eingreifen werde.

27.4.1954

Im schleswig-holsteinischen Landtag wird der Antrag des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), die Fünf-Prozent-Klausel bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein aufzuheben, mit den Stimmen von CDU, FDP und BHE abgelehnt.

27.4.1954

In Washington stellen US-amerikanische Wissenschaftler einen Generator vor, der Sonnenstrahlen in elektrischen Strom umwandelt.

27.4.1954

Österreichische Studenten verhindern in Wien die Antrittsvorlesung des neuernannten Professors für Theaterwissenschaft, Heinz Kindermann, der in der Zeit des Nationalsozialismus Artikel im Sinne der NS-Ideologie veröffentlicht hatte.

27.4.1954

Der Motorrad-Rennfahrer Gustav Adolf Baum fährt in München sieben Geschwindigkeits-Weltrekorde auf NSU-Maschinen.

27.4.1954

In den USA beginnt die bisher größte Schutzimpfung gegen Kinderlähmung mit einem von dem US-Amerikaner Jonas Edward Salk entwickelten Serum.

28.4.1954

Die FDP schlägt in Bonn vor, die nächste Wahl des Bundespräsidenten in Berlin abzuhalten, um damit zu dokumentieren, dass der Bundespräsident das "rechtmäßige Staatsoberhaupt für ganz Deutschland" sei.

28.4.1954

In Colombo (Sri Lanka) treffen die Ministerpräsidenten von Indien, Pakistan, Birma, Ceylon und Indonesien zu einer Asienkonferenz zusammen, auf der u.a. die aktuelle Situation in Indochina beraten wird. Die Gespräche enden am 2. Mai.

28.4.1954

Die für den Aufbau der Bundeswehr zuständige Dienststelle Blank in Bonn verschickt Bewerbungsbögen an 140 000 Freiwillige.

28.4.1954

Auf der nordholländischen Insel Vlieland verbieten die Behörden aus Gründen der Schicklichkeit das Tanzen mit kurzen Hosen bei Strandfesten.

29.4.1954

In Peking schließen Indien und die Volksrepublik China ein Abkommen über Handel und Verkehr zwischen den tibetischen Gebieten beider Länder.

29.4.1954

Der Niederländer Adriaan Morrien erhält den Preis der Schriftstellervereinigung Gruppe 47.

30.4.1954

Bei einem Erdbeben in der griechischen Provinz Thessalien kommen 24 Menschen ums Leben.

30.4.1954

West Bromwich Albion schlägt im Endspiel um den englischen Fußballpokal Preston North End 3:2.

1.5.1954

Bei den Maifeiern in der Bundesrepublik fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Einführung der Fünf-Tage-Woche und eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden.

1.5.1954

In Brunsbüttelkoog verhindert die Besatzung einer bundesdeutschen Hafenbarkasse die Flucht eines polnischen Matrosen in die Bundesrepublik.

2.5.1954

Bei den türkischen Parlamentswahlen erringt die Demokratische Partei, die seit Mai 1950 das Land regiert, 504 von 541 Parlamentssitzen.

2.5.1954

Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet in München den Deutschen Studententag, an dem etwa 4000 Studenten aus 16 Ländern teilnehmen.

2.5.1954

Beim Internationalen Tennisturnier in Wiesbaden gewinnen der Schwede Lenard Bergelin und die US-Amerikanerin Maureen Conolly die Einzelwettbewerbe.

3.5.1954

Die Demokratische Republik Vietnam wird nachträglich von der Sowjetunion und der Volksrepublik China zur Genfer Konferenz eingeladen.

3.5.1954

Der US-Amerikaner Charles Lindbergh erhält für sein autobiographisches Buch "The Spirit of St. Louis" (deutsch: Mein Flug über den Ozean) den Pulitzer-Preis.

3.5.1954

Die Gesellschaft britischer Briefmarkensammler zahlt dem französischen Briefmarkenfälscher Jean de Sperati umgerechnet 100 000 DM. Im Gegenzug erklärt sich Sperati bereit, in Zukunft keine Marken mehr zu imitieren.

3.5.1954

Der italienische Tennisverband sperrt die beiden Tennisspieler Fausto Gardini und Giuseppe Merlo für die bevorstehende Daviscup-Begegnung mit Spanien. Die Spieler hatten für ihren Einsatz überhöhte Geldforderungen gestellt.

3.5.1954

Der Exekutivausschuß des Internationalen Olympischen Komitees vergibt die Olympischen Sommerspiele 1956 an Melbourne (Australien).

4.5.1954

Die Regierungen von Dänemark, Schweden, Norwegen und Island verweigern in einer gemeinsamen Erklärung in Kopenhagen der DDR die Anerkennung als souveräner Staat.

4.5.1954

Im iranischen Parlament in Teheran kommt es während einer Sitzung zu Sympathiekundgebungen für den 1953 abgesetzten ehemaligen Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh, an der sich drei Viertel der Abgeordneten beteiligen.

5.5.1954

Bei einem Bergwerksunglück im italienischen Grosseto kommen 43 Bergleute ums Leben.

6.5.1954

Die SED erklärt in Berlin (West) ihre Absicht, sich an den Wahlen zum Westberliner Abgeordnetenhaus im Dezember zu beteiligen.

6.5.1954

Bei der Abstimmung über den Etat von Familienminister Franz Josef-Wuermeling (CDU) im Bundestag stimmen mehrere Abgeordnete der FDP überraschend gegen den Etatentwurf der Regierungskoalition aus CDU, FDP und dem Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE).

6.5.1954

Vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe werden die KPD-Funktionäre Horst Reichel und Herbert Beyer zu drei bzw. eineinhalb Jahren Gefängnis wegen Hochverrats verurteilt.

6.5.1954

In Paris spricht die französische Nationalversammlung Ministerpräsident Joseph Laniel das Vertrauen aus. Das Parlament will Laniel damit die Möglichkeit geben, den Indochina-Krieg zu beenden.

6.5.1954

In Oxford läuft der Brite Roger Bannister in 3:59,4 Minuten als erster die Meile (1609,35 m) unter 4 Minuten.

7.5.1954

Französische Truppenverbände verlieren die entscheidende Schlacht um die Festung Dien Bien Phu in Nordvietnam gegen die Vietminh.

7.5.1954

Die USA, Großbritannien und Frankreich lehnen den von der UdSSR vorgeschlagenen Beitritt der Sowjetunion zum Nordatlantischen Verteidigungsbündnis (NATO) ab.

7.5.1954

Der Bundesrat verabschiedet zwei Gesetze zur Neuordnung des Verkehrs, die u.a. die Senkung der Kraftfahrzeug-Steuer um 10% vorsehen.

7.5.1954

Beim Internationalen Reitturnier von Rom gewinnt Spanien den "Preis der Nationen" knapp vor der bundesdeutschen Mannschaft.

8.5.1954

Nach der Niederlage der französischen Truppen in Dien Bien Phu (Vietnam) kommt es in Frankreich zu antikommunistischen Demonstrationen.

8.5.1954

Nach einem Militärputsch übernimmt in Paraguay General Alfredo Stroessner die Macht.

8.5.1954

Auf dem Parteitag des Gesamtdeutschen Blocks/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) in Bielefeld wird Theodor Oberländer als Nachfolger von Waldemar Kraft zum Parteivorsitzenden gewählt.

8.5.1954

Zwei ehemalige Soldaten der Deutschen Wehrmacht werden in Darmstadt zu drei bzw. vier Jahren Haft verurteilt. Ihnen war die Tötung von mindestens 60 Juden in der sowjetischen Stadt Smolensk während des Zweiten Weltkriegs vorgeworfen worden.

8.5.1954

In Los Angeles verbessert der US-Amerikaner Parry O'Brien seinen eigenen Weltrekord im Kugelstoßen auf 18,42 m.

9.5.1954

In Paris kommt es anlässlich einer Kranzniederlegung von Charles de Gaulle am Grab des unbekannten Soldaten zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und erregten de Gaulle-Anhängern.

9.5.1954

In Großbritannien wird die während des Zweiten Weltkriegs vorgenommene Fettrationierung aufgehoben.

9.5.1954

Durch einen knappen 14:13-Sieg über den TuS Rheinhausen wird der TuS Lintfort in Duisburg Westdeutscher Feldhandball-Meister.

10.5.1954

Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag klagt Italien gegen die drei Westmächte, um die Herausgabe von Münzgold im Wert von umgerechnet 11,76 Millionen DM zu erreichen. Das Gold war nach der deutschen Besetzung Italiens 1943 in Rom von deutschen Truppen beschlagnahmt worden.

10.5.1954

In Frankreich wird die zweite Volkszählung nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt. Gegenüber 1946 ist die Bevölkerung um 2,2 Millionen Einwohner auf 42,7 Millionen gewachsen.

10.5.1954

Das Moskauer Bolschoi-Ballett erhält überraschend in Paris Auftrittsverbot. Die französische Regierung begründet ihre Maßnahme mit der Angst vor antikommunistischen Demonstrationen nach der französischen Niederlage in Dien Bien Phu.

10.5.1954

In Hausen im Wiesental erhält der Schriftsteller Otto Flake, der u.a. den Roman "Ein Mann von Welt" (1947) schrieb, den Hebelpreis 1954.

11.5.1954

Das DDR-Außenministerium dementiert in Berlin (Ost) Gerüchte, nach denen zwischen der Sowjetunion und der DDR Verhandlungen über einen separaten Friedensvertrag geführt werden.

11.5.1954

Der ehemalige italienische Ministerpräsident Alcide De Gasperi wird in Straßburg per Akklamation zum Präsidenten der Montanunion gewählt.

12.5.1954

In Düsseldorf verabschiedet der nordrhein-westfälische Landtag ein Gesetz zur Schaffung eines eigenständigen Rundfunksenders für Westdeutschland.

12.5.1954

Die griechische Halbinsel Peloponnes wird von schweren Erdbeben heimgesucht. Besonders betroffen sind davon die Städte Patras, Pirgos und Tripolis.

13.5.1954

US-Präsident Dwight D. Eisenhower unterzeichnet ein Abkommen mit Kanada über den Bau eines Kanals, der die Großen Seen über den St. Lorenz-Strom mit dem Atlantik verbinden soll.

13.5.1954

In London beginnt die Fünf-Mächte-Abrüstungskonferenz, auf der Vertreter Kanadas, Großbritanniens, Frankreichs, der USA und der Sowjetunion über eine internationale Kontrolle der Verbreitung von Atomwaffen verhandeln. Die Gespräche enden am 22. Juni ergebnislos.

13.5.1954

In Moskau verteidigt der sowjetische Schachspieler Michail M. Botwinnik seinen Titel als Schachweltmeister.

14.5.1954

In einer Presseverlautbarung lehnt die Bundesregierung in Bonn die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion ab. Die Regierung sei hingegen "fest entschlossen" die bestehende Zusammenarbeit zu Ländern des "freien Westens" weiter auszubauen.

14.5.1954

Die SPD fordert in Bonn die Schließung des Rekrutierungsbüros der Fremdenlegion und ein Werbungsverbot für "diese verdammte Legion".

14.5.1954

Im Revisionsverfahren der Ärzte Otto Bickenbach und Eugen Haagen, denen vorgeworfen wird, während des Zweiten Weltkriegs medizinische Experimente an Häftlingen im KZ Struthof durchgeführt zu haben, verurteilt ein Militärgericht in Lyon (Frankreich) die Angeklagten zu 20 Jahren Haft.

14.5.1954

Die belgische Regierung beschließt die Herabsetzung der Militärdienstzeit von 21 auf 18 Monate. Sie erfüllt damit ein Wahlversprechen.

14.5.1954

In Düsseldorf eröffnet Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) die "Internationale Messe für Druck und Papier" (DRUPA). Die Messe geht am 30. Mai zu Ende.

14.5.1954

Zur Förderung des Touristenverkehrs senkt die belgische Regierung die Benzinpreise für Ausländer, die sich länger als drei Tage in Belgien aufhalten.

14.5.1954

Bernhard Grzimek bringt für den von ihm geleiteten Frankfurter Zoo ein Okapi von einer Afrika-Expedition mit; das giraffenähnliche Tier gilt als zoologische Rarität.

15.5.1954

An der Kölner Universität wird die Pflichtsemesterzahl für Studenten der Studiengänge Volkswirtschaft, Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer von sechs auf acht Semester heraufgesetzt, um eine bessere Ausbildung der Akademiker zu gewährleisten.

15.5.1954

Königin Elisabeth II. von Großbritannien kehrt nach einer fast sechsmonatigen Weltreise nach Großbritannien zurück.

16.5.1954

Vor der Küste der chinesischen Provinz Zhe Kiang kommt es zu einem kleineren Seegefecht zwischen nationalchinesischen und rotchinesischen Kriegsschiffen.

17.5.1954

Der FDP-Bundesvorstand stimmt dem Vorschlag von Karl Georg Pfleiderer zu, eine Delegation von Bundestagsabgeordneten in die Sowjetunion zu entsenden, um erste Gespräche über zwischenstaatliche Kontakte beider Länder miteinander zu führen.

17.5.1954

In Washington erklärt der Oberste Gerichtshof der USA die Rassentrennung in öffentlichen Schulen für verfassungswidrig.

17.5.1954

In Japan registrieren Wissenschaftler der Universitäten Osaka und Niigaka starke radioaktive Verseuchung des Regenwassers. Grund dafür sind die zahlreichen H-Bombenversuche der USA im Südpazifik.

18.5.1954

Das Bundesverkehrsministerium kündigt in Bonn den Ausbau bundesdeutscher Autobahnen im Frühjahr 1955 an.

18.5.1954

In Schweden werden riesige Uranvorkommen gefunden, die nach amtlichen Angaben die Energieversorgung des skandinavischen Landes für "mehrere Jahrtausende" decken können.

18.5.1954

In Rom trifft ein Protestmarsch von 600 Blinden ein, die am 8. Mai in Florenz aufgebrochen waren. Mit dem "Marsch des Elends" demonstrieren sie für eine Erhöhung ihrer Renten.

18.5.1954

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften wird in Bonn eingerichtet.

18.5.1954

Bei einer Versteigerung in Stuttgart kauft die Stadt Frankfurt am Main das Originalmanuskript von Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter" für 41 000 DM.

19.5.1954

In der pakistanischen Hauptstadt Karatschi unterzeichnen Vertreter Pakistans und der USA ein gegenseitiges Militärhilfe-Abkommen.

19.5.1954

Die bayerische Landesregierung beschließt, bei Staatsfeierlichkeiten neben der bayerischen Nationalflagge künftig auch die schwarz-rot-goldene Bundesflagge zu hissen.

20.5.1954

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und der stellvertretende französische Ministerpräsident Pierre-Henri Teitgen erzielen in Straßburg Einigung über die Saarfrage. Danach soll das Saargebiet einen europäischen Status erhalten, über den die saarländische Bevölkerung abstimmen soll.

20.5.1954

Nicaragua bricht die diplomatischen Beziehungen zu Guatemala ab. Die Beziehungen beider Länder sind bereits seit Anfang des Jahres gespannt: Die guatemaltekische Regierung beschuldigt Nicaragua, den Sturz der Regierung unter Präsident Jacobo Arbenz Guzmán planmäßig vorzubereiten.

20.5.1954

Bei den Parlamentswahlen in Irland verliert die Regierungspartei Fianna Fáil von Ministerpräsident Eamon de Valera ihre Mehrheit.

20.5.1954

Das Internationale Olympische Komitee beschließt, bei künftigen Olympischen Schwimmwettbewerben den Schmetterlingsstil zuzulassen.

21.5.1954

Bei den Parlamentswahlen in Korea gewinnt die Liberale Partei von Ministerpräsident Syngman Rhee die absolute Mehrheit.

21.5.1954

Die Bundesbahn beschließt die Vereinheitlichung der Zuschlagstarife für Schnellzüge. Für alle Klassen und Entfernungen wird in Zukunft ein Aufschlag von 2 DM erhoben.

22.5.1954

Regierungsvertreter aus Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland unterzeichnen in Kopenhagen ein Abkommen zur Bildung eines gemeinsamen Arbeitsmarktes.

22.5.1954

Papst Pius XII. ernennt Kardinal Celso Constantini zum "Großkanzler der heiligen römischen Kirche". Das Amt war seit 1942 unbesetzt. Der Großkanzler fertigt Erlasse und Bullen des Papstes an.

22.5.1954

In London besuchen 120 000 Menschen die Kundgebung des US-amerikanischen Evangelisten und Predigers Billy Graham im Wembley-Stadion.

22.5.1954

Beim internationalen Reitturnier im schweizerischen Luzern gewinnt die bundesdeutsche Springreiter-Mannschaft den "Preis der Nationen".

22.5.1954

In Kiew (Sowjetunion) erzielt die sowjetische Speerwerferin Nadjeschda Konjajewa mit 55,11 m Weltrekord.

23.5.1954

In London kündigt der britische Premierminister Winston Churchill die Abreise der britischen Delegation bei der Genfer Konferenz für den Fall an, dass in zehn Tagen keine Einigung über die Indochina-Frage erreicht wird.

23.5.1954

Mit einem 5:1-Sieg (1:1) über den 1. FC Kaiserslautern wird Hannover 96 in Hamburg überraschend Deutscher Fußballmeister.

24.5.1954

Das US-amerikanische Außenministerium beschließt, Ländern, die für Verzögerungen bei der Bildung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) verantwortlich sind, keine Finanzhilfe mehr zu gewähren.

24.5.1954

In der Bundesrepublik werden eine Reihe von kommunistischen Politikern verhaftet, darunter die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Walter Fisch und Friedrich Rische.

24.5.1954

In London wird der US-amerikanische Komponist und Dirigent Igor Skawinski von den Einwanderungsbehörden an der Einreise nach Großbritannien gehindert, weil er keine Arbeitsgenehmigung vorweisen kann.

25.5.1954

Der Aufsichtsrat der "Luftverkehrsbedarfs AG/Luftag" beschließt die Umbenennung des Unternehmens in "Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft."

25.5.1954

In Marokko werden während des Abschiedsbesuchs des abberufenen französischen Generalresidenten General Augustin Guillaume 36 Menschen durch ein Bombenattentat verletzt. Der Anschlag wird marokkanischen Nationalisten zugeschrieben, die mit Terroraktionen den Abzug der französischen Kolonialtruppen herbeiführen wollen.

25.5.1954

Die US-amerikanische Regierung liefert Honduras und Nicaragua Waffenmaterial, um die beiden Staaten für eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung mit Guatemala zu stärken.

25.5.1954

Äthiopiens Kaiser Haile Selassie I. trifft zu einem siebenwöchigen Staatsbesuch in den USA ein.

25.5.1954

Das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" meldet eine schlechte Versorgungslage für Gebrauchsgüter in der DDR. So fehle es in vielen Städten in den staatseigenen Läden an Haushaltsartikeln wie Kannen, Bestecken und Sieben.

25.5.1954

Die US-amerikanische Einstufen-Rakete "Wiking" erreicht auf dem Versuchsgelände von White Sands (Neu Mexiko) mit einer Höhe von 254 km einen neuen Rekord. Der alte Rekord lag bei 218 km.

25.5.1954

In einer weltweiten Aktion gegen Geldfälscher erklärt das US-amerikanische Verteidigungsministerium den sog. Militärdollar für alle Militärstützpunkte außerhalb der USA für ungültig. Die Militärdollars wurden bislang in den außerhalb der USA gelegenen Stützpunkten der US-Streitkräfte anstatt regulärer Zahlungsmittel ausgegeben.

25.5.1954

In Vietnam wird der US-amerikanische Fotoreporter Robert Capa durch eine Mine getötet.

26.5.1954

Bei einem Großbrand auf dem US-amerikanischen Flugzeugträger "Bennington" vor der Küste von Rhode Island (USA) kommen über 100 Besatzungsmitglieder ums Leben, 200 werden verletzt.

26.5.1954

In Kiel konstituiert sich mit dem "Schleswig-Holstein Block" eine neue Landespartei. Die Partei will alle "rechtsstehenden" politischen Kräfte sammeln, die mit der Politik der CDU in Schleswig-Holstein unzufrieden sind.

26.5.1954

In Bonn und München wird der Verkauf der "Münchener Illustrierten" von den zuständigen Amtsgerichten untersagt, weil auf dem Titelbild die US-amerikanische Schauspielerin Jane Russell in "einem die Jugend gefährdenden Aufzug" abgebildet ist.

27.5.1954

In München verurteilt ein US-amerikanisches Distriktgericht den ehemaligen stellvertretenden Lagerkommandanten des Internierungslagers Budweis, Wenzel Hrnecek, wegen Mißhandlung von Sudetendeutschen zu acht Jahren Gefängnis.

28.5.1954

Der Bundestag verabschiedet ein neues Diätengesetz. Danach erhalten Abgeordnete eine Aufwandsentschädigung von 750 DM und eine Unkostenpauschale von 700 DM monatlich.

28.5.1954

In der Nähe der Cheopspyramide bei Gise (Ägypten) wird ein über 4000 Jahre altes "Sonnenboot" von König Cheops gefunden, der um 2530 v. Chr. lebte.

29.5.1954

Der ehemalige Papst Pius X. (Amtszeit von 1903 bis 1914) wird in Rom heiliggesprochen.

29.5.1954

In Tunis wird auf den tunesischen Ministerpräsidenten Salah M'Zali von Unbekannten ein Mordanschlag verübt.

29.5.1954

In Ägypten löst Gamal Abd an Nasser den bisherigen Parteivorsitzenden Ali Muhammad Nagib auch als Parteivorsitzenden der Nationalen Befreiungsbewegung ab.

30.5.1954

Bulgarien und Griechenland nehmen die seit 1941 unterbrochenen diplomatischen Beziehungen wieder auf.

30.5.1954

Bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Frankreich gewinnen die US-Amerikaner Tony Trabert bei den Herren und Maureen Conolly bei den Damen die Einzelwettbewerbe.

30.5.1954

Emil Zatopek ( Ç SR) Läuft in Paris mit 13:57,2 min einen Weltrekord über 5000 m.

31.5.1954

In Rom warnt Papst Pius XII. 39 Kardinäle und 350 Erzbischöfe, die anlässlich der Heiligsprechung von Papst Pius X. nach Rom gekommen sind, die Bewegung der sog. Laientheologie zu tolerieren. Die rechtmäßigen Nachfolger der heiligen Apostel seien der Papst und die Bischöfe. Andere - "weltliche" - Christen hätten nach göttlichem Recht keine Befugnis als Kirchenlehrer.

1.6.1954

Die Bundesregierung spricht sich gegen Berlin (West) als Ort für die Wahl des zweiten Bundespräsidenten am 16. Juli aus. Das Kabinett macht u.a. rechtliche und politische Bedenken geltend.

1.6.1954

Der Sender Freies Berlin (SFB) nimmt seinen Betrieb auf; die neue Rundfunkanstalt war am 5. November 1953 vom Berliner Abgeordnetenhaus per Gesetz gegründet worden.

1.6.1954

Nach Angaben des Polizeipräsidiums von Berlin (West) haben im Mai 258 DDR-Volkspolizisten im Westsektor der Stadt um politisches Asyl nachgesucht.

1.6.1954

Großbritannien verhängt den Ausnahmezustand über die Provinz Buganda im britischen Protektorat Uganda (Ostafrika), nachdem der Uganda National Congress zum Boykott britischer Waren aufgerufen hatte.

1.6.1954

Der Tscheche Emil Zatopek bleibt in Brüssel als erster Läufer über 10 000 m unter 29 Minuten.

2.6.1954

Heinrich Brüning, deutscher Reichskanzler von 1930- 32, wendet sich in Düsseldorf gegen eine "dogmatische" Westbindung der bundesdeutschen Außenpolitik. In Anlehnung an die Außenpolitik des Deutschen Reichs Mitte der 20er Jahre müsse die Bundesrepublik versuchen, eine "souveräne" Position zwischen Ost und West einzunehmen.

3.6.1954

Der bundesdeutsche Verband der Automobilindustrie kritisiert das vom Bundeskabinett verabschiedete Straßenentlastungs- und Verkehrsfinanzierungsgesetz, das u.a. eine Einschränkung des LKW-Verkehrs zugunsten des Gütertransports durch die Deutsche Bundesbahn vorsieht.

3.6.1954

Eine Frachtmaschine der belgischen Fluggesellschaft Sabena wird über Jugoslawien von MIG-Düsenjägern unbekannter Nationalität beschossen. Ein Besatzungsmitglied kommt ums Leben.

4.6.1954

Die USA sichern Frankreich die sofortige Entsendung von Kriegsschiffen und Flugzeugen zu, sollten sowjetische oder chinesische Streitkräfte im Indochina-Konflikt gegen Frankreich eingreifen.

4.6.1954

Im japanischen Parlament in Tokio kommt es wegen einer Tagesordnungsfrage zu einer Schlägerei zwischen Vertretern von Opposition und Regierungsfraktion. 34 Abgeordnete werden bei dem Tumult verletzt.

4.6.1954

Im Haus der Kunst in München wird die Große Kunstausstellung 1954 eröffnet. Bis zum 3. Oktober werden fast 1000 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Plastik und Grafik gezeigt.

4.6.1954

Der ägyptische Archäologe Zakaria Goneim entdeckt südlich von Kairo die unberührte Grabkammer eines Pharaonen. Ihr Alter wird auf 4700 Jahre geschätzt.

5.6.1954

In Washington verspricht US-Präsident Dwight D. Eisenhower dem türkischen Ministerpräsidenten Adnan Menderes verstärkte Militärhilfe für die Mitgliedstaaten des Balkan-Freundschaftsvertrages, dem die Türkei, Griechenland und Jugoslawien angehören.

5.6.1954

Die Regierung von Pakistan lässt in der Provinz Ost-Pakistan (Ost-Bengalen) 564 Menschen verhaften. Diese Maßnahme richtet sich gegen Anhänger der Ende Mai abgesetzten Provinzregierung die in Opposition zur Zentralregierung stand.

5.6.1954

Bei der Hamburger Howaldts-Werft läuft der größte Tanker der Welt, die "König Saud I.", vom Stapel.

5.6.1954

Im Deutschen Theater in Göttingen wird Erna Weissenborns "Nummer 228 wird aufgerufen" uraufgeführt. Das Stück behandelt das Schicksal deutscher Kriegsgefangener in der Sowjetunion.

6.6.1954

In Berlin (Ost) findet das zweite sog. Deutschlandtreffen der DDR-Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) statt (bis 7.6.). Rund 500 000 Jugendliche aus der DDR und einige Tausend aus der Bundesrepublik nehmen an den Demonstrationen für Frieden und die Einheit Deutschlands teil.

6.6.1954

In mehreren Städten der Bundesrepublik treffen sich die Landsmannschaften der aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Vertriebenen. In München betont ein Vertreter der Sudetendeutschen die Notwendigkeit der Wiedervereinigung Deutschlands.

6.6.1954

Mit der Ausstrahlung des Narzissenfestes aus Montreux (Schweiz) startet die Eurovision ihre erste gesamteuropäische Fernsehübertragung, an der die Bundesrepublik, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark, Belgien und die Schweiz beteiligt sind.

7.6.1954

Frankreich gibt bekannt, dass die kommunistischen Vietminh ihren Truppenaufmarsch gegen das Delta des Roten Flusses (Nord-Vietnam) beendet haben. Für die Verteidigung gegen die erwartete kommunistische Offensive hat auf französischer Seite General Paul Ely, der neuernannte Hohe Kommissar für Indochina, den Oberbefehl.

7.6.1954

In Südtunesien rücken französische Truppen gegen Verbände tunesischer Nationalisten vor, die in den vergangenen Wochen Terroranschläge auf französische Siedler verübt haben.

8.6.1954

Nach Angaben von Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer leben in der Bundesrepublik noch rund 350 000 Menschen in Auswanderer- und Durchgangslagern.

8.6.1954

Der ehemalige Außenminister der DDR, Georg Dertinger, wird in Berlin (Ost) wegen "Verschwörung zum Sturz der DDR" zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

8.6.1954

Die US-amerikanische Botschaft in Moskau erteilt erstmals Visa für die Einreise in die USA an sowjetische Bürger. Vierzehn Schachspieler aus der UdSSR dürfen die Vereinigten Staaten besuchen.

9.6.1954

Der außenpolitische Ausschuß der französischen Nationalversammlung spricht sich gegen den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) aus und fordert die Nationalversammlung auf, das Vertragswerk nicht zu ratifizieren.

10.6.1954

In Simbach am Inn wird ein neues Wasserkraftwerk eingeweiht. Die als Gemeinschaftsprojekt von Österreich und Bayern gebaute Staustufe hat 120 Millionen DM gekostet und wird jährlich eine halbe Milliarde Kilowattstunden Strom liefern.

10.6.1954

Die Sterblichkeit bei Lungenentzündung ist in Deutschland seit 1934 um fast 25% gesunken. Dies belegen Statistiken, die auf dem dritten Kongress für ärztliche Fortbildung in Berlin (West) vorgelegt werden.

10.6.1954

Über die mexikanische Provinz Sonora wird der Ausnahmezustand verhängt. Anlaß ist der Versuch von etwa 2000 Demonstranten, acht Untersuchungshäftlinge aus dem Gefängnis von Cananea zu befreien. Die inhaftierten landlosen Bauern hatten das Gelände einer US-amerikanischen Firma besetzt.

11.6.1954

Parteiausschuß und Parteivorstand der SPD geben den Verzicht auf einen eigenen Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten am 16. Juli bekannt. Den sozialdemokratischen Vertretern in der Bundesversammlung wird empfohlen, für Theodor Heuss (FDP) zu stimmen.

11.6.1954

Vertreter der bundesrepublikanischen Lebensmittelbranche kritisieren die vom Bundesministerium des Inneren geplante Hygieneverordnung. Danach sollen in allen Betrieben, die Lebensmittel herstellen oder verkaufen, u.a. Textilhandtücher durch Papierhandtücher oder Heißlufttrockner ersetzt werden.

11.6.1954

Der im Kriegsverbrecher-Gefängnis in Spandau (West-Berlin) einsitzende frühere Reichswirtschaftsminister Walther Funk soll in einem britischen Militärgefängnis operiert werden. Es ist das erste Mal, dass sich die vier Besatzungsmächte darauf einigen, schwerkranke Kriegsverbrecher außerhalb des Gefängnisses behandeln zu lassen.

11.6.1954

Der bundesdeutsche Mittelgewichtsboxer Gustav "Bubi" Scholz besiegt in Berlin (West) den Belgier Emile Delmine durch K. o. in der vierten Runde.

12.6.1954

Die französische Nationalversammlung versagt der Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Joseph Laniel das Vertrauen in der Frage des Indochina-Konfliktes. Laniel reicht daraufhin den Rücktritt seiner Regierung ein.

13.6.1954

Die Ankündigung der Bundesregierung einen "Koordinierungsausschuß für Verlautbarungen der Bundesregierung" unter der Leitung des CDU-Bundestagsabgeordneten Otto Lenz einzurichten, wird allgemein heftig kritisiert.

13.6.1954

Vor 250 000 Zuschauern verkündet Papst Pius XII. in Rom fünf Heiligsprechungen. In der fast 2000jährigen Geschichte der Römisch-Katholischen Kirche ist dies das erste Mal, dass fünf Selige an einem Tag heiliggesprochen werden.

13.6.1954

Den Giro d'Italia 1954 gewinnt der Schweizer Carlo Clerici. Die schwierige Radrundfahrt endet nach 4322 km in Mailand.

13.6.1954

Sieger des diesjährigen 24-Stunden-Rennens von Le Mans (Frankreich) werden der Argentinier José Froilan Gonzales und der Franzose Maurice Trintignant auf Ferrari.

14.6.1954

In Bad Neuenahr wird das "Kuratorium Unteilbares Deutschland" gegründet. Namhafte Vertreter aller bundesdeutschen Parteien und zahlreicher anderer Institutionen wollen darin für die "Wiedervereinigung aller Deutschen" zusammenarbeiten.

14.6.1954

In Hamburg wird eine Ladung schweizerischer Flakmunition auf dem bundesdeutschen Hapag-Dampfer "Coburg" beschlagnahmt. Die für die Streitkräfte Guatemalas bestimmte Munition wird auf Antrag der US-amerikanischen Hochkommission in Deutschland von den bundesdeutschen Behörden eingezogen.

14.6.1954

In den USA wird die größte Luftschutzübung in Friedenszeiten durchgeführt. Bei einem fiktiven Angriff von 400 Bombern wird in 41 Großstädten Luftalarm ausgelöst und die Straßen von Passanten geräumt.

15.6.1954

Bundestagspräsident Hermann Ehlers (FDP) gibt bekannt, dass er die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten für den 17. Juli nach Berlin (West) einlädt. Damit setzt er sich über außenpolitische und rechtliche Bedenken der CDU gegen Berlin als Wahlort hinweg.

15.6.1954

Die britische Schauspielerin Simone Silva muss die USA innerhalb von 60 Tagen verlassen, weil sie sich bei den Filmfestspielen von Cannes mit nacktem Busen fotografieren ließ.

16.6.1954

Ngô Dinh Diêm wird zum neuen Ministerpräsidenten Vietnams berufen. Die von Frankreich unterstützte autonome Republik kontrolliert den Süden des Landes.

16.6.1954

In der nicaraguanischen Hauptstadt Managua wird der diktatorisch regierende Präsident, Anastasio Somoza Garcia, bei einem Attentat leicht verletzt.

17.6.1954

In der Bundesrepublik Deutschland wird der Tag der Deutschen Einheit im Gedenken an den Volksaufstand in der DDR 1953 erstmals als gesetzlicher Feiertag begangen.

17.6.1954

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein verbietet den für den 24. bis 26. Juni in Lübeck geplanten "Europäischen Kongress der nationalen Kräfte". Nach Ansicht der Regierung handelt es sich bei der Veranstalterorganisation der sog. Europäischen Verbindungssteile, um eine neofaschistische Gruppe, deren Tätigkeit gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik gerichtet sei.

17.6.1954

Israel und die Sowjetunion einigen sich darauf, ihre Gesandtschaften in Moskau und Tel Aviv zu Botschaften zu erheben.

17.6.1954

Im ersten Spiel der bundesdeutschen Nationalelf bei der Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz besiegt die deutsche Auswahl in Bern die Türkei 4:1.

17.6.1954

Der Österreicher Rupert Hollaus gewinnt bei der Tourist-Trophy auf der britischen Insel Isle of Man den Lauf der 125-ccm-Klasse auf NSU.

18.6.1954

Der radikalsozialistische Politiker Pierre Mendès-France wird neuer Ministerpräsident Frankreichs.

18.6.1954

Der Exilguatemalteke Oberst Carlos Castillo Armas dringt von Honduras aus mit 4000 Mann nach Guatemala ein, um die Regierung unter Präsident Jacobo Arbenz Guzmán zu stürzen.

18.6.1954

In Recklinghausen werden die 8. Ruhrfestspiele mit der Aufführung von Henrik Ibsens Drama "Peer Gynt" eröffnet.

18.6.1954

In New York verteidigt Rocky Marciano Weltmeister im Schwergewicht, erfolgreich seinen Titel. Vor 40 000 Zuschauern besiegt er seinen Herausforderer Ezzard Charles in fünfzehn Runden klar nach Punkten.

19.6.1954

Bei den Genfer Verhandlungen über Indochina kommt es zu einer ersten Annäherung der Verhandlungsteilnehmer: Die Westmächte sowie die Vertreter des Ostblocks und der betroffenen Staaten beschließen, dass die Verhandlungen über Laos und Kambodscha in Genf oder in Indochina von den Oberkommandos der Vietminh bzw. der französischen Truppen vor Ort fortgeführt werden sollen.

19.6.1954

In Berlin (West) werden das Auditorium Maximum und die Bibliothek der Freien Universität eingeweiht. Der neue Universitätstrakt im Villenvorort Dahlem wurde mit Spenden aus der US-amerikanischen Henry-Ford-Stiftung errichtet.

20.6.1954

In Düsseldorf fordert Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) die Wiederherstellung der bundesrepublikanischen Souveränität unabhängig davon, ob der Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ratifiziert werde oder nicht.

20.6.1954

In Baden-Baden wird die 19jährige Bremerin Regina Ernst zur Miß Germany 1954 gewählt.

20.6.1954

In Madrid gewinnt der Deutsche Hans Günter Winkler auf Halla die Weltmeisterschaft der Springreiter.

21.6.1954

Die USA warnen die Bundesrepublik vor einer Ostorientierung in der Außenpolitik. Die Regierung in Washington fürchtet, die Bundesrepublik wolle eine neutrale Position in Europa durch Annäherung an den Osten anstreben. Hintergrund der Warnung ist u.a. der Vorschlag des FDP-Politikers Karl Georg Pfleiderer, die Bundesrepublik solle diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion aufnehmen.

21.6.1954

In München treffen die Mitglieder des sog. Kersten-Ausschusses des US-amerikanischen Kongresses ein. Die sieben Abgeordneten sollen unter Führung des republikanischen Abgeordneten Charles J. Kersten das Vordringen der Sowjetunion in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen untersuchen.

21.6.1954

Kommunistische Streitkräfte des Vietminh stürmen ein französisches Kriegsgefangenenlager bei Saigon und befreien 500 Gefangene.

21.6.1954

Der Australier John Landy läuft in Turku (Finnland) Weltrekord über eine Meile. Mit 3:57,9 min unterbietet er den bisherigen Weltrekord des Briten Roger Bannister um 1,5 sec.

22.6.1954

Der Senat für Kriegsopferversorgung des Landessozialgerichts von Rheinland-Pfalz spricht in Mainz einer Kriegerwitwe die gesetzlich vorgeschriebene Hinterbliebenenrente zu. Der Ehemann der Klägerin war 1941 als Feldpostsachbearbeiter wegen Unterschlagung zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Nach Einschätzung des Gerichts war die Tat nicht so schwerwiegend, dass eine Aberkennung des Versorgungsanspruches zu rechtfertigen sei.

22.6.1954

Die argentinische Regierung beschließt, dass die Parlamentsabgeordneten an Sitzungstagen Gratismahlzeiten im Parlamentsrestaurant erhalten sollen. Zahlreichen Abgeordneten entstünden durch den Aufenthalt in der Landeshauptstadt Buenos Aires Ausgaben, die durch ihre Diäten nicht abgedeckt seien.

23.6.1954

In Luxemburg beraten die Außenminister der drei Beneluxstaaten Niederlande, Belgien und Luxemburg über eine mögliche Ersatzlösung, falls die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) scheitern sollte.

23.6.1954

Kwame Nkrumah, Führer der nationalistischen Convention People's Party (CPP), bildet in der britischen Kolonie Goldküste (Ghana) die erste schwarze Regierung.

24.6.1954

Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) verspricht vor dem Bundestag, für alle in der sog. Aktion Vulkan schuldlos Verhafteten nach Abschluß der Ermittlungen Ehrenerklärungen abzugeben. Im April 1953 waren 39 Personen unter dem Verdacht der Ostspionage festgenommen worden, der sich in fast allen Fällen als haltlos erwies.

24.6.1954

Im Düsseldorfer Rheinstadion beginnt der US-amerikanische Prediger Billy Graham seinen "Feldzug für die Erweckung zum Glauben" durch die Bundesrepublik.

25.6.1954

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Reinhold Maier (FDP) wirft Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) vor, die Entwicklung der Bundesrepublik von der Demokratie zur Herrschaft einiger weniger voranzutreiben.

25.6.1954

In Washington beginnen Beratungen zwischen Großbritannien und den USA über die voneinander abweichenden Sicherheitskonzeptionen beider Länder für den südostasiatischen Raum.

25.6.1954

Beim Ulster-Grand-Prix in Belfast (Nord-Irland) gibt es in der 250-ccm-Klasse einen dreifachen Sieg für NSU. Der zweifache Weltmeister Werner Haas gewinnt vor Alfred Baltisberger und Hermann Paul Müller.

26.6.1954

In 10 000 Wahllokalen beginnt in der DDR eine dreitägige Volksbefragung zum Thema "Friedensvertrag oder EVG?". Die zu erwartende Ablehnung der geplanten westlichen Verteidigungsgemeinschaft soll die offizielle politische Linie der DDR-Regierung in dieser Frage unterstützen. Nach dem am 28. Juni bekanntgegebenen Ergebnis sprechen sich 93% der rund 13 Millionen Stimmberechtigten gegen die EVG aus.

26.6.1954

Zehn amerikanische Länder, darunter die USA, fordern anlässlich der Invasion Guatemalas durch die sog. Befreiungsarmee unter Oberst Carlos Castillo Armas die Einberufung einer interamerikanischen Friedenskonferenz.

26.6.1954

Eine viermotorige britische Verkehrsmaschine vom Typ York stürzt im Luftkorridor zwischen Hamburg und Berlin bei Kyritz in der DDR ab und brennt völlig aus. Drei Besatzungsmitglieder kommen bei dem Unglück ums Leben.

27.6.1954

Der Oberbefehlshaber der in Europa stationierten US-Luftstreitkräfte, General John Tunner, ordnet an, dass alle Soldaten ab 1. Juli Unterricht in den Sprachen ihres Stationierungslandes erhalten, die rund 80 000 Angehörigen der US-Armee sollen so die Sprachbarrieren überwinden, die sie bisher von der einheimischen Bevölkerung trennen.

27.6.1954

Bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen verliert die bisherige Regierungskoalition unter Ministerpräsident Karl Arnold (CDU) ihre Mehrheit. CDU und Zentrum erhalten nur noch 99 von 200 Mandaten.

28.6.1954

Indiens Ministerpräsident Jawaharlal Nehru und der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai sprechen sich für eine politische Lösung in Indochina aus, durch die freie, demokratische und geeinte Staaten in der Region geschaffen werden.

28.6.1954

Nach Angaben der italienischen Botschaft in Neu-Delhi hat nur ein Mitglied der vierköpfigen italienischen Expedition, die den 7132 m hohen Himalaja-Berg Api besteigen wollte, überlebt. Die anderen drei Expeditionsteilnehmer erfroren bei dem Versuch, bis zum Berggipfel vorzudringen.

29.6.1954

Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Walter Hallstein äußert sich in Bonn zur Zahl der Deutschen in der französischen Fremdenlegion und zum Vorgehen der Regierung gegen Werber der Fremdenlegion in der Bundesrepublik.

29.6.1954

In Moskau wird ein sowjetisch-französisches Abkommen über die Errichtung einer regelmäßigen Flugverbindung zwischen Moskau und Paris unterzeichnet.

29.6.1954

In Den Haag beginnen Geheimverhandlungen zwischen der niederländischen und der indonesischen Regierung über die Auflösung der zwischen beiden Staaten bestehenden Union.

30.6.1954

In Bonn trifft der griechische Ministerpräsident Marschall Alexandros Papagos ein. Es ist der erste offizielle Staatsbesuch eines griechischen Regierungschefs in der Bundesrepublik.

30.6.1954

In West-Berlin gehen die Vierten Internationalen Filmfestspiele zu Ende.

30.6.1954

Über Nordamerika und Teilen Europas wird eine Sonnenfinsternis beobachtet.

1.7.1954

Durch den Übertritt des Zentrumspolitikers Josef Rösing zur CDU gewinnt die CDU im Bundestag die absolute Mehrheit zurück.

1.7.1954

Der US-amerikanische Botschafter in Frankreich, Douglas Dillon, stellt Frankreich vor die Alternative, entweder die Zustimmung zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) zu geben oder den Aufbau einer deutschen Nationalarmee zuzulassen.

1.7.1954

In Japan ersteht mit der Vereidigung der ersten Einheiten eine neue Armee. Damit vollendet der Inselstaat seine Bemühungen um die Wiedererlangung der staatlichen Souveränität.

1.7.1954

Die Deutsche Bundespost erhöht die Gebühren.

1.7.1954

In Düsseldorf findet der 3. Deutsche Brauertag der 2671 Bierbrauer in der Bundesrepublik statt.

1.7.1954

Das US-amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet am Mittellauf des Rio Grande wird von einer Überschwemmungskatastrophe heimgesucht. 55 Menschen kommen ums Leben, 15 000 werden obdachlos.

2.7.1954

In einem Rundfunkinterview fordert Bundeskanzler Konrad Adenauer Frankreich zur Ratifizierung des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in unveränderter Fassung auf. Damit wendet sich Adenauer gegen in Paris diskutierte Alternativ-Pläne für eine gemeinsame europäische Verteidigung.

2.7.1954

Auf einer Pressekonferenz in Berlin (Ost) äußert sich der ehemalige Generalfeldmarschall Friedrich Paulus erstmals seit seiner Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zu aktuellen politischen Fragen und zu seiner Rolle als "Verteidiger von Stalingrad".

2.7.1954

Die französischen Streitkräfte in Indochina beenden die Räumung des Deltas des Roten Flusses (Nordvietnam) und konzentrieren ihre Truppen um die Hauptstadt Hanoi sowie die Hafenstadt Haiphong. In Hanoi mußten bereits 50 000 Menschen aufgenommen werden, die vor den nachrückenden kommunistischen Vietminh-Truppen geflüchtet waren.

2.7.1954

Ein Militärgericht in Metz (Frankreich) fällt im Prozeß gegen ehemalige Mitglieder der Lagermannschaften des KZ Struthof im Elsaß sechs Todesurteile.

2.7.1954

In Wimbledon siegt im Herreneinzel Jaroslav Drobny (Ägypten), bei den Damen gewinnt zum dritten Mal Maureen Connolly (USA).

3.7.1954

Großbritannien schafft die seit 1940 währende Rationierung von Speck und Fleisch ab.

4.7.1954

Der frühere Generalinspekteur der deutschen Luftwaffe, Generalfeldmarschall Erhard Milch, wird wegen guter Führung aus der Haftanstalt Landsberg (Bayern) entlassen. Milch war 1947 im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozeß zu lebenslänglicher Haft verurteilt und 1951 zu 15 Jahren Strafe begnadigt worden.

4.7.1954

Mit einem 3:2-Sieg über Ungarn wird die Bundesrepublik in Bern (Schweiz) Fußball-Weltmeister.

4.7.1954

Beim Großen Preis von Reims (Frankreich) überzeugen die neuen Mercedes-Silberpfeile durch einen Doppelsieg der Fahrer Juan Manuel Fangio und Karl Kling. Es ist das erste Mal, dass Mercedes-Rennwagen nach dem Krieg an einem internationalen Rennen teilnehmen.

5.7.1954

In London beginnen britische und US-amerikanische Experten mit der Ausarbeitung eines Konzepts zur Herstellung der bundesdeutschen Souveränität.

5.7.1954

Der griechische Ministerpräsident Alexandros Papagos beendet seinen Staatsbesuch in der Bundesrepublik. Zwischen Bonn und Athen sollen künftig alle vier bis sechs Monate politische Beratungen abgehalten werden.

5.7.1954

Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Rupert Gießler, befürwortet in Freiburg im Breisgau die Bildung von Presseausschüssen, die innerhalb der bundesdeutschen Presse eine Art Selbstkontrolle ausüben sollen.

5.7.1954

Im Delta des Roten Flusses (Nordvietnam) kommt es zu schweren Kämpfen zwischen den zurückweichenden französischen Einheiten und den nachrückenden Verbänden des Vietminh. Die neuen französischen Verteidigungsstellungen befinden sich nun 35 km südlich von Hanoi.

5.7.1954

Der neue Bomber B 52A des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing macht seinen Jungfernflug.

6.7.1954

Die wachsende Zahl der Terroranschläge bewirkt in Tunesien die massenhafte Flucht französischer Siedler nach Frankreich. Die tunesischen Nationalisten verlagern das Aktionsfeld für ihre Anschläge mit Beginn der Traubenernte in die Weinberge der französischen Siedler.

6.7.1954

In Wien wird der ehemalige österreichische Minister für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung (1945-1949), Peter Krauland, von der Anklage des Mißbrauchs der Amtsgewalt freigesprochen. Die Veruntreuung beschlagnahmter deutscher Vermögen konnte Krauland vor Gericht nicht nachgewiesen werden.

6.7.1954

In Oak Ridge (Tennessee) und in Paducah (Kentucky) treten insgesamt 4000 Arbeiter der dortigen Atom-Fabriken in Streik. Damit ist die gesamte US-amerikanische Produktion von Atombomben vorerst lahmgelegt.

7.7.1954

In Leipzig findet der 6. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Rund 500 000 Protestanten aus der DDR treffen dort mit 100 000 Protestanten aus der Bundesrepublik zusammen.

7.7.1954

Mit großer Mehrheit aus allen Parteien verabschiedet der hessische Landtag das neue Landtags-Wahlgesetz, das u.a. die Erweiterung des hessischen Landtages von 80 auf 96 Abgeordnete vorsieht.

7.7.1954

Julius Nyerere und Oscar Kambona gründen die "Tanganyika African National Union" (TANU), die als Sammelbecken der politischen Kräfte in Ostafrika (Tansania) eine baldige Unabhängigkeit von Großbritannien anstrebt.

8.7.1954

In einer Bundestagsdebatte verteidigt Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) die Arbeitsweise des Verfassungsschutzes. Schröder reagiert damit auf Vorwürfe des FDP-Abgeordneten Reinhold Maier, der den Verfassungsschutz u.a. als neue "Gestapo" der Bundesregierung bezeichnet hatte.

8.7.1954

Im Saarland kommt es zum Bruch der seit 1952 unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann amtierenden Koalitionsregierung aus Christdemokratischer Volkspartei (CVP) und Sozialdemokraten (SPS). Die beiden Parteien finden keine Einigung in der Frage des geplanten Betriebsverfassungsgesetzes.

8.7.1954

Der Bundestag lehnt einen Antrag der SPD ab, den Erlass des Bundesinnenministeriums aufzuheben, wonach die Zugehörigkeit zu der im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) eingesetzten deutschen "Legion Condor" als ruhegehaltsfähige Dienstzeit doppelt auf die Rentenansprüche der betroffenen Soldaten angerechnet wird.

8.7.1954

Einstimmig nimmt der Bundestag den Beitritt der Bundesrepublik zur Konvention der Vereinten Nationen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes an.

8.7.1954

In Brüssel wird ein Abkommen zwischen den Benelux-Staaten (Belgien, Niederlande und Luxemburg) unterzeichnet das die Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten vollständig aufhebt.

8.7.1954

In Bhakra-Nagal (Nordindien) wird ein neuer Staudamm eingeweiht. Das darin gespeicherte Wasser soll für die Bewässerung von rund 1 Million ha Land eingesetzt werden.

8.7.1954

Beim internationalen Reitturnier in Aachen gewinnt die spanische Mannschaft vor 45 000 Zuschauern den "Preis der Nationen". Den zweiten und dritten Platz belegen die Bundesrepublik und Italien.

9.7.1954

Der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer schlägt vor, beim Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) anstelle einer bundesdeutschen Nationalarmee die Truppen der Bundesrepublik in eine westliche Koalitionsarmee einzubinden.

9.7.1954

Bayern erlebt nach einem 50stündigen Dauerregen die schwerste Hochwasserkatastrophe seit 1899. Auch Österreich und Sachsen sind vom Hochwasser betroffen.

9.7.1954

In Australien wird der liberale Politiker Robert Gordon Menzies erneut zum Premierminister gewählt.

10.7.1954

Die Bundesrepublik tritt der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bei. Die WMO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN).

10.7.1954

In Trung Gia (Nordvietnam) einigen sich die Delegationen der französischen Streitkräfte und der Vietminh grundsätzlich in der Frage der Kriegsgefangenen. Gleichzeitig versuchen die meisten der rund 6000 französischen Zivilisten, Hanoi auf der Flucht vor den vorrückenden Vietminh auf dem Land- und Luftweg zu verlassen.

11.7.1954

General Alfredo Stroessner wird zum neuen Staatspräsidenten von Paraguay gewählt.

11.7.1954

Beim Motorrad-WM-Lauf in Assen (Niederlande) wird Werner Haas Weltmeister der 250-ccm-Klasse auf NSU.

11.7.1954

Hans Günter Winkler gewinnt auf Orient den Großen Preis von Aachen.

12.7.1954

Der britische Premierminister Winston S. Churchill betont in einer Regierungserklärung, Großbritannien müsse neben einer engen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten gute Beziehungen zum Ostblock aufbauen.

12.7.1954

Die Bad Hersfelder Freilichtspiele (bis 21. 7.) beginnen mit der Premiere des "Jeremias" von Stefan Zweig.

13.7.1954

Die DDR amnestiert 138 Häftlinge, die 1950 in den sog. Waldheim-Prozessen als angebliche "Naziverbrecher" verurteilt worden waren.

14.7.1954

Das oberste Gericht der DDR in Berlin (Ost) verurteilt den ehemaligen Versorgungsminister Karl Hamann wegen "Sabotage" und "verbrecherischer Beziehungen zu imperialistischen Agenten" zu zehn Jahren Zuchthaus.

15.7.1954

Auf dem Militärflugplatz von Cranfield (Großbritannien) stürzt eine Maschine vom Typ Handley Page ab. Die vier Mann Besatzung kommen ums Leben. Die vierstrahlige Düsenmaschine gilt als modernster Bomber der britischen Luftwaffe.

16.7.1954

Im Stockholmer Hafen treffen ein Kreuzer und vier Zerstörer der sowjetischen Marine ein. Es ist der erste sowjetische Flottenbesuch in Schweden seit der Gründung der UdSSR.

16.7.1954

Der Bundestag stimmt dem Amnestiegesetz zu. Das Gesetz sieht StrafErlass für Straftaten vor, die vor dem 1. Dezember 1953 begangen wurden und deren Strafmaß drei Monate nicht überschreitet.

17.7.1954

Der Bundesverwaltungsgerichtshof in Karlsruhe entscheidet, dass die kommunistische Jugendorganisation FDJ gegen das Grundgesetz verstößt. Das Gericht bestätigt damit in letzter Instanz das FDJ-Verbot der Bundesregierung aus dem Jahr 1951.

17.7.1954

In Berlin (West) wird Theodor Heuss von der Bundesversammlung erneut mit großer Mehrheit zum Bundespräsidenten gewählt.

17.7.1954

Durch einen Spatenstich des österreichischen Bundeskanzlers Julius Raab werden die Bauarbeiten an der Autobahn Wien- Salzburg wieder aufgenommen. Der Bau der Strecke war während des Zweiten Weltkrieges eingestellt worden.

18.7.1954

In Frankfurt am Main findet ein Treffen von rund 250 000 Schlesiern statt. In Reden und Erklärungen bekennen sich Vertreter der Schlesier zum europäischen Gedanken und zur deutschen Wiedervereinigung. Gleichzeitig betonen sie ihren Willen zur Rückkehr in die alten deutschen Ostgebiete.

18.7.1954

In Manchester (Großbritannien) rast ein Bus, dessen Bremsen versagen, in ein Schuhgeschäft. Zwei Menschen werden dabei getötet, 20 schwer verletzt.

18.7.1954

In der Formel I siegt beim Großen Preis von England in Silverstone José Froilan Gonzales vor Mike Hawthorn, beide auf Ferrari. Die Mercedes-Fahrer Juan Manuel Fangio und Karl Kling belegen den vierten und siebten Platz.

19.7.1954

Bei der Entgegennahme der Ehrendoktorwürde der Technischen Universität in Berlin (West) lobt Bundeskanzler Konrad Adenauer die "maßvolle und kluge politische Haltung" der Studenten.

19.7.1954

Im Norden von Berlin (West), an der Sektorengrenze, weiht Bundespräsident Theodor Heuss die Ernst-Reuter-Siedlung ein. Die insgesamt zwanzig Häuser mit bis zu zwölf Stockwerken wurden u.a. mit Mitteln aus dem US-amerikanischen Marshall-Plan finanziert.

20.7.1954

Der Präsident des Amtes für Verfassungsschutz, Otto John, tritt in die DDR über.

20.7.1954

Vor zehn Jahren, am 20. Juli 1944, scheiterte der Attentatsversuch einer Gruppe von Widerstandskämpfern auf den deutschen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. In der Bundesrepublik wird in Gedenkveranstaltungen an die "Männer des 20. Juli" erinnert.

21.7.1954

Auf der Genfer Konferenz über Indochina wird ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet: Vietnam soll am 17. Breitengrad geteilt werden, Kambodscha und Laos erhalten ihre volle Souveränität.

21.7.1954

Fritz Thiedemann erringt beim Internationalen Springturnier in London als erster deutscher Springreiter den "King-George-Cup".

22.7.1954

Der schwedische Ministerpräsident Tage Erlander kritisiert in Berlin (West) die deutsch-schwedischen Handelsbeziehungen. Während die Bundesrepublik der größte Lieferant Schwedens sei, werde die geringe Ausfuhr Schwedens in die Bundesrepublik durch eine "ziemlich protektionistische" Handelspolitik der Bundesregierung behindert.

22.7.1954

Die Bayreuther Wagner-Festspiele (bis 22. 8.) werden mit einer neuen Inszenierung des "Tannhäuser" von Wieland Wagner eröffnet.

22.7.1954

Der bundesdeutsche Flieger August Wiethüchter gewinnt in Great Hucklow (Großbritannien) bei den Weltmeisterschaften der Segelflieger den Zielflug.

23.7.1954

Die österreichische Regierung sendet gleichlautende Noten an Großbritannien, Frankreich, die Sowjetunion und die USA. Darin fordert sie neue Verhandlungen über die Abschaffung des Besatzungsregimes in Österreich.

23.7.1954

Jagdflugzeuge der Volksrepublik China schießen vor der südchinesischen Insel Hainan eine britische Verkehrsmaschine ab. Zehn der 17 Insassen kommen dabei ums Leben.

23.7.1954

In Long Beach (Kalifornien) wird die US-amerikanische Studentin Miriam Stevenson zur "Miß Universum" gewählt. "Miß Germany" Regina Ernst erreicht den vierten Platz.

23.7.1954

In Malmö (Schweden) zerreißt Felix Graf von Luckner vor Zuschauern das 1280 Seiten umfassende Malmöer Telefonbuch. "Seeteufel" Luckner, der während des Ersten Weltkrieges mit seinem Hilfskreuzer "Seeadler" die britische Blockade durchbrach, ist 73 Jahre alt.

24.7.1954

Die Sowjetunion schlägt den drei Westmächten Großbritannien, Frankreich und USA die Einberufung einer Europa-Konferenz vor, die vor allem die "Neutralisierung Deutschlands" zum Ziel haben soll. Die US-Regierung lehnt das sowjetische Anliegen sofort ab.

24.7.1954

Aus Anlaß der Besetzung der portugiesischen Besitzung Dadra (Indien) durch indische Nationalisten fordern in Lissabon rund 100 000 Menschen, den Erhalt der portugiesischen Besitzungen in Indien notfalls mit Waffengewalt sicherzustellen.

24.7.1954

Beim Zusammenstoß eines Autobusses mit einem Personenzug in der Nähe von Worms werden 26 Businsassen getötet.

25.7.1954

Ho Chi Minh, seit 1945 Präsident und Ministerpräsident der Demokratischen Republik Vietnam und Führer der kommunistischen Vietminh, sieht die Demarkationslinie am 17. Breitengrad nur als Provisorium an. Niemand könne die Kommunisten daran hindern - so Ho bei einer Pressekonferenz in Hanoi -, auch Südvietnam zu befreien. Nach dem Genfer Waffenstillstandsabkommen vom 21. Juli steht der Demokratischen Republik Vietnam die Regierung nördlich des 17. Breitengrades zu, der Süden des Landes soll der von Frankreich unterstützten Republik Vietnam überlassen bleiben.

25.7.1954

In Großbritannien beschweren sich Passagiere öffentlich über die schlechten hygienischen Zustände auf dem Auswandererschiff "Fairesa". In zwei Schlafsälen für 220 Passagiere gebe es nur 10 Waschbecken, fünf Salzwasserduschen und 12 Toiletten. Das unter panamesischer Flagge fahrende Schiff befindet sich auf dem Weg von Southampton nach Cuxhaven, um dort 2000 deutsche Auswanderer für Australien an Bord zu nehmen.

25.7.1954

In Salzburg beginnen die traditionellen Festspiele (bis 30. 8.).

26.7.1954

Enver Hoxha, bis zum 20. Juli Ministerpräsident von Albanien, wird zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei gewählt.

26.7.1954

Wissenschaftler der US-Universität Pennsylvania entdecken rund 140 km nördlich des Polarkreises, auf der Melville-Halbinsel (Nordwestkanada), zahlreiche Überreste einer etwa 1000 Jahre alten Siedlung.

27.7.1954

Fünfzehn CDU-Abgeordnete legen im Bundestag einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe vor.

28.7.1954

Die britische Regierung lehnt die Forderung zypriotisch-griechischer Nationalisten nach einer Vereinigung Zyperns mit Griechenland ab. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges versucht die Enosis-Bewegung mit Terrorakten, den Anschluß der britischen Kolonie an Griechenland zu erzwingen.

28.7.1954

Der außenpolitische Ausschuß des US-Senats spricht sich dafür aus, Präsident Dwight D. Eisenhower die Vollmacht zu erteilen, der Bundesrepublik die Souveränität zuzuerkennen, auch wenn sich der US-amerikanische Kongress zu diesem Zeitpunkt in den Ferien befindet.

28.7.1954

Südkoreas Präsident Syngman Rhee schlägt in Washington vor, die Volksrepublik China anzugreifen. Zu diesem Zweck müsse eine Armee von zwei Millionen Mann aufgestellt und von den USA ausgerüstet werden.

28.7.1954

Eine von den USA verhängte Erhöhung der Zölle auf Schweizer Uhren und Uhrwerke um 50% tritt in Kraft. Diese handelspolitische Maßnahme sorgt für erhebliche Unruhe bei den Schweizer Uhrenexporteuren.

29.7.1954

Nach Angaben der Regierung in London haben die aufständischen Mau-Mau bei Anschlägen in der britischen Kronkolonie Kenia (Ostafrika) seit 1952 1145 Zivilisten sowie 422 Polizisten und Soldaten getötet.

29.7.1954

Die französische Regierung beschließt ein umfassendes Programm zur Wirtschafts- und Sozialreform. Geplant sind u.a. die Angleichung von Löhnen und Preisen, verstärkte Bemühungen um Vollbeschäftigung und die Stärkung der Handelsbeziehungen mit den überseeischen Besitzungen Frankreichs.

29.7.1954

Bei Leer wird der Leda-Staudamm eingeweiht. Mit der Regulierung des Nebenflusses der Ems sollen 25 000 ha Grünland vor der bisher üblichen jährlichen Überschwemmung bewahrt werden.

30.7.1954

Der Metropolit der serbisch-orthodoxen Kirche von Montenegro (Jugoslawien), Arsenije Bradvarevi ç, wird in der montenegrinischen Hauptstadt Cetinje wegen "antijugoslawischer Tätigkeit" zu elfeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Bradvarevi ç hatte in der Vergangenheit mehrfach die KP-Führung kritisiert.

30.7.1954

In Maagan (Israel) entgeht der israelische Ministerpräsident Moshe Sharet äußerst knapp dem Tod, als ein Flugzeug 10 m von ihm entfernt in eine Menschenmenge stürzt. Das Unglück fordert 15 Tote und 26 Verletzte.

31.7.1954

Frankreich gewährt Tunesien "innere Autonomie". Die Außenpolitik und Verteidigung Tunesiens werden weiterhin von den französischen Behörden wahrgenommen.

1.8.1954

Der US-Kongress beschließt den Bau von 20 modernen Tankern für die US-Marine. Die Kosten für den Bau der 25 000-t-Tanker belaufen sich auf umgerechnet rund 30 Millionen DM pro Stück.

1.8.1954

Auf dem Nürburgring gewinnt der Argentinier Juan Manuel Fangio den "Großen Preis von Europa" auf einem Mercedes.

1.8.1954

Louis Bobet aus Frankreich wird zum zweiten Mal Sieger der Tour de France.

2.8.1954

Wegen "Rädelsführerschaft in einer verfassungsfeindlichen Vereinigung" verurteilt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe die KPD-Funktionäre Oskar Neumann und Karl Dickel zu je drei Jahren Gefängnis.

2.8.1954

In Tunesien wird der Politiker Tahar Ben Amar zum Ministerpräsidenten ernannt.

2.8.1954

Portugals Regierung schickt Truppen in seine Kolonie Goa, um Protestkundgebungen indischer Nationalisten vorzubeugen.

2.8.1954

In Moskau wird eine neue Fluglinie zwischen Paris und Moskau eröffnet.

2.8.1954

Erstmals seit 1945 werden in Neumünster Häuser mit Luftschutzkellern gebaut, die bei Atombombenangriffen "vollkommenen Schutz" bieten sollen.

3.8.1954

In Hamburg beginnt ein Lohnstreik der städtischen Verkehrsbetriebe, der Gas- und Wasserwerke.

3.8.1954

Der Staatssicherheitsdienst der DDR (SSD) gibt die Verhaftung von zahlreichen Agenten des US-amerikanischen Geheimdienstes und bundesrepublikanischer Verfassungsschutzämter bekannt.

3.8.1954

Der US-amerikanische Außenminister John Foster Dulles kündigt in Washington an, dass die USA Taiwan gegen jeden Angriff verteidigen würden. Dulles reagiert damit auf Ankündigungen von hochrangigen Funktionären der Volksrepublik China, die Insel Taiwan in Kürze zu "befreien".

3.8.1954

Bei einer Rede in New York erklärt der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee, der einzige Meinungsunterschied zwischen ihm und US-Präsident Dwight D. Eisenhower bestehe in der Frage, ob der Dritte Weltkrieg jetzt oder in einigen Jahren geführt werden solle.

3.8.1954

Eine italienische Himalaja-Expedition bezwingt mit dem 8611 m hohen K 2 den zweithöchsten Berg der Welt.

4.8.1954

Die DDR gewährt dem übergelaufenen Präsident des Amtes für Verfassungsschutz, Otto John, politisches Asyl.

4.8.1954

Im Landtag von Baden-Württemberg in Stuttgart spricht sich die Mehrheit der Abgeordneten gegen die Entscheidung des Kultusministers aus, Religion zum mitentscheidenden Fach für die Versetzung im Gymnasium zu machen.

4.8.1954

In San Francisco stellt der Chirurg John Lundy ein neuartiges Betäubungsmittel für chirurgische Eingriffe vor. Das "Dolitrone" genannte Mittel soll die schmerzfreie Behandlung des gesamten Körpers ermöglichen, ohne dass der Patient das Bewußtsein verliert.

4.8.1954

In New York hat Alfred Hitchcocks Film "Rear Window" (Das Fenster zum Hof) mit James Stewart und Grace Kelly in den Hauptrollen Weltpremiere.

5.8.1954

In der iranischen Hauptstadt Teheran wird der Konflikt zwischen Großbritannien und dem Iran über die Ausbeutung der iranischen Ölvorkommen durch die Anglo-Iranian Oil Company beigelegt. Ein internationales Ölkonsortium tritt an die Stelle der britischen Firma, die mit 294 Millionen DM entschädigt wird.

5.8.1954

In Bremerhaven kommt es zu Schlägereien zwischen Werftarbeitern und Polizeikräften. Die Arbeiter wehren sich gegen den geplanten Abriß der Wohnsiedlung "Am Blink".

5.8.1954

Großbritannien entwickelt mit dem Düsenjäger P1, der eine Spitzengeschwindigkeit von 1500 km erreicht, das derzeit schnellste Kampfflugzeug der Welt.

6.8.1954

Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) setzt 500 000 DM Belohnung für die Aufklärung der "Affäre John" aus.

6.8.1954

Die DDR nimmt erstmals ein Hilfsangebot der USA zur Unterstützung der Landesteile an, die kürzlich durch Hochwasser geschädigt wurden.

6.8.1954

Um die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Länder zu dokumentieren, hebt die Sowjetunion alle Besatzungsbefehle auf, die zwischen 1945 und 1953 zur Regelung des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in der DDR erlassen wurden.

6.8.1954

Im japanischen Hiroshima wird die Weltfriedenskirche als Mahnmal zum Gedenken des ersten Atombombenabwurfs der USA vor neun Jahren eingeweiht.

6.8.1954

In London wird eine große Gerhard-Marcks-Ausstellung eröffnet. Es ist die erste repräsentative Ausstellung deutscher Kunst im Ausland nach 1945.

6.8.1954

Zum zweiten Mal innerhalb von knapp drei Wochen stürzt ein US-amerikanischer Düsenbomber vom Typ B 47 in Großbritannien ab.

7.8.1954

Nach einer Studie der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung Wissenschaft und Kultur (UNESCO) sind immer noch 45 bis 55% der Weltbevölkerung über einem Alter von zehn Jahren Analphabeten.

7.8.1954

Bei den Empire-Spielen in der kanadischen Stadt Vancouver bricht der britische Läufer James Peters in der letzten Runde des Marathonlaufs mehrmals zusammen.

7.8.1954

Die Wasserballmannschaft von Rote Erde Hamm wird zum ersten Mal Deutscher Meister.

8.8.1954

Bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland in Hamburg gewinnt der US-Amerikaner Budge Patty bei den Herren. Im Damenwettbewerb siegt die britische Spielerin Joy Mottram mit 2:6, 7:5, 6:2 gegen die Bundesdeutsche Inge Pohmann.

9.8.1954

Die Außenminister Jugoslawiens, Griechenlands und der Türkei unterzeichnen ein Militärabkommen, das den Balkan-Pakt vom 28. Februar 1953 ergänzen soll. Das Bündnis ist zunächst auf 20 Jahre befristet; die Verpflichtungen Griechenlands und der Türkei als Mitglieder der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) werden dadurch nicht berührt.

9.8.1954

In Bayern treten rund 200 000 Metallarbeiter in den Lohnstreik.

9.8.1954

Beim Absturz eines kolumbianischen Passagierflugzeugs kommen auf der Insel Terceira (Azoren) 30 Menschen ums Leben.

9.8.1954

Das Höchstgewicht für Pakete von der Bundesrepublik in die DDR und nach Berlin (Ost) wird von 7 auf 20 kg erhöht.

10.8.1954

Die französische Nationalversammlung billigt in Paris ein "Ermächtigungsgesetz", das Ministerpräsident Pierre Mendès-France das Recht einräumt, bis zum 31. März 1955 durch Gesetze die französische Wirtschaft zu reformieren.

10.8.1954

In Lübeck wird der sog. Bildfälscherprozeß eröffnet. Hauptangeklagte sind der Maler Lothar Malskat und der Restaurator Dietrich Fey.

10.8.1954

Die Regierungen der Niederlande und Indonesiens beschließen in Den Haag die Auflösung der Niederländisch-Indonesischen Union, die seit 1949 bestand.

10.8.1954

Französische Truppen verhaften bei einer Razzia in Port Lyautey (Französisch-Marokko) 3000 Personen. Die Aktion richtet sich gegen marokkanische Nationalisten, die gegen die französische Kolonialherrschaft opponieren.

11.8.1954

Auf einer Pressekonferenz in Berlin (Ost) begründet der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes, Otto John, seinen Übertritt in die DDR vor allem mit dem angeblich in der Bundesrepublik wiedererstarkenden Nationalsozialismus.

12.8.1954

Aus Protest gegen das Verbot oppositioneller Zeitungen durch die britische Regierung wird in Zypern ein 24stündiger Generalstreik ausgerufen.

13.8.1954

Die Sowjetunion lehnt Vorschläge der österreichischen Regierung ab, auf einer Konferenz der vier Großmächte und Österreichs über Erleichterungen des Besatzungsregimes für das Alpenland zu verhandeln.

13.8.1954

In Hamburg kündigt der Chefredakteur der Illustrierten "stern", Henri Nannen, Verfassungsbeschwerde an, nachdem die Nummer 33 des "stern" beschlagnahmt worden war. Grund für die Beschlagnahme ist ein Artikel über die Affäre John.

14.8.1954

Eine Delegation der britischen Labourpartei trifft zu politischen Gesprächen in Peking ein. Damit hält sich erstmals eine Delegation der Labourpartei in der Volksrepublik auf.

14.8.1954

In New York erwirbt ein US-amerikanischer Privatsammler bei einem Antiquitätenhändler ein bisher unbekanntes Bild von Leonardo da Vinci für 450 Dollar (1890 DM). Der tatsächliche Wert des Bildes wird von verschiedenen US-amerikanischen Fachleuten auf umgerechnet 4,3 Millionen DM geschätzt.

14.8.1954

In Ostpakistan wird durch eine Flutkatastrophe ein Gebiet von 144 000 km² überschwemmt.

14.8.1954

Im italienischen Cervinia wird die derzeit größte Drahtseilbahn der Welt eröffnet. Sie überwindet einen Höhenunterschied von 2602 m.

14.8.1954

Der Italiener Pasquale Fornara gewinnt die Tour de Suisse der Radrennfahrer. Bereits 1952 war er schon einmal Sieger der Rundfahrt.

15.8.1954

In Evanston (USA) beginnt die 2. Konferenz des Weltkirchenrates. Auf der Konferenz, die am 31. August zu Ende geht, ächten die Teilnehmer Atomwaffen und erklären Christentum und Kommunismus für unvereinbar.

15.8.1954

In Laos stürzt ein britisches Transportflugzeug, das vietnamesische Flüchtlinge nach Südvietnam bringen sollte, in einen Fluß. Bei dem Unglück kommen 51 Menschen ums Leben.

15.8.1954

Fritz Thiedemann aus Weddinghusen gewinnt zum drittenmal das Deutsche Spring-Derby in Hamburg.

16.8.1954

In der nordvietnamesischen Hafenstadt Haiphong trifft das erste US-Schiff zur Evakuierung von Flüchtlingen ein. Die USA helfen Frankreich, die nach dem Indochina-Abkommen vor den Truppen des Vietminh flüchtenden Vietnamesen in den Süden des Landes zu bringen.

17.8.1954

US-Präsident Dwight D. Eisenhower ernennt Herbert Hoover junior zum stellvertretenden Außenminister der USA.

17.8.1954

In Belfast (Nordirland) tauft die britische Königin Elisabeth II. unter dem Schutz starker Polizeikräfte das modernste britische Passagierschiff auf den Namen "Southern Cross".

17.8.1954

Bei den Salzburger Festspielen wird Rolf Liebermanns Oper "Penelope" uraufgeführt.

18.8.1954

Im Rahmen des Lohnstreikes der bayerischen Metallarbeiter kommt es vor dem Münchner Zweigwerk der Firma Siemens & Halske zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rund 1000 Streikenden und 200 Polizisten. Die Streikenden versuchen, arbeitswillige Kollegen am Betreten des Werksgeländes zu hindern.

18.8.1954

Der US-amerikanische Senat billigt ein Gesetz, nach dem Spionage auch in Friedenszeiten mit der Todesstrafe belegt werden kann.

18.8.1954

Das US-Verteidigungsministerium kündigt den Abzug von vier der sechs in Südkorea stationierten US-Divisionen in den folgenden Monaten an. Die Truppenverringerung in Südkorea soll Teil des Planes der USA sein, ihre Truppenpräsenz im Ausland weltweit zu verringern.

18.8.1954

In Gävle (Schweden) stellt der norwegische Mittelstreckenläufer Audun Boysen mit 2:19,4 min einen neuen Weltrekord über 1000 m auf.

19.8.1954

In Brüssel beginnt eine Konferenz der EVG-Partner, die über die französischen Änderungswünsche für die Europäische Verteidigungsgemeinschaft beraten. Die Konferenz endet am 22. August ergebnislos.

19.8.1954

Der US-amerikanische Kongress verabschiedet ein Gesetz, das die Kommunistische Partei verbietet.

19.8.1954

In seinem Jahresbericht errechnet das Münchener Studentenwerk ein monatliches Existenzminimum für Studenten in München von 169 DM.

19.8.1954

Der japanische Schwimmer Motoi Kimura stellt in Osaka mit 1:10,6 min einen Weltrekord über 100 m Brust auf.

20.8.1954

In der griechischen Hauptstadt Athen kommt es zu Unruhen, als ca. 100 000 Demonstranten vor die britische Botschaft ziehen, um die Rückgabe Zyperns an Griechenland zu fordern.

21.8.1954

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Karlfranz Schmidt-Wittmack bittet in der DDR um politisches Asyl.

21.8.1954

In Hannover beginnt das zweitägige Bundessänger fest, an dem 60 000 Sänger aus zehn Nationen teilnehmen.

22.8.1954

Der Franzose Louison Bobet gewinnt in Solingen den Weltmeistertitel der Straßenradrennfahrer.

22.8.1954

Mit seinem Sieg im Großen Preis der Schweiz in Bern wird der Argentinier Juan Manuel Fangio auf Mercedes Automobilweltmeister.

22.8.1954

In Venedig beginnen die 15. Internationalen Filmfestspiele. Bis zum 6. September werden 25 Filme aus 17 Nationen gezeigt.

23.8.1954

Eine rotchinesische Marinepatrouille landet auf der von nationalchinesischen Truppen kontrollierten Insel Quemoy. Nach einem kurzen Feuergefecht zieht die rotchinesische Patrouille wieder ab.

23.8.1954

Beim Absturz einer niederländischen Verkehrsmaschine über der Nordsee sterben 21 Menschen.

24.8.1954

In Brasilien begeht Staatspräsident Getulio Dornelles Vargas nach seinem von den Streitkräften erzwungenen Rücktritt Selbstmord.

24.8.1954

Mit 18:6 Stimmen lehnt der Internationale Leichtathletik-Verband den Aufnahmeantrag der Sektion Leichtathletik der DDR ab. Die DDR-Leichtathleten sollen zukünftig bei internationalen Wettkämpfen und Olympischen Spielen zusammen mit der Mannschaft der Bundesrepublik starten.

25.8.1954

Der Bischof von Berlin-Brandenburg, Otto Dibelius, wird als erster Deutscher in das Präsidium des Weltkirchenrates gewählt.

25.8.1954

Der österreichische Schriftsteller Fritz Weber erhebt in Wien Klage gegen den Filmregisseur, Schauspieler und Bergsteiger Luis Trenker zur Feststellung der Urheberschaft der vier Romane "Hauptmann Ladurner", "Bocca Alta", "Der Feuerteufel" und "Sterne über den Gipfeln".

25.8.1954

In Berlin (West) wird ein automatischer Briefkasten aufgestellt, der Briefe und Drucksachen frankiert und abstempelt.

26.8.1954

Japan übernimmt mit der Stationierung von zwei Einheiten der neugeschaffenen Streitkräfte den Schutz seiner nördlichsten Insel Hokkaido selbst. Bisher hatten US-amerikanische Truppen die Insel geschützt.

26.8.1954

Dänemark erklärt gegenüber den Vereinten Nationen (UN), dass Grönland durch eine Verfassungsänderung Bestandteil Dänemarks sei. Bisher mußte die dänische Regierung der UN jährlich einen Rechenschaftsbericht über das in Treuhandschaft verwaltete Gebiet vorlegen.

26.8.1954

Dänische Gerichte in Sonderburg und Graasten erklären die von bundesdeutschen Busunternehmen veranstalteten "Kaffee-Fahrten" nach Dänemark für ungesetzlich.

26.8.1954

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Bern wird der deutsche Sprinter Heinz Fütterer in 10,5 sec Europameister über 100 m.

27.8.1954

Frankreich lehnt das Angebot der polnischen Regierung ab, einen gegen die Bundesrepublik gerichteten Beistands- und Nichtangriffspakt abzuschließen. Der diplomatische Vorstoß Polens wird als Versuch gewertet, eine militärisch-politische Integration der Bundesrepublik in den Westen zu verhindern.

27.8.1954

In der südafrikanischen Kap-Provinz beschließt der Provinzialrat Maßnahmen zur strengeren Durchführung der Rassentrennung. Danach dürfen Weiße und Farbige weder zusammen in Bussen und Eisenbahnen fahren noch dasselbe Strandbad besuchen.

27.8.1954

In Bad Hersfeld wird ein für den 25. September geplantes Treffen ehemaliger SS-Angehöriger vom Landrat verboten.

27.8.1954

Durch das anhaltend schlechte Wetter in der Bundesrepublik kommt es zu Ernteausfällen von 3 Millionen Tonnen.

28.8.1954

In Nordrhein-Westfalen wird in letzter Minute der drohende Streik von 900 000 Angestellten und Arbeitern der Metallindustrie verhindert. Die Tarifpartner einigen sich auf eine Erhöhung der Ecklöhne um 10 Pf auf 1,54 DM.

28.8.1954

Im Iran werden über 250 oppositionelle Militärangehörige festgenommen. Sie sollen eine Verschwörung zum Sturz des persischen Schahs, Mohammed Resa Pahlawi, vorbereitet haben.

28.8.1954

Bei zwei Flugzeugabstürzen des US-amerikanischen Bombertyps B-36 in den US-Bundesstaaten Süd-Dakota und Texas kommen 25 Menschen ums Leben.

28.8.1954

Anlässlich des 205. Geburtstages des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe wird in der Moskauer Staatsbibliothek für ausländische Literatur eine große Goethe-Ausstellung eröffnet. Sie umfaßt Faksimiles von Manuskripten, Werkausgaben, Bilder und Würdigungen Goethes in Zeitschriften und Büchern.

29.8.1954

Bei der Ruder-Europameisterschaft in Amsterdam gewinnen die Bundesdeutschen Thomas Schneider und Gerhard Haege den Titel bei den Doppelzweiern.

29.8.1954

Nach dem 100-m-Lauf gewinnt der bundesdeutsche Sprinter Heinz Fütterer bei den Europameisterschaften in Bern auch den 200-m-Lauf in der Europarekord-Zeit von 20,9 sec.

30.8.1954

Die französische Nationalversammlung lehnt ohne ausführliche Debatte mit 319:264 Stimmen endgültig den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft ab.

30.8.1954

In Indochina wird die erste Phase des Gefangenenaustauschs zwischen Frankreich und der Führung des kommunistischen Vietminh beendet. Bisher wurden 34 000 Gefangene freigelassen.

30.8.1954

In Washington unterzeichnet US-Präsident Dwight D. Eisenhower eine Novelle zum Atomenergiegesetz, wonach privatwirtschaftliche Unternehmen Atomkraft zur friedlichen Nutzung verwenden können.

30.8.1954

In London wird das Ausfuhrverbot für britische Waffen nach Ägypten aufgehoben. Es war 1951 verhängt worden, nachdem Ägypten einseitig das ägyptisch-britische Abkommen über den Suezkanal gekündigt hatte. Seit Beginn des Jahres verhandeln beide Seiten über eine Regelung der Suezfrage.

30.8.1954

Der Wirtschaftsrat der Vereinten Nationen (UN) gibt in New York bekannt, dass in 17 Ländern noch immer kein Frauenwahlrecht bestehe.

31.8.1954

In Bayern geht der bisher größte Lohnstreik von Arbeitern der Metallindustrie seit 1945 nach 23tägiger Dauer zu Ende.

31.8.1954

Unter dem Motto "Ihr sollt mir Zeugen sein" wird in Fulda der 76. Deutsche Katholikentag, der bis zum 5. September dauert, eröffnet.

31.8.1954

Der britische Schriftsteller Graham Greene wird bei seiner Ankunft auf Puerto Rico von den Behörden ohne Angabe von Gründen festgehalten. Bereits 1952 hatte Greene bei der Einreise in die USA Schwierigkeiten wegen angeblicher Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei während seiner Studentenzeit.

31.8.1954

Bei der Europameisterschaft der Schwimmer im norditalienischen Turin stellt Jutta Langenau aus der DDR mit 1:16,6 min über 100 m Schmetterling einen Weltrekord auf und wird damit Europameisterin.

1.9.1954

In Großbritannien plädiert die britische Regierung für die Aufnahme der Bundesrepublik in das Nordatlantische Verteidigungsbündnis (NATO).

1.9.1954

Vertreter der Bundesbahn, der kommunalen Verkehrsbetriebe und privater Busunternehmen einigen sich in Bonn auf eine Erhöhung der Bustarife um 25%. Fahrgäste müssen künftig pro Kilometer 7,5 Pfennige zahlen.

2.9.1954

Die rotchinesische Artillerie beginnt mit der Beschießung der zu Taiwan (Formosa) gehörenden Insel Quemoy, die rund 7 km vor dem chinesischen Festland liegt.

2.9.1954

Die irakische Regierung verabschiedet in Bagdad ein Gesetz, das Mitgliedern von kommunistischen Organisationen die sofortige Aberkennung der Staatsbürgerschaft sowie Ausweisung oder Internierung androht.

3.9.1954

In Frankreich muss Ministerpräsident Pierre Mendès-France nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) im Parlament eine Kabinettsumbildung vornehmen, nachdem Minister, die sich für die EVG eingesetzt hatten, von ihren Ämtern zurückgetreten sind.

3.9.1954

In den USA werden erstmals Radargeräte, die mit Fotoapparaten gekoppelt sind, im Kampf gegen Verkehrssünder eingesetzt.

4.9.1954

Über Sibirien wird ein US-Aufklärungsflugzeug von sowjetischen Abfangjägern abgeschossen.

4.9.1954

In Rio de Janeiro wird der neue brasilianische Staatspräsident João Cafe Filho vom Parlament vereidigt.

4.9.1954

Der Kommandant der Dschungelfestung Dien Bien Phu, Christian de la Croix de Castries, wird im Rahmen des gegenseitigen Gefangenenaustauschs vom Vietminh freigelassen.

5.9.1954

Der ehemalige Leiter der Gestapo-Leitstelle Danzig, Günther Venediger, wird in Heilbronn von der Anklage der Beihilfe zum vierfachen Mord an britischen Kriegsgefangenen freigesprochen. Venediger hatte sich vor Gericht auf den Befehlsnotstand berufen.

5.9.1954

In Offenbach (bis zum 11. September) Köln und Leipzig (beide bis zum 14. September) werden die traditionellen Herbstmessen eröffnet.

5.9.1954

Bei der Schwimm-Europameisterschaft in Turin (Italien) gewinnt die Dortmunderin Ursel Happe den Titel über 200 m Brust in 2:54,9 Minuten.

5.9.1954

Beim "Großen Preis von Italien" siegt der bereits als Automobilweltmeister in der Formel 1 feststehende Argentinier Juan Manuel Fangio auf Mercedes.

6.9.1954

Königin Elisabeth II. von Großbritannien gibt der Polizei von London Anweisung, in Zukunft zu unterbinden, dass die königlichen Wachen von Touristinnen geküßt werden.

7.9.1954

Der Bundestagsabgeordnete Rudolf Meyer-Ronnenberg tritt aus Unzufriedenheit mit der Mittelstandspolitik seiner Partei vom Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) zur CDU über. Damit verfügt die CDU/CSU-Fraktion wieder über die absolute Mehrheit im Bundestag.

7.9.1954

Nationalchinesische Truppenverbände führen im Rahmen der Auseinandersetzung um Quemoy einen Vergeltungsschlag gegen die rotchinesische Insel Amoy.

7.9.1954

Der französische Generalkommissar und Oberbefehlshaber in Indochina, Paul Ely übergibt in Saigon den Norodom-Palast, Symbol der französischen Kolonialherrschaft in Vietnam, an die vietnamesische Regierung.

7.9.1954

In Wiesbaden fordert Bundeswohnungsbauminister Victor-Emanuel Preusker (FDP) die Wiedereinführung eines Außenministeriums. Bisher hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer diese Aufgaben übernommen.

8.9.1954

In Manila (Philippinen) schließen Australien, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, Pakistan, die Philippinen, Thailand und die USA den Südostasienpakt (SEATO).

8.9.1954

In Düsseldorf streiken 423 Schüler einer Volksschule gegen die Errichtung einer katholischen Konfessionsschule im gleichen Gebäude.

8.9.1954

In Paris stirbt der französische Maler André Derain an den Folgen eines Autounfalls. Derain war ein führender Vertreter des klassischen Realismus.

9.9.1954

In Bonn empfängt Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) die chilenischen Minister für Wirtschaft und Siedlung, Jorge Silva Guerra und Mario Montero Schmidt. Während des achttägigen Besuchs werden mehrere bilaterale Handelsabkommen geschlossen.

9.9.1954

Die DDR-Volkspolizei öffnet mehrere Kontrollpunkte zwischen der DDR und Berlin (West), um ihren Bürgern, die im Westteil der Stadt arbeiten, den Weg zum Arbeitsplatz zu erleichtern.

9.9.1954

Bei einem schweren Erdbeben in Algerien kommen über 1500 Menschen ums Leben.

9.9.1954

Die Karibik-Insel Trinidad wird unter Quarantäne gestellt, weil auf der Insel Fälle von Gelbfieber aufgetreten sind. Die durch eine Mückenart übertragene Infektionskrankheit endet in den meisten Fällen tödlich.

10.9.1954

Frankreich, Großbritannien und die USA stimmen dem sowjetischen Vorschlag einer Konferenz über die europäische Sicherheit unter der Bedingung zu, dass die Sowjetunion zuvor den österreichischen Staatsvertrag unterzeichnet und freie Wahlen in ganz Deutschland zuläßt.

10.9.1954

In Stuttgart beginnt der Weltkongress der Internationalen Union der Familienorganisation (UIOF), auf dem 500 Delegierte aus 26 Nationen bis zum 19. September über aktuelle Familienprobleme diskutieren.

10.9.1954

Die Handschrift des "Hildebrandsliedes", eines der bedeutendsten Dokumente deutscher Literaturgeschichte aus dem 9. Jahrhundert, wird der Bundesrepublik von den USA in Washington zurückgegeben, nachdem sie während des Zweiten Weltkriegs aus der Landesbibliothek Kassel verschwunden war.

10.9.1954

Die USA und Libyen unterzeichnen in Tripolis einen Vertrag, in dem der USA Luftstützpunkte in dem nordafrikanischen Land gegen die Erhöhung der Wirtschaftshilfe um umgerechnet 4,3 Millionen DM eingeräumt werden.

10.9.1954

Aus Angst vor einem Ermittlungsverfahren wegen verbotener Schwangerschaftsabbrüche, begeht ein Arzt zusammen mit seiner vierköpfigen Familie in Gelnhausen bei Hanau Selbstmord.

10.9.1954

In Bad Homburg einigen sich die Tarifpartner des Öffentlichen Dienstes auf einen neuen Tarifvertrag, der unter anderem eine Erhöhung der Ecklöhne um 6 Pfennige vorsieht.

11.9.1954

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden startet in London zu einer Reise in sechs europäische Hauptstädte, um die politischen Konsequenzen nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) zu erörtern.

11.9.1954

Auf Java werden 26 Bewohner der christlichen Minderheit eines Dorfes von fanatischen Moslems gelyncht.

11.9.1954

Beim Training zum Großen Preis von Italien in Monza verunglückt der österreichische Motorradweltmeister Rupert Hollau tödlich.

11.9.1954

In Paris gewinnt die bundesdeutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft den ersten Länderkampf gegen Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg 121:83.

12.9.1954

Bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein erhält die SPD 33% der abgegebenen Stimmen; sie stellt damit die stärkste Fraktion im künftigen Landtag.

12.9.1954

In Kassel wird das Bundessozialgericht von Bundesarbeitsminister Anton Storch (CDU) eröffnet.

12.9.1954

In der Dortmunder Westfalenhalle besiegt der bundesdeutsche Box-Europameister im Schwergewicht, Heinz Neuhaus, den US-Amerikaner Dan Bucceroni nach Punkten.

13.9.1954

In Moskau erklärt der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow, dass die Sowjetunion zur Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen mit Japan bereit sei.

13.9.1954

Die tschechoslowakische Regierung in Prag gibt die Freilassung von 300 Griechen bekannt, die während des griechischen Bürgerkriegs (1946-1949) als Gefangene der kommunistischen Aufständischen in die Tschechoslowakei verschleppt worden waren.

13.9.1954

In Hessen beschließt die Landesregierung zwei Wohnungsbau- und Wirtschaftsförderungsprogramme in Höhe von 45 Millionen DM; damit sollen u.a. Maßnahmen zur Bekämpfung des Wohnraummangels finanziert werden.

13.9.1954

In der DDR kritisiert das SED-Zentralkomitee die Produktionsleistungen in den Betrieben und fordert die Arbeiter erstmals seit dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 zur Erhöhung der Arbeitsnorm auf.

13.9.1954

Die iranische Regierung ordnet ohne Angabe von Gründen ein Einfuhrverbot für bundesdeutsche Waren an.

14.9.1954

Die im sog. Oradour-Prozeß 1953 zum Tode verurteilten SS-Mitglieder Karl Lenz und Georg Boos werden vom französischen Staatspräsidenten René Coty zu lebenslanger Haft begnadigt. Der französische Ort Oradour-sur-Glane (bei Limoges/Zentralfrankreich) war am 10. Juni 1944 von SS-Verbänden zur Vergeltung für Partisanenaktionen dem Erdboden gleichgemacht worden.

15.9.1954

Die DDR-Volkskammer beschließt in Berlin (Ost) ein Paßgesetz, nach dem die Behörden in der DDR allen Deutschen einen Paß ausstellen können.

15.9.1954

In Denver (USA) erklärt der US-amerikanische Atomwissenschaftler Henry D. Smyth seinen Rücktritt aus der US-amerikanischen Atomenergiekommission. Smyth hatte sich als einziges Mitglied gegen den Ausschluß von Robert Oppenheimer aus dem Gremium ausgesprochen.

15.9.1954

Bei den 27. Musikfestspielen in Venedig wird Benjamin Brittens Oper "The Turn of the Screw" (Die überdrehte Schraube) uraufgeführt.

16.9.1954

In Bonn trifft US-Außenminister John Foster Dulles ein, um mit Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) die neue Lage nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft zu besprechen.

16.9.1954

In Köln legt Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm ein Programm vor, durch das in den nächsten zehn Jahren der Ausbau des bundesdeutschen Straßennetzes um 75 000 km gewährleistet werden soll.

16.9.1954

Das Stück "Kean" von Jean-Paul Sartre wird in Stuttgart erstmals in deutscher Sprache aufgeführt.

16.9.1954

Die Ankündigung des indonesischen Staatspräsidenten Achmed Sukarno, eine Nebenfrau zu nehmen, löst in der Bevölkerung Proteste aus.

17.9.1954

Ägypten verlangt von der britischen Regierung die Zahlung von umgerechnet 700 Millionen DM für Waren, die zur Versorgung britischer Truppen nach Ägypten eingeführt wurden.

17.9.1954

In Berlin (West) wird die neue Amerika-Gedenkbibliothek eröffnet. Die Freihandbibliothek mit 110 000 Büchern wurde mit Hilfe einer US-Spende in Höhe von 5,4 Millionen DM errichtet.

17.9.1954

Durch die Fertigstellung des Frachtschiffs "Gutenfels" erreicht die bundesdeutsche Handelsflotte mit über 2 Millionen Bruttoregistertonnen die Hälfte der deutschen Vorkriegskapazität.

18.9.1954

In Italien tritt Außenminister Attilio Piccioni zurück, nachdem sein Sohn verdächtigt wird, in den mysteriösen Todesfall der 21jährigen Wilma Montesi verwickelt zu sein.

18.9.1954

Der jugoslawische Staatspräsident Josip Tito spricht sich in Belgrad für die Souveränität und Wiederbewaffnung der Bundesrepublik aus, weil es unmöglich sei, "ein so vitales Volk und starkes Volk ewig an die Kette zu legen".

18.9.1954

In Münster kündigt Bundesfamilienminister Franz-Josef Wuermeling zinsverbilligte Darlehen für junge Ehepaare an.

18.9.1954

Mit der Aufführung von Johann Wolfgang von Goethes "Faust" beginnen in Berlin die vierten "Berliner Festwochen", die am 5. Oktober enden.

18.9.1954

In München wird das 121. Oktoberfest eröffnet.

18.9.1954

Bei einem Leichtathletik-Länderkampf zwischen Finnland und Deutschland stellt der Finne Pentti Karvonen im 3000 m Hindernis-Lauf mit 8:41,4 Minuten einen Weltrekord auf.

19.9.1954

Der Rechnungsausschuß des japanischen Parlaments beantragt im Zusammenhang mit der Verwicklung von Ministerpräsident Shigeru Yoshida in eine Korruptionsaffäre ein parlamentarisches Untersuchungsverfahren gegen den liberal-konservativen Politiker.

19.9.1954

In New York verteidigt der US-amerikanische Schwergewichtsweltmeister Rocky Marciano durch einen K. o.-Sieg in der achten Runde gegen Ezzard Charles seinen Titel.

19.9.1954

In Nairobi (Kenia) werden 200 inhaftierte Mitglieder der nationalistischen Mau-Mau-Bewegung aus einem Gefängnis befreit.

20.9.1954

In Chile verhängt Staatspräsident Carlos Ibañez den Ausnahmezustand für sechs Monate; in den Kupferminen des Landes sind Unruhen ausgebrochen, die sich bislang auf dem Verhandlungsweg nicht beilegen ließen.

20.9.1954

In Los Angeles fordert die US-amerikanische Gewerkschaftsorganisation American Federation of Labor (AFL) die Einführung der 35-Stunden-Woche, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.

21.9.1954

Auf der neunten Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York wird die Aufnahme der Volksrepublik China abgelehnt.

21.9.1954

In Frankfurt am Main schließen die Tarifpartner der Metallindustrie einen neuen Tarifvertrag ab, in dem die Gewerkschaft zusichert, für die nächsten eineinhalb Jahre keine Lohnforderungen zu stellen.

22.9.1954

Die Alliierte Hohe Kommission legt in München gegen die geplante Produktionsaufnahme der Ufa-Film AG und der Bavaria-Filmkunst GmbH Beschwerde ein. Da sich die Gesellschaften noch im Besitz des Bundes befinden, liege die Gefahr einer wirtschaftlichen und politischen Einflußnahme nahe.

22.9.1954

In Berlin (West) meldet sich die SED für die Wahlen zum Westberliner Abgeordnetenhaus an.

22.9.1954

In Bonn verabschiedet das Kabinett einen Gesetzentwurf, mit dem die Altersgrenze für Bundesrichter bis 1956 um drei Jahre auf 68 Jahre heraufgesetzt wird. Damit reagiert das Kabinett auf sich abzeichnende Nachwuchssorgen im Richterberuf.

22.9.1954

In Leipzig (DDR) kritisiert der 1. Sekretär der SED, Walter Ulbricht, die Leistung der DDR-Sportler. "Durch die ungenügende politische Erziehung ist die Bewußtseinsbildung bei einem Teil der Sportler noch nicht so ausgeprägt, dass sie in den Wettkämpfen für den ersten Staat der Arbeiter und Bauern in Deutschland ihre ganze Kraft einsetzen."

23.9.1954

Die irakische Regierung in Bagdad löst zwei Wochen nach den Parlamentswahlen alle Parteien auf, die in Opposition zur Regierungspartei von Ministerpräsident Nuri As Said stehen.

23.9.1954

In Peking erklärt Ministerpräsident Zhou Enlai, dass "Taiwan (Formosa) zu Chinas geheiligtem Boden gehört und dass wir es den Vereinigten Staaten nicht gestatten werden, sich in die Befreiung Taiwans einzumischen".

23.9.1954

Das Bundesarbeitsministerium gibt bekannt, dass in der Bundesrepublik 600 000 Lehrlinge in der gewerblichen Wirtschaft ausgebildet werden. Das sind 60 000 mehr als im Frühjahr 1953.

23.9.1954

In Frankfurt am Main wird die sechste Internationale Buchmesse eröffnet. 1014 Verlage sind auf der Messe vertreten, die am 28. September endet.

23.9.1954

Der schweizerische Historiker und Schriftsteller Carl Jacob Burckhardt erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

23.9.1954

In Moskau erscheint die Buchausgabe von Ilja Ehrenburgs Kurzroman "Tauwetter", der den politischen Veränderungen in der Sowjetunion seit dem Tod Stalins den Namen gab.

23.9.1954

In Japan stirbt der Japaner Aikichi Kubojama an den Folgen atomarer Verseuchung. Er war einer der 22 Fischer, die im März nach der US-amerikanischen H-Bombenexplosion auf dem Bikini-Atoll in den atomaren Aschenregen der Bombe geraten war.

23.9.1954

Auf dem US-amerikanischen Militärflughafen in Bitburg explodiert ein 50 000 Liter fassender Treibstofftank. Bei diesem schwersten Explosionsunglück seit 1945 kommen 31 Menschen ums Leben.

23.9.1954

In Hamburg verteidigt der bundesdeutsche Europameister Gerhard Hecht seinen Titel im Halbschwergewicht gegen den Niederländer Wim Snoek.

24.9.1954

In Paris entlässt der französische Innenminister François Mitterrand den Pariser Polizeikommissar Jean Dides, dem die Weitergabe politischer Geheimdokumente an die Kommunistische Partei vorgeworfen wird.

24.9.1954

In Argentinien wenden sich führende Vertreter der katholischen Kirche gegen einen Gesetzentwurf, der die Gleichberechtigung von ehelichen und unehelichen Kindern vorsieht.

25.9.1954

Führende Vertreter der FDP kritisieren die Äußerungen des CDU-Politikers Heinrich von Brentano, die deutsche Wiedervereinigung sei "zweitrangig".

25.9.1954

In Peking wählt der Nationale Volkskongress Mao Zedong zum Staatspräsidenten.

25.9.1954

Die USA und die Sowjetunion brechen nach neunmonatiger Verhandlung ihre Geheimverhandlungen über die Reduzierung von Atomwaffen ergebnislos ab.

25.9.1954

In Berlin (West) eröffnet Vizekanzler Franz Blücher (FDP) die 5. Deutsche Industrieausstellung, auf der 1000 Firmen aus 26 Ländern ihre Produkte ausstellen.

25.9.1954

In Bürgenstock (Schweiz) heiratet die US-amerikanische Schauspielerin Audrey Hepburn ihren US-amerikanischen Berufskollegen Mel Ferrer.

26.9.1954

In Japan fordert ein Taifun über 2000 Todesopfer.

26.9.1954

Im ersten Länderspiel nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft unterliegt die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft in Brüssel Belgien 0:2.

26.9.1954

In Hannover wird das Niedersachsenstadion eingeweiht, das mit einem Fassungsvermögen von 80 000 Zuschauern das größte Stadion in der Bundesrepublik ist.

27.9.1954

In London beginnt die Neun-Mächte-Konferenz, auf der die Außenminister der USA, Großbritanniens, Kanadas, Frankreichs, Italiens, Belgiens, der Niederlande, Luxemburgs und der Bundesrepublik bis zum 3. Oktober über die Aufhebung des Besatzungsstatuts und die Beteiligung der Bundesrepublik am Nordatlantischen Verteidigungspakt (NATO) beraten.

27.9.1954

In Jakarta (Indonesien) protestiert die bundesdeutsche Botschaft offiziell gegen einen Artikel der Zeitschrift "Nanyang Post", in dem Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) mit Adolf Hitler verglichen wird.

28.9.1954

Bei einem Springturnier im italienischen Pinerolo gewinnt Hans Günter Winkler auf Halla den "Giorgio Bianchetti Preis".

29.9.1954

Das Frankfurter Landesarbeitsgericht erklärt Gehaltsabschläge für weibliche Angestellte für verfassungswidrig.

29.9.1954

Das bundesdeutsche Fernsehen startet die Familienserie "Unsere Nachbarn heute abend: Die Familie Schölermann".

30.9.1954

In Peking trifft eine sowjetische Regierungsdelegation unter Führung des Ersten Sekretärs der Kommunistischen Partei Nikita S. Chruschtschow ein. Die chinesische Forderung nach Rückgabe der Äußeren Mongolei wird während des bis zum 12. Oktober dauernden Besuchs von der UdSSR abgelehnt.

30.9.1954

Der umstrittene Anti-Kriegs-Film "08/15" hat in bundesdeutschen Kinos Premiere.

1.10.1954

In Niedersachsen tritt ein neues Schulgesetz in Kraft, mit dem die Mehrzahl der Konfessionsschulen im Land in sog. Gemeinschaftsschulen umgewandelt wird. Die katholische Kirche kündigt dauernden Widerstand bis zur Rücknahme des Gesetzes an.

1.10.1954

Südkorea und die USA schließen in Washington einen Verteidigungspakt, in dem die USA ihr sofortiges Eingreifen im Falle eines "Verteidigungskrieges" Südkoreas zusagen.

1.10.1954

Der französische Pantomime Marcel Marceau startet zu einer Tournee durch die Bundesrepublik.

2.10.1954

Der türkische Ministerpräsident Adnan Menderes trifft zu einem einwöchigen offiziellen Staatsbesuch in Bonn ein. Bei den Gesprächen mit der Bundesregierung geht es um die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen.

3.10.1954

Die letzten Vertreter der französischen Zivilbehörden verlassen Hanoi (Nordvietnam), das gemäß den Vereinbarungen des Genfer Waffenstillstandsabkommens bis zum 10. Oktober an die Vertreter der kommunistischen Behörden übergeben werden muß. In Saigon, Hauptstadt der Republik Vietnam (Südvietnam), war bereits am 7. September der Norodom-Palast, Symbol der französischen Kolonialherrschaft, den vietnamesischen Behörden übergeben worden.

3.10.1954

Die sowjetische Regierung beendet mit der Unterzeichnung eines sowjetisch-jugoslawischen Handelsabkommens in Belgrad die vor sechs Jahren gegen Jugoslawien verhängte Handelsblockade. Jugoslawien hatte sich 1948 von der Politik des Ostblocks losgesagt.

3.10.1954

Die Deutsche Welle beginnt in Köln mit der Ausstrahlung fremdsprachiger Nachrichtensendungen.

3.10.1954

In Dortmund kommt es auf der Zeche Hansa zu einem Grubenunglück, bei dem neun Bergleute getötet werden.

4.10.1954

In Frankfurt am Main wird der 3. ordentliche Kongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) eröffnet (bis 9. Oktober). Hauptziel der 400 Delegierten von 16 Fachgewerkschaften ist die Festlegung einer Strategie zur Durchsetzung der 40-Stunden-Woche.

4.10.1954

Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (BHE) gibt bekannt, dass täglich mehr als 500 Flüchtlinge aus der DDR in die Bundesrepublik oder nach Berlin (West) überwechseln.

4.10.1954

Der Hamburger Senat beschließt, die traditionsreiche Werft "Blohm & Voß" wieder aufzubauen.

4.10.1954

Im Rahmen der Berliner Festwochen wird Paul Claudels Stück "Christopher Columbus" erstmals in der Bundesrepublik aufgeführt.

5.10.1954

In London wird das Triest-Abkommen unterzeichnet. Jugoslawien erhält danach Istrien, die Stadt Triest bleibt bei Italien. Gleichzeitig endet das britische und US-amerikanische Besatzungsregime in dem Gebiet.

6.10.1954

In Niedersachsen treten 12 000 katholische Schulkinder in einen Warnstreik gegen das am 1. Oktober in Kraft getretene Schulgesetz.

6.10.1954

In Berlin (Ost) trifft der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow ein, um mit der DDR-Regierung über die Londoner Beschlüsse der Westmächte zu beraten.

6.10.1954

In Bremen wird die während des Zweiten Weltkriegs fast völlig zerstörte Böttcherstraße wieder eröffnet.

7.10.1954

Der Bundestag billigt gegen die Stimmen der SPD eine Entschließung zur Europapolitik. Die Resolution bekundet den Willen der Bundesrepublik, zur Einigung und Sicherung Europas beizutragen und dafür einen aktiven Verteidigungsbeitrag zu leisten.

7.10.1954

Der Chefdelegierte Indiens bei den Vereinten Nationen (UNO) in New York, Krischna Menon, fordert die Bundesrepublik und die DDR zu direkten Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands auf.

7.10.1954

Ein persisches Militärgericht verurteilt in Teheran zehn Offiziere und zwei Zivilisten zum Tode. Sie sollen versucht haben, innerhalb der Armee für die Sowjetunion zu spionieren.

7.10.1954

Der 41. Pariser Autosalon öffnet seine Pforten. Über 1300 Aussteller zeigen ihre Produkte vom Pkw bis zum Fahrrad.

7.10.1954

Bei einer Flut- und Sturmkatastrophe im Norden von Honduras kommen über 1000 Menschen ums Leben.

7.10.1954

In Bremerhaven läuft das größte Handelsschiff der Bundesrepublik, die "Esso Düsseldorf", vom Stapel.

7.10.1954

In Berlin (Ost) wird "Der kaukasische Kreidekreis" von Bertolt Brecht vom Berliner Ensemble zum ersten Mal in deutscher Sprache aufgeführt.

8.10.1954

Die Verwaltung der britischen Kolonie Kenia beschließt, "unbelehrbare" Anhänger der nationalistischen schwarzen Befreiungsbewegung Mau-Mau zukünftig auf eine unbewohnte Insel im Victoriasee zu verbannen.

8.10.1954

In der norwegischen Hauptstadt Oslo teilt der Nobel-Ausschuß des norwegischen Parlaments mit, dass in diesem Jahr der Friedens-Nobelpreis nicht vergeben werde; es sei keine Persönlichkeit gefunden worden, die des Preises würdig sei.

8.10.1954

Gustav "Bubi" Scholz besiegt in Berlin (West) den schottischen Meister Willie Armstrong in der achten Runde durch technischen K. o.

9.10.1954

Ein französisches Militärgericht verurteilt den ehemaligen SS-Obergruppenführer Carl Albrecht Oberg und den früheren SS-Standartenführer Helmut Knochen zum Tode.

9.10.1954

Auf dem Jahreskongress der britischen Konservativen in Blackpool nennt Premierminister Winston Churchill als letztes Ziel seiner Karriere die friedliche Verständigung mit der Sowjetunion.

9.10.1954

Ho Chi Minh, Führer des kommunistischen Vietminh, ruft Hanoi zur Hauptstadt der Demokratischen Republik Vietnam aus.

9.10.1954

Vor der Küste des US-Bundesstaates Virginia bricht der US-amerikanische Erzfrachter "Mormackite" im Sturm auseinander. 37 Seeleute kommen ums Leben.

9.10.1954

In Frankfurt am Main verteidigt der Europameister im Schwergewicht, Heinz Neuhaus, durch K. o. in der dritten Runde erfolgreich seinen Titel gegen den Österreicher Kurt Schiegl.

10.10.1954

Der stellvertretende Oberkommandierende der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis), der britische Feldmarschall Bernard Law Montgomery, fordert die Anwendung von Atomwaffen für den Fall eines Kriegsausbruchs, da die westlichen Staaten niemals genügend Freiwillige mobilisieren könnten.

10.10.1954

Beim Leichtathletik-Länderkampf zwischen Japan und der Bundesrepublik in Tokio stellt der Rendsburger Heiner Will mit 77,12 m einen deutschen Rekord im Speerwerfen auf.

11.10.1954

Der Landtag von Schleswig-Holstein wählt Kai Uwe von Hassel (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten.

11.10.1954

Die Sowjetunion einigt sich mit der Volksrepublik China über den Abzug der sowjetischen Truppen aus dem chinesischen Hafen Port Arthur. Der Hafen war nach dem Zweiten Weltkrieg in die Hände der Sowjetunion gelangt.

12.10.1954

Nach einem Beschluß des Finanz- und Steuerausschusses im Bundestag tritt die Steuerreform am 1. Januar 1955 in Kraft. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. Wesentlicher Bestandteil ist die Senkung des Freibetrags für Einkommenssteuer vor allem bei Jahreseinkommen bis 30 000 und bis 40 000 DM.

12.10.1954

Der japanische Ministerpräsident Shigeru Yoshida trifft zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik ein.

12.10.1954

Die österreichische Regierung akzeptiert einen Vorschlag der Sowjetunion, an einer Botschafterkonferenz der vier Besatzungsmächte über eine Erleichterung des Besatzungsregimes in Österreich mitzuwirken.

12.10.1954

Die französische Nationalversammlung spricht Ministerpräsident Pierre Mendès-France das Vertrauen aus. Mendès-France hatte die Vertrauensfrage im Zusammenhang mit den Londoner Beschlüssen über die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik vom 2. Oktober gestellt.

12.10.1954

Die Delegation der USA bei den Vereinten Nationen (UNO) legt ein Programm als Grundlage für Abrüstungsmaßnahmen der Großmächte vor.

12.10.1954

Der Premierminister der Südafrikanischen Union, Daniel François Malan, gibt seinen Rücktritt aus Altersgründen für den 30. November bekannt.

13.10.1954

Hafenarbeiterstreiks für fünfprozentige Lohnerhöhungen in London weiten sich auf andere Berufsgruppen aus: Durch den Ausstand von etwa 5000 Omnibusfahrern und -schaffnern wird der Berufsverkehr der britischen Hauptstadt weitgehend lahmgelegt.

13.10.1954

In Zürich kündigt die Schweizer "Migros"-Genossenschaft an, dass ihre Tochterfirma "Migrol" ihr Tankstellennetz auf das ganze Land ausdehnen will. "Migrol" unterbietet den offiziellen Schweizer Benzinpreis von umgerechnet 55 Pf um 6 Pf.

13.10.1954

In Luxemburg wird die erste internationale höhere Schule eröffnet. Sie steht unter der Schirmherrschaft der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) und soll den Kindern der dort arbeitenden Beamten eine "europäische" Bildung vermitteln.

14.10.1954

Der Bundestag trifft zwei wichtige sozialpolitische Entscheidungen: Das Gesetz über die Kinderbeihilfe wird mit den Stimmen von CDU/CSU verabschiedet, die Erhöhung der Renten findet auch die Zustimmung der Opposition.

14.10.1954

DDR-Kulturminister Johannes R. Becher gibt seine Vorstellungen über die Entwicklung der "demokratischen und nationalen Volkskultur" der DDR bis 1960 bekannt. Danach ist der "sozialistische Realismus" die fortschrittlichste Methode in allen Zweigen des künstlerischen Schaffens.

14.10.1954

Der Engländer Chris Chataway läuft in London in 13:51,6 min Weltrekord auf der 5000 m-Distanz.

15.10.1954

Der Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) droht mit dem Austritt aus der Bonner Regierungskoalition, da die Bundesregierung auf dem Gebiet der Sozialpolitik die Koalitionsabmachungen nicht eingehalten habe. So habe z. B. Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) noch nicht genügend Mittel für die Entschädigung der Kriegsheimkehrer bereitgestellt.

16.10.1954

In Hannover unterliegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Frankreich 1:3. Mit diesem Spiel beginnt Uwe Seeler seine erfolgreiche Karriere als Nationalspieler.

16.10.1954

Durch den Wirbelsturm "Hazel", der seit dem 15. Oktober über acht US-amerikanische Bundesstaaten hinwegfegt, werden 137 Menschen getötet.

17.10.1954

Auf der Tagung der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) in Paris wird die Bildung eines europäischen Währungsfonds beschlossen, der den Übergang zum freien Währungsverkehr in Europa vorbereiten und erleichtern soll.

17.10.1954

In Belgrad spricht sich der jugoslawische Ministerpräsident Josip Tito gegen eine "Rückkehr nach Moskau" und für eine begrenzte Zusammenarbeit seines Landes mit den Staaten des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses (NATO) aus.

18.10.1954

Der britische Premierminister Winston Churchill bildet sein Kabinett um. Neuer Verteidigungsminister wird danach der bisherige Wohnungsbauminister Harold Macmillan.

18.10.1954

Nach Berechnungen der US-amerikanischen Kongreßbibliothek hat der Zweite Weltkrieg insgesamt 1,9 Billionen DM an materiellen Verlusten gekostet; die Kosten eines Kriegstages beliefen sich weltweit auf umgerechnet 930 Millionen DM.

19.10.1954

Großbritannien und Ägypten unterzeichnen ein Abkommen über den Rückzug der britischen Truppen aus der Suezkanalzone.

19.10.1954

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald teilt mit, dass die durch Kriegszerstörungen entstandenen Kahlschläge inzwischen fast völlig aufgeforstet worden seien.

20.10.1954

Der Bundestag beschließt einstimmig, dass Ostberliner, die im West-Sektor der Stadt einen Arbeitsplatz hatten und diesen verlieren, ein Anrecht auf Arbeitslosenunterstützung haben.

20.10.1954

In einer Bundestagsdebatte über Probleme der Jugend wirft die SPD der Regierungskoalition mangelndes Interesse an der Jugend vor.

20.10.1954

In Finnland wird der Führer der Bauernpartei, Urho Kaleva Kekkonen, mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Sein Vorgänger Ralf Toerngren war am 14. Oktober zurückgetreten.

20.10.1954

Frankreich tritt seine indischen Besitzungen an Indien ab. Es handelt sich dabei um fünf größere und ein Dutzend kleinere Siedlungen.

20.10.1954

Im italienischen Parlament kommt es wegen einer Anspielung eines Redners auf die faschistische Vergangenheit einiger Parlamentsmitglieder zu einer Prügelei.

21.10.1954

Chefredakteure von DDR-Zeitungen beschweren sich in Berlin bei der Abteilung Presselenkung des SED-Zentralkomitees über die satirische DDR-Zeitschrift "Eulenspiegel". Sie überschütte andere Presseorgane mit "unerträglichen Stänkereien und Bevormundungen".

21.10.1954

Die Bundesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene beginnt mit einem Untersuchungsprogramm für Flugstaub. Seit einigen Jahren vermuten Fachleute, dass Flugstaub und Ruß vor allem in der Luft der Städte für die Zunahme der Krebserkrankungen verantwortlich seien. Auch das Wachstum der Bäume werde dadurch behindert.

21.10.1954

Das iranische Parlament stimmt dem am 10. August mit einem internationalen Ölkonsortium geschlossenen Vertrag über die Wiederaufnahme der persischen Ölproduktion zu.

21.10.1954

Den diesjährigen Nobelpreis für Medizin erhalten die drei US-amerikanischen Wissenschaftler Thomas Weller, John Franklin Enders und Frederick Chapman Robbins.

22.10.1954

In der Bundestagsdebatte über die veränderte Vorlage des Personenstandsgesetzes kommt es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen CDU und SPD über die Frage, ob das religiöse Bekenntnis in die Personalpapiere aufgenommen werden darf oder nicht.

22.10.1954

Der Intendant des Düsseldorfer Schauspiels, Gustaf Gründgens, löst sein Engagement, um die Leitung des Schauspielhauses im Hamburg zu übernehmen.

23.10.1954

In Paris gehen eine Reihe von Konferenzen zwischen den westlichen Alliierten und der Bundesrepublik zu Ende. Ein Ergebnis der Verhandlungen ist die Aufforderung an die Bundesrepublik, der NATO beizutreten.

23.10.1954

Eine österreichische Himalaja-Expedition bezwingt den 8135 m hohen Cho Oyu, den siebthöchsten Berg der Erde.

24.10.1954

In Pakistan verhängt der Generalgouverneur Ghulan Mohammed den Ausnahmezustand, nachdem Angriffe der politischen Opposition auf Ministerpräsident Mohammad Ali zunehmend die Stabilität der Regierung bedrohen.

24.10.1954

Der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch tritt Darstellungen der dänischen Zeitung "Information" entgegen, der neue Roman von Erich Maria Remarque "Zeit zu leben - Zeit zu sterben", sei für fremdsprachige Lizenzfassungen zensiert worden.

24.10.1954

In Nürnberg gewinnt die Mannschaft Hermannia Frankfurt die 85. deutsche Meisterschaft der Fechter.

24.10.1954

Beim Leichtathletik-Länderkampf Ç SSR-UdSSR in Prag besiegt der sowjetische Europameister Wladimir Kuz den dreifachen Olympiasieger Emil Zatopek und stellt mit 13:51,2 min einen Weltrekord über 5000 m auf.

25.10.1954

Das Darmstädter Schwurgericht spricht die beiden ehemaligen Gestapo-Angehörigen Waldemar Eisfeld und Heinrich Lorenz, die beschuldigt werden, während des Dritten Reichs an Massendeportationen jüdischer Bürger maßgeblich beteiligt gewesen zu sein, wegen Mangels an Beweisen frei.

25.10.1954

Bei der Trauerfeier für den an den Folgen der Wasserstoffexplosion am 1. März verstorbenen japanischen Fischer wird bekanntgegeben, dass 14 Millionen Japaner eine Resolution zur Ächtung der Atom- und Wasserstoffbombe unterzeichnet haben.

25.10.1954

Der US-amerikanische Architekt Hermann Field der sich seit 1949 in polnischer Haft befand, wird freigelassen. Er war 1949 in Warschau ohne erkennbaren Grund verhaftet worden.

25.10.1954

In Venedig findet der 2. Europäische Gemeindetag statt. Vertreter aus acht europäischen Ländern und dem Saargebiet fordern eine Basisbewegung zur Einigung Europas.

26.10.1954

Auf den ägyptischen Ministerpräsidenten Gamal Abd an Nasser wird in Alexandria ein Attentatsversuch unternommen.

26.10.1954

Der britische Chemienobelpreisträger Frederick Soddy erklärt in Brighton, dass für die Wetterveränderungen der letzten Monate Versuche mit Atomanlagen und -waffen verantwortlich seien.

26.10.1954

In Basel (Schweiz) wird zum ersten Mal eine Frau in ein Richteramt gewählt. Die Wahl ist ein wichtiger Erfolg im Bemühen um die politische Gleichberechtigung der Frauen in der Schweiz.

26.10.1954

Eine Überschwemmungskatastrophe in Süditalien fordert rund 200 Todesopfer. Im Raum der Stadt Salerno werden über 500 Familien obdachlos.

27.10.1954

Bundeskanzler Adenauer (CDU) trifft zu einem viertägigen Besuch in den USA ein. Bei den Besprechungen mit der US-amerikanischen Regierung wird ein neuer Freundschafts- und Handelsvertrag geschlossen.

27.10.1954

US-Präsident Dwight D. Eisenhower ernennt Benjamin Oliver Davis jr. zum General. Davis ist der erste schwarze General der US-Armee.

27.10.1954

Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) im Mittelmeer, Louis Mountbatten, Earl of Burma, wird zum Ersten Seelord der britischen Marine ernannt. Mountbatten war u.a. der letzte britische Vizekönig in Indien.

27.10.1954

In der Ruhrgebietsstadt Oberhausen werden die ersten Westdeutschen Kulturfilmtage eröffnet.

28.10.1954

Das deutsch-französische Saarabkommen wird von der FDP-Bundestagsfraktion abgelehnt. Nach Ansicht der Liberalen hat Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) das Abkommen eigenmächtig und "ohne Unterrichtung und Befragung der Bundesregierung" abgeschlossen.

28.10.1954

Die schwedische Akademie der schönen Künste verleiht dem US-amerikanischen Schriftsteller Ernest Hemingway den Nobelpreis für Literatur.

28.10.1954

Der Schriftsteller Alfred Döblin erhält von der Akademie der Wissenschaften in Mainz den mit 10 000 DM dotierten Literaturpreis 1954 zugesprochen. Der schwer kranke Döblin schrieb u.a. den Roman "Berlin Alexanderplatz".

29.10.1954

Bundestagspräsident Hermann Ehlers (CDU) stirbt in Oldenburg. Ehlers hatte sich während des Dritten Reiches aktiv für die oppositionelle "Bekennende Kirche" eingesetzt; seit 1949 war er für die CDU Mitglied des Bundestags.

30.10.1954

Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin (West) erklärt die rund 75 000 in der Bundesrepublik lebenden Österreicher zu deutschen Staatsbürgern.

31.10.1954

Der Schweizer Clown "Grock", im Privatleben Adrian Wettach, nimmt seinen Abschied aus der Manege.

31.10.1954

Bei Nizza wird das Wrack eines US-amerikanischen Militärflugzeuges gefunden, das seit dem 24. Oktober vermißt wurde. Von den 21 Besatzungsmitgliedern hat niemand den Absturz überlebt.

1.11.1954

Mit über 40 Bombenanschlägen durch die algerische Befreiungsbewegung FNL vor allem im Raum um Algier, Bonfarth, Batna und Oran beginnt der "Algerienkrieg".

1.11.1954

In Washington sichert die US-amerikanische Regierung der Bundesrepublik für die ersten drei Jahre der Wiederaufrüstung Finanzhilfen in Höhe von umgerechnet 12,6 Milliarden DM zu.

1.11.1954

In Kuba wird Fulgencio Batista y Zaldivar zum Staatspräsidenten gewählt.

1.11.1954

Papst Pius XII. proklamiert in Rom das Fest Maria Königin, das alljährlich am 31. Mai begangen werden soll.

2.11.1954

Bei den US-amerikanischen Kongreßwahlen, bei denen ein Teil der Sitze im Repräsentantenhaus und im Senat sowie die Gouverneure von 33 Bundesstaaten gewählt werden, erringt die Demokratische Partei den Sieg.

2.11.1954

Im Westberliner Kino "Die Kurbel" findet die 1000. Aufführung des US-amerikanischen Films "Vom Winde verweht" statt.

2.11.1954

In Lüneburg wird gegen den Leiter einer Tanzkapelle ein Ermittlungsverfahren eröffnet, weil er das Deutschlandlied als Foxtrott gespielt haben soll.

3.11.1954

Der Hessische Landtag beauftragt die Landesregierung, dem Saarabkommen bei der bevorstehenden Abstimmung im Bundesrat die Zustimmung zu verweigern.

3.11.1954

In Nizza (Frankreich) stirbt der französische Maler Henri Matisse.

4.11.1954

Der Friedensnobelpreisträger von 1952, Albert Schweitzer, hält in Oslo eine vielbeachtete Rede über "Das Problem des Friedens", in der er die Ursachen von Gewalt zu ergründen versucht. Nach Schweitzers Ansicht hat der technische Fortschritt den Menschen zum "Übermenschen" gemacht. Mit dem Glauben an die technische Perfektion habe der Mensch zunehmend seine ethischen Normen verloren.

5.11.1954

In der burmesischen Hauptstadt Rangun unterzeichnen Japan und Burma einen Friedensvertrag, der die von Japan an Burma zu zahlenden Reparationen und die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten regelt.

5.11.1954

Das US-amerikanische Handelsministerium streicht einer britischen und einer niederländischen Firma die Importgenehmigung für Antibiotika, weil sie versucht haben sollen, ihren Impfstoff an die Volksrepublik China zu verkaufen.

6.11.1954

Konstantin Freiherr von Neurath, zwischen 1932 und 1938 deutscher Außenminister, wird aus Altersgründen vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Neurath war 1946 bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.

6.11.1954

Die französische Regierung gibt die Auflösung der nationalistischen algerischen "Bewegung für den Triumph demokratischer Freiheiten" (MTLD) bekannt.

6.11.1954

In Kairo schließen die USA und Ägypten ein Hilfsabkommen, das Ägypten 40 Millionen US-Dollar (172 Millionen DM) an Wirtschaftshilfe zusichert.

7.11.1954

Über der japanischen Insel Hokkaido wird ein US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug von zwei sowjetischen Abfangjägern abgeschossen.

7.11.1954

In Paris schließt der US-amerikanische Amateurflieger Max Conrad seinen Alleinflug über den Atlantik von New York aus erfolgreich ab.

8.11.1954

Kaiser Haile Selassie I. von Äthiopien trifft zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik ein.

8.11.1954

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) beschließt, für die Ergreifung von Autodieben Prämien auszusetzen.

8.11.1954

Erstmals überträgt das US-amerikanische Fernsehen die Spielzeit-Eröffnung der New Yorker Metropolitan Oper in 30 Kinos der USA.

8.11.1954

In Indien stimmt das Exekutivkomitee der regierenden Kongreßpartei dem Rücktritt von Ministerpräsident Jawaharlal Nehru als Parteivorsitzender zu. Der Wunsch des fast 65jährigen Politikers auch als Premierminister zurückzutreten, wird dagegen abgelehnt.

8.11.1954

Der deutsche Wissenschaftler und Raketeningenieur Wernher von Braun, der seit 1945 in den USA lebt, erhält zusammen mit 32 weiteren deutschen Wissenschaftlern die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

9.11.1954

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landtagspräsidiums sind in Nordrhein-Westfalen im laufenden Jahr insgesamt 391 Bergleute unter Tage ums Leben gekommen.

9.11.1954

In London billigt das britische Unterhaus die Ratifizierung des Südostasiatischen Verteidigungspaktes (SEATO). In dem Bündnis haben sich Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland, Pakistan, die Philippinen und die USA zusammengeschlossen.

10.11.1954

Im Iran wird der ehemalige Außenminister Hossein Fatemi, dem die Beteiligung an einem Umsturz gegen den Schah Mohammed Resa Pahlawi vorgeworfen wurde, hingerichtet.

10.11.1954

Der argentinische Staatspräsident Juan Domingo Perón verursacht durch Beschimpfungen von katholischen Priestern einen innenpolitischen Konflikt.

10.11.1954

In Bonn schlägt der FDP-Bundestagsabgeordnete Hasso von Manteuffel die Bildung von Milizverbänden im Anschluß an die Schaffung einer bundesdeutschen Armee vor.

10.11.1954

In Nordrhein-Westfalen steigen die Brotpreise um durchschnittlich 2 Pf an. Ein 750 g schweres Brot kostet jetzt in Dortmund 1,10 DM.

10.11.1954

Die alliierten Hochkommissare erlauben der bundesdeutschen Lufthansa den Ankauf von vier US-amerikanischen Flugzeugen des Typs "Convair 340".

10.11.1954

Das Bundeswirtschaftsministerium gibt Entschädigungen für Opfer des Nationalsozialismus frei, die im Ausland leben.

11.11.1954

Das Bundeskanzleramt gibt die Umbesetzung des Kabinetts zum Jahreswechsel bekannt. Heinrich von Brentano (CDU) soll das Außenministerium übernehmen, das bislang von Bundeskanzler Konrad Adenauer mitbetreut wurde.

11.11.1954

In Griechenland bricht die Regierungskoalition der "Neuen Partei" und der Sammlungsbewegung von Ministerpräsident Alexandros Papagos auseinander.

11.11.1954

In Japan spaltet sich die Liberale Partei von Ministerpräsident Shigeru Yoshida. Der Gründer der Liberalen, Hikao Hatojama, und der Vorsitzende der Fortschrittlichen, Nasuaro Shigemitsu, geben die Gründung einer neuen konservativen Partei bekannt.

11.11.1954

Ein vom französischen Kabinett verabschiedetes Gesetz sieht die Erhöhung der Alkoholsteuer um 20% und Verkaufseinschränkungen für Wirtschaften und Privatbrennereien vor.

11.11.1954

Die UdSSR und Frankreich schließen ein Handelsabkommen, das einen Warenaustausch im Wert von umgerechnet 348 Millionen DM vorsieht.

12.11.1954

In Bonn sorgt die Aussage von Bundeskanzler Konrad Adenauer für Aufsehen, das Reichskonkordat zwischen dem Vatikan und den Nationalsozialisten aus dem Jahr 1933 habe nach wie vor Gültigkeit.

12.11.1954

Der Bundesrat beschließt die Einführung der Führerscheinpflicht für Motorräder über 50 ccm ab 1. Dezember.

12.11.1954

Im britischen Fernsehen erklärt der ehemalige deutsche Generalfeldmarschall Albert Kesselring, in den SS-Divisionen sei "ein Teil des besten deutschen Blutes vertreten" gewesen. Darauf könne beim Wiederaufbau einer bundesdeutschen Armee nicht verzichtet werden.

12.11.1954

In Nordeuropa kommt es zu schweren Stürmen, die Geschwindigkeiten von 180 km/h erreichen.

13.11.1954

In Neuseeland gewinnt die Nationalpartei des regierenden Ministerpräsidenten Sydney George Holland erneut die Parlamentswahlen.

14.11.1954

In Ägypten wird Staatspräsident Ali Muhammad Nagib entmachtet und in Schutzhaft genommen.

14.11.1954

Der französische Ministerpräsident Pierre Mendès-France startet von Paris aus zu einem Staatsbesuch nach Kanada und den USA.

14.11.1954

In der Bundesrepublik gedenken die Menschen am Volkstrauertag der in den zwei Weltkriegen Gefallenen und der in Konzentrationslagern Ermordeten.

14.11.1954

In Berlin (Ost) beschuldigt der Regisseur Slatan Dudow den Chefdramaturgen des "Deutschen Theaters", Heinar Kipphardt, sein Stück "Shakespeare dringend gesucht" sei ein Plagiat. Kipphardt habe zwei Akte aus der Dudow-Komödie "Der Feigling" und ein unveröffentlichtes Stück der Autorin Irma Lengersdorff in sein Stück eingearbeitet.

14.11.1954

In Königstein werden verloren geglaubte Fresken des expressionistischen Malers Ernst Ludwig Kirchner wiederentdeckt.

14.11.1954

Das Verbandsgericht des Westdeutschen Fußballverbandes sperrt die Fußballmannschaft von Altenessen 12 für zwei Jahre. Der Verein hatte sich geweigert den Namen eines Spielers zu nennen, der im Meisterschaftsspiel gegen VfB Speldorf eine vom Schiedsrichter unbemerkte Tätlichkeit begangen hatte.

15.11.1954

Die Bundesrepublik und Saudi-Arabien beschließen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

15.11.1954

Die Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung wählt Friedrich Ebert (SED) erneut zum Bürgermeister.

15.11.1954

Für die spanischen Gemeinderatswahlen wird die Kandidatur der Monarchisten als Oppositionspartei zu den Falangisten von der Regierung zugelassen.

15.11.1954

In Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen startet eine SAS-Maschine vom Typ DC 6 zum ersten transpolaren Flug in die USA.

15.11.1954

Bei der Fahndung nach den sog. Autoräubern, die seit Wochen vor allem in Nordrhein-Westfalen Überfälle auf Autofahrer verüben, erschießt die Polizei eine unbeteiligte Frau.

16.11.1954

In Bonn wird Eugen Gerstenmaier (CDU) im dritten Wahlgang zum Bundestagspräsidenten gewählt.

16.11.1954

Die Bundesregierung verabschiedet in Bonn ein Gesetz, das finanzielle Zuwendungen an politische Parteien begünstigt.

16.11.1954

Vor der Küste Perus wird die Walfangflotte des griechischen Reeders Aristoteles Onassis von peruanischen Streitkräften beschossen. Der südamerikanische Staat will mit dieser Aktion den Walfang ausländischer Schiffe vor seiner Küste verhindern.

16.11.1954

In Marokko ruft die nationalistische Istiklal-Partei zu einem dreitägigen Streik zum Gedenken an den 1953 von Frankreich abgesetzten Sultan Sidi Mohammed Ben Jussuf auf.

16.11.1954

60 evangelische Pfarrer der Kirchengemeinde Dortmund veröffentlichen eine Resolution gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik, in der es u.a. heißt: "Wir sind überzeugt, dass die Wiederaufrüstung unter den gegebenen Umständen kein Mittel ist, die Wiedervereinigung herbeizuführen und den Frieden zu suchen."

16.11.1954

In Kassel wird die ehemalige Gestapo-Agentin Dagmar Imgard zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie wird für schuldig befunden, zwischen 1941 und 1944 christlich-politische Widerstandskämpfer an die nationalsozialistische Geheimpolizei verraten zu haben.

17.11.1954

In Seoul unterzeichnen die USA und Südkorea ein Abkommen, das dem asiatischen Staat finanzielle Hilfe in Höhe von umgerechnet 2,8 Milliarden DM gewährt.

17.11.1954

In Ungarn wird das US-amerikanische Ehepaar Noel und Herta Field nach fünfjähriger Untersuchungshaft freigelassen, nachdem sich der Spionageverdacht gegen sie nicht bestätigt hat.

18.11.1954

Das britische Unterhaus spricht sich mit 264:4 Stimmen für die Annahme der Pariser Verträge aus, die u.a. eine Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO beinhalten.

18.11.1954

Im Bonner Bundestag distanziert sich die CDU/CSU-Fraktion von Äußerungen des Bundesfamilienministers Franz-Josef Wuermeling, der einen Tag zuvor erklärt hatte: "Im öffentlichen Leben gibt es heute keine Fronten der Konfessionen untereinander, sondern nur eine gemeinsame Front gegen das moderne Antikirchentum derer, die keine Konfession mehr haben."

19.11.1954

Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin (West) entscheidet, dass Otto Strasser, der als Staatenloser in Kanada lebt, in die Bundesrepublik eingebürgert werden muß. Strasser, bis 1930 enger Mitarbeiter von Adolf Hitler und Mitglied der NSDAP, war 1933 zunächst nach Wien emigriert.

19.11.1954

In Tunesien kommt es zu schweren Zusammenstößen zwischen französischen Truppen und nationalistischen Kämpfern, den sog. Fellaghas, bei denen 25 Menschen getötet werden.

19.11.1954

In Belgien treten 18 000 Lehrer in den Streik, weil die Regierung ihre Bezüge nicht erhöhen will.

19.11.1954

In Berlin (Ost) stellt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl sein neues Kabinett vor, in dem DDR-Innenminister Willi Stoph das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten einnimmt.

20.11.1954

In Lewisburg (USA) wird der US-Amerikaner Alger Hiss aus dem Gefängnis entlassen. Der ehemalige Leiter des Büros für politische Angelegenheiten im Außenministerium war 1950 in einem in den USA Aufsehen erregenden Prozeß wegen Spionagetätigkeit für die UdSSR zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

20.11.1954

Der Ungar György Tumpek schwimmt in Budapest mit 1 :02,1 min Weltrekord über 100 m Schmetterling.

21.11.1954

Der österreichische Bundeskanzler Julius Raab trifft zu einem vierzehntägigen Staatsbesuch in den USA ein. Raab will vor allem für den österreichischen Staatsvertrag werben, der die Souveränität des Landes wiederherstellen soll.

21.11.1954

Der jugoslawische Staatspräsident Josip Tito erklärt in Kopar (Jugoslawien), sein Land werde weder dem Nordatlantischen Verteidigungspakt (NATO) noch einem östlichen Militärbündnis beitreten.

21.11.1954

Ernst Robert Curtius wird für seine Verdienste um die Verbreitung der modernen französischen Literatur die Ehrendoktorwürde der Sorbonne verliehen.

21.11.1954

Beim Internationalen Reitturnier in Toronto (Kanada) gewinnt die spanische Mannschaft den Preis der Nationen.

22.11.1954

In New York stirbt der stellvertretende sowjetische Außenminister und Chefdelegierte bei den Vereinten Nationen, Andrei Wyschinski.

22.11.1954

Die Fraktion der Liberalen Partei des japanischen Ministerpräsidenten Shigeru Yoshida im japanischen Parlament in Tokio wird durch den Austritt von 35 Abgeordneten geschwächt. Die Dissidenten, die Yoshida als Parteipräsident ablehnen, schließen sich der Opposition im japanischen Parlament an.

22.11.1954

In Berlin (West) wird die Kuppel des Reichstags zum Einsturz gebracht. Die 300 t schwere Dachkonstruktion war baufällig.

23.11.1954

Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beginnt die Verhandlung über die Verfassungswidrigkeit der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

23.11.1954

Der britische Premierminister Winston Churchill bestätigt in London, dass er Ende des Zweiten Weltkriegs an die Wiederbewaffnung der besiegten deutschen Wehrmacht gedacht habe, falls die sowjetischen Truppen weiter nach Westen vorgerückt wären.

23.11.1954

In einer Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UNO) in New York spricht sich der französische Ministerpräsident Pierre Mendès-France für die Schaffung eines östlichen Gegenstücks zur Westeuropäischen Union (WEU) aus. Die Koexistenz zweier Verteidigungsblöcke sei die Grundlage für ein gesamteuropäisches Sicherheits- und Abrüstungssystem.

24.11.1954

Auf einer Wahlveranstaltung der CSU in Augsburg wird der Sicherheitsbeauftragte der Bundesrepublik, Theodor Blank, von Gegnern der Wiederbewaffnungspläne der Regierung verprügelt.

25.11.1954

Mit 126:7 Stimmen billigt das norwegische Parlament die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und ihre Aufnahme in die NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) gemäß den Pariser Verträgen.

25.11.1954

Auf der Strecke Baden-Baden- Karlsruhe werden zehn Streckenarbeiter der Deutschen Bundesbahn von einem Personenzug erfaßt und getötet.

26.11.1954

Die Regierung der USA protestiert bei der Volksrepublik China gegen die Verurteilung von 13 US-Amerikanern wegen angeblicher Spionage. Die US-Bürger waren am 23. November in Peking zu Haftstrafen bis zu vier Jahren verurteilt worden.

26.11.1954

Die niederländische Regierung legt ein Gutachten über die zunehmende Versalzung des Rheins vor: Danach transportiert der Strom jede Sekunde 250 kg Salz in die Niederlande und pro Tag fast 22 000 t. Vor 25 Jahren waren es nur 11 000 t täglich.

27.11.1954

Bei den ersten Parlamentswahlen in der Ç SSR seit 1948 erhält die Einheitsliste der KP Ç 97,8% der Stimmen. Erstmals seit Kriegsende ziehen auch drei Vertreter der deutschen Bevölkerungsminderheit ins Parlament ein.

27.11.1954

In Paris deckt die Polizei einen Mode-Spionagering auf, der die Modeneuheiten der Häuser Dior, Fath und Balmain kopiert und ins Ausland geschmuggelt hat. Drei Modistinnen werden verhaftet.

27.11.1954

In Digne (Frankreich) wird der 77jährige Bauer Gaston Dominici wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt. Dieser Aufsehen erregende Fall wird 1973 mit Jean Gabin in der Hauptrolle verfilmt.

27.11.1954

Der Große Basar von Istanbul fällt einem Großfeuer zum Opfer. 34 der 65 engen Basargassen brennen völlig aus.

28.11.1954

Bei den Landtagswahlen in Hessen verliert die SPD die absolute Mehrheit. Ministerpräsident der Koalitionsregierung wird am 17. Dezember erneut Georg August Zinn (SPD).

28.11.1954

Die Landtagswahlen in Bayern bringen starke Zugewinne für die CSU. Dennoch wird sie als stärkste Fraktion von der Koalition aus SPD, Bayernpartei (BP), Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) und FDP ausgeschlossen. Neuer Ministerpräsident wird am 14. Dezember Wilhelm Hoegner (SPD).

28.11.1954

Bei einem Orkan in Südengland mit Windgeschwindigkeiten bis 160 km/h geraten 16 Schiffe aus insgesamt acht Nationen in Seenot.

29.11.1954

In Moskau beginnt die Konferenz der Ostblockstaaten, auf der über Konsequenzen der Pariser Konferenzbeschlüsse der westlichen Verbündeten beraten wird.

29.11.1954

In Südvietnam beendet Staatspräsident Bao-Dai den monatelangen Machtkampf zwischen Ministerpräsident Ngô Dinh Diêm und Generalstabschef Nguyen Van Hinh durch die Entlassung des Generals. Dieser Schritt Bao Dais gilt als Zugeständnis an die USA, die Südvietnam künftig nur unter der Regierung des Ministerpräsidenten Ngô Dinh Diêm unterstützen wollen.

29.11.1954

Der ehemalige italienische Ministerpräsident Giuseppe Pella wird in Straßburg zum neuen Präsidenten des Parlaments der Montanunion (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) gewählt. Pella tritt die Nachfolge des am 19. August verstorbenen Alcide De Gasperi an.

29.11.1954

Großbritannien übergibt der äthiopischen Regierung die Provinz Ogaden.

30.11.1954

Im Alter von 68 Jahren stirbt in Baden-Baden Wilhelm Furtwängler, der langjährige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Am 22. Dezember übernimmt Herbert von Karajan die Nachfolge Furtwänglers.

30.11.1954

Der Stadtsender von Billerbeck bei Münster muss aufgrund einer Entscheidung der Oberpostdirektion Münster den Sendebetrieb einstellen. Der Sender war 1945 wegen des schlechten Hörfunkempfangs von einem Rundfunkhändler errichtet worden und strahlte seitdem das NWDR-Programm sowie gelegentlich eigene Beiträge aus.

1.12.1954

In einem Schreiben an die bundesdeutschen Bischöfe beklagt Papst Pius XII. die Politik der Bundesländer, die katholischen Konfessionsschulen zugunsten sog. Gemeinschaftsschulen zu schließen. Der Papst sieht darin eine Verletzung des Rechts der Katholiken, ihre Kinder katholisch zu erziehen.

1.12.1954

Die französische Nationalversammlung erleichtert durch die Annahme einer Verfassungsänderung die Überwindung von Regierungskrisen: Der vom Staatspräsident als Ministerpräsident bestimmte Kandidat kann sich und seine Regierung mit einfacher Stimmenmehrheit in einem Wahlgang von der Nationalversammlung bestätigen lassen.

1.12.1954

In London unterliegt die bundesdeutsche Fußball-Nationalmannschaft England 1:3.

2.12.1954

Die USA und Taiwan (Formosa) schließen ein gegenseitiges Verteidigungsabkommen, das ein Eingreifen von US-Truppen im Falle eines Angriffs auf Taiwan vorsieht.

2.12.1954

DDR-Kulturminister Johannes R. Becher diskutiert im Westberliner Hotel Sachsenhof mit Künstlern und Journalisten über Probleme des Gesamtberliner Kulturlebens.

2.12.1954

Auf der Rückfahrt vom Fußball-Länderspiel Deutschland:England entgleist ein Sonderzug mit bundesdeutschen Fußballfans bei Löwen (Belgien); 20 Personen werden getötet, 80 verletzt.

3.12.1954

In der Bonner "Dienststelle Blank", die für sicherheitspolitische Planungen der Bundesrepublik zuständig ist, zeigen Grenzschutzbeamte die neuen Uniformen für die geplanten Streitkräfte der Bundesrepublik.

4.12.1954

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UNO) nimmt einstimmig einen Plan der USA an, eine internationale Behörde zur Überwachung der friedlichen Nutzung der Atomenergie einzurichten.

4.12.1954

In Kairo werden sechs Mitglieder der oppositionellen religiösen Moslembruderschaft zum Tode verurteilt. Unter ihnen ist Mahmud Abd el Latif, der ein Attentat auf den ägyptischen Ministerpräsident Gamal Abd an Nasser verübt hatte.

4.12.1954

Das Essener Ruhrlandmuseum wird wiedereröffnet.

4.12.1954

In New York erklärt der US-amerikanische Vorsitzende des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Avery Brundage, die US-amerikanische Jugend sei verweichlicht. Er empfiehlt die sportliche Ertüchtigung der Jugend, um die für den Kalten Krieg notwendige innere Stärke zu entwickeln.

5.12.1954

Bei den Wahlen zum Westberliner Abgeordnetenhaus erreicht die SPD mit 44,6% die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

5.12.1954

In Jakarta (Indonesien) demonstrieren mehr als 100 000 Menschen für die sofortige Eingliederung des niederländischen Teils von Neuguinea in die indonesische Republik.

5.12.1954

In München wird das Drama "Feuer über Sodom" von Nikos Kazantzakis uraufgeführt.

6.12.1954

Das statistische Landesamt in Düsseldorf teilt mit, dass Nordrhein-Westfalen und besonders das Ruhrgebiet Anziehungspunkt für die innerdeutsche Bevölkerungsbewegung sei: Das Landesamt hat in den letzten vier Jahren einen Bevölkerungsanstieg von 1,2 Millionen Einwohnern in Nordrhein-Westfalen registriert.

6.12.1954

Nach Angaben von Vertriebenenminister Theodor Oberländer vom Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) sind im Lauf der letzten fünf Jahre 13 980 Volkspolizisten der DDR in den Westen geflüchtet.

6.12.1954

Im zentralamerikanischen Staat Honduras übernimmt der bisherige Vizepräsident Julio Lozano Díaz nach einem Staatsstreich das Amt von Staatspräsident Juan Manuel Gálvez.

6.12.1954

Die französische Schriftstellerin Simone de Beauvoir, eine der führenden Vertreterinnen des französischen Existentialismus, erhält den Literaturpreis "Prix Goncourt".

6.12.1954

Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts von Hamm darf ein Radfahrer noch mit mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut am Verkehr teilnehmen, weil im Gegensatz zum Personenwagen das Fahren eines Rades nur geringe Aufmerksamkeit erfordere.

7.12.1954

Die Bundesregierung stellt dem Deutschen Roten Kreuz die finanziellen Mittel zur Verfügung, die für den Aufbau der größten Suchkartei der Welt notwendig sind: 20 Millionen Einzelunterlagen, die bisher nicht ausgewertet wurden, sollen zur Aufklärung von über 10 000 Vermißtenschicksalen beitragen.

7.12.1954

Der Bundestagsausschuß zum Schutz der Verfassung empfiehlt Innenminister Gerhard Schröder (CDU), gegen den Buchautor Friedrich Lenz ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht anzustrengen, um ihm die Grundrechte absprechen zu lassen. Lenz hatte in seinem Buch "Der ekle Wurm der deutschen Zwietracht" u.a. den Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944 die Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gegeben.

7.12.1954

Die japanische Regierung unter Ministerpräsident Shigeru Yoshida tritt zurück. Die neue Regierung wird von Ijiro Hatojama, dem Führer der demokratischen Partei, gebildet.

8.12.1954

Das Bundesfinanzministerium legt in Bonn den Bundeshaushalt 1955/56 vor. Der Plan sieht Ausgaben des Bundes in Höhe von 26,2 Milliarden DM vor.

8.12.1954

Vertreter der kommunistischen Vietminh protestieren im nordvietnamesischen Hanoi gegen die geplante Entsendung einer US-amerikanischen Militärmission zur Ausbildung der südvietnamesischen Truppen.

9.12.1954

Der Kriegsopferausschuß des Deutschen Bundestags beschließt die Erhöhung der Grundrenten der Kriegsopfer um 20 bis 30%, je nach Schwere der Beschädigung.

9.12.1954

Bundesdeutsche Filmproduzenten und Vertreter der staatlichen DDR-Filmgesellschaft DEFA einigen sich in Berlin (West) auf mehrere gemeinsame Co-Produktionen im Jahr 1955.

9.12.1954

Die größte Hängebrücke Europas, die 567 m lange Autobahnbrücke in Köln-Rodenkirchen über den Rhein, wird von Verkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (CDU) dem Verkehr übergeben.

9.12.1954

Als neuer Rennfahrer im Formel 1-Team von Mercedes-Benz wird der Brite Stirling Moss verpflichtet. Sein Vertrag sichert ihm ein Jahresgehalt von 240 000 DM zu.

10.12.1954

Sprecher aller Bundestagsfraktionen kritisieren, dass die Zahlung von Wiedergutmachungsleistungen an Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes nicht zügig abgewickelt werden.

10.12.1954

In Tunesien läuft für die nationalistischen Befreiungskämpfer, die sog. Fellaghas, die Frist aus, innerhalb derer sie sich straffrei ergeben konnten. Nach der Verleihung der inneren Autonomie an Tunesien durch Frankreich hatten die Behörden das Amnestieangebot erlassen. 2760 Fellaghas machten davon Gebrauch.

10.12.1954

In Stockholm überreicht der schwedische König Gustav VI. Adolf die diesjährigen Nobelpreise.

10.12.1954

Der Pariser Modeschöpfer Christian Dior wird in Hollywood von US-amerikanischen Kollegen aus der Modebranche auf die "schwarze Liste" der am schlechtesten gekleideten Prominenten gesetzt.

11.12.1954

In Bonn wird ein Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik und Spanien unterzeichnet. Der Vertrag regelt u.a. den gegenseitigen Studentenaustausch.

11.12.1954

Das größte Kriegsschiff der Welt, der US-amerikanische Flugzeugträger "Forrestal", läuft im Hafen von Newport News (USA) vom Stapel.

12.12.1954

SPD und BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) beschließen in Hessen die Bildung einer Koalition; Ministerpräsident wird erneut Georg August Zinn (SPD).

12.12.1954

Der Sprinter Heinz Fütterer, Europameister über 100 und 200 m, wird von bundesdeutschen Sportjournalisten zum Sportler des Jahres 1954 gewählt.

13.12.1954

Der Chefredakteur des Bundespresseamtes, Heinz Diestelmann, wird wegen angeblicher antisemitischer Äußerungen fristlos entlassen.

13.12.1954

Der Rechtsausschuß des Bundestags lehnt es ab, unverheirateten Frauen die Anrede "Frau" für den Umgang mit Behörden zuzugestehen. Damit bleibt ein RundErlass von 1937 gültig, der für unverheiratete Frauen die amtliche Bezeichnung "Fräulein" vorschreibt.

13.12.1954

Das Polnische Rote Kreuz willigt ein, mit dem Deutschen Roten Kreuz in der Frage der Familienrückführung zusammenzuarbeiten. In Polen leben noch etwa 175 000 Deutsche.

13.12.1954

Die bundesdeutsche Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände fordert die Bevölkerung zum Boykott überteuerter Lebensmittel auf. Besonders bei Brot Milch, Butter und Schweinefleisch seien die Verbraucherpreise in den letzten Wochen und Monaten ungerechtfertigt schnell gestiegen.

13.12.1954

Die Verfilmung des Romans "1984" von George Orwell ruft Proteste unter britischen Fernsehzuschauern hervor: Die filmische Darstellung des von dem Schriftsteller entworfenen totalen Überwachungsstaates sei zu realistisch.

14.12.1954

Wilhelm Hoegner (SPD) wird in Bayern zum Ministerpräsident der Koalition aus SPD, FDP und BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) gewählt.

14.12.1954

Nach Berechnungen der westlichen Alliierten beträgt der Beitrag der Bundesrepublik für den Aufbau der Streitkräfte in den ersten drei Jahren über 45 Milliarden DM.

14.12.1954

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden tadelt öffentlich seinen Stellvertreter Anthony Nutting. Nutting hatte in einer Fernsehdiskussion ein militärisches Eingreifen Großbritanniens im Falle eines Angriffs der Volksrepublik China auf Taiwan (Formosa) nicht ausgeschlossen.

15.12.1954

Im Bonner Bundestag beginnt eine zweitägige Debatte über die Pariser Verträge.

15.12.1954

In München kündigt die CSU eine Volksbewegung gegen die "sozialistische Herrschaft" in Bayern an. Die CSU ist nicht an der von Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) geführten Koalitionsregierung beteiligt, obwohl sie die stärkste Fraktion im bayerischen Landtag stellt.

15.12.1954

Nach zweitägigen Verhandlungen einigen sich Regierungsvertreter der Bundesrepublik und Italiens über die Anwerbung italienischer Arbeitskräfte für die bundesdeutsche Wirtschaft.

15.12.1954

Der 2. Schriftstellerkongress der UdSSR spricht sich für eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Lebens aus. Damit vollzieht er eine Abkehr von der bisher propagierten Kunstrichtung des "Sozialistischen Realismus".

15.12.1954

In London wird zum ersten Mal seit 31 Jahren eine Frau durch den Strang hingerichtet. Die 53jährige Styllou Christofis hatte ihre Schwiegertochter ermordet.

15.12.1954

Im australischen Bundesstaat Neusüdwales entscheidet eine Volksabstimmung über die Ausschankzeiten für alkoholische Getränke: Mit knapper Mehrheit von nur 7000 Stimmen wird die Öffnungszeit von Ausschankbetrieben von 18 auf 22 Uhr ausgedehnt.

16.12.1954

Die Sowjetunion droht Frankreich mit der Aufkündigung des sowjetisch-französischen Freundschaftsabkommens aus dem Jahre 1944, falls das französische Parlament die Pariser Verträge über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik ratifiziert.

16.12.1954

Der jugoslawische Staatspräsident Josip Tito wird bei seinem Staatsbesuch in Indien von einer begeisterten Volksmenge begrüßt. Tito ist das erste ausländische Staatsoberhaupt, das Indien seit seiner Gründung besucht.

16.12.1954

Nach Angaben der Bundespost sind seit Anfang November über vier Millionen Pakete und Päckchen aus der Bundesrepublik in die DDR gesandt worden.

17.12.1954

Auf der Herbsttagung der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis) in Paris beschließt der Ministerrat die Reduzierung der konventionellen Streitkräfte und die verstärkte Aufrüstung mit taktischen Kernwaffen.

17.12.1954

Die Patentkammer des Landgerichts Mannheim beendet den dreijährigen Streit um das "geistige Erstrecht" am Volkswagen: Der Stuttgarter Autokonstrukteur Bela Bareny konnte beweisen, dass er schon 1929 typische Merkmale des VW-Käfer entworfen hat. Dies war von dem Autor Horst Mönnich in seinem Buch "Autostadt" bestritten worden.

18.12.1954

Der Intendant der Städtischen Bühnen Erfurt (DDR), Willi Semmelrogge, bittet in Berlin (West) um Asyl. Eine Parteikontrollkommission der SED hatte ihm "parteifeindliche Einstellung" vorgeworfen.

18.12.1954

Ein Sonderausschuß des US-amerikanischen Repräsentantenhauses macht die großen US-amerikanischen Stiftungen mitverantwortlich für den Ausbruch des Koreakriegs (1950-53). Die Rockefeller-, die Ford- und die Carnegie-Stiftung hätten bei der Verteilung ihrer Geldmittel zu wenig Wachsamkeit walten lassen und damit linksgerichteten politischen Bewegungen in die Hände gearbeitet.

18.12.1954

Wolfgang Koeppens neuer Roman "Tod in Rom" erscheint; der Autor kritisiert darin die noch weit verbreitete nationalsozialistische Ideologie im Nachkriegs-Deutschland.

19.12.1954

In München geht die Ausstellung des norwegischen Malers und Graphikers Edvard Munch zu Ende, dem der europäische Expressionismus wichtige Impulse verdankt. Die Ausstellung hatte am 12. November begonnen.

19.12.1954

In Lissabon besiegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Portugal 3:0. Es ist der erste Sieg der bundesdeutschen Auswahl seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft.

20.12.1954

Der frühere Leiter der Abteilung Abwehr in der Dienststelle Blank, Friedrich Wilhelm Heinz, behauptet vor der Presse in Berlin (West), bei einem Aufenthalt am 16. Dezember in den Ostteil der Stadt entführt worden zu sein. Im Laufe der Ermittlungen erweisen sich die Aussagen allerdings als zweifelhaft.

20.12.1954

Bertolt Brecht wird vom Komitee des Internationalen Stalin-Friedenspreises in Moskau "Für die Festigung des Friedens unter den Völkern" der Stalin-Preis zugesprochen.

20.12.1954

Die geschätzten 15 Millionen Tannenbäume, die Weihnachten 1954 in der Bundesrepublik benötigt werden, kommen aus den bayerischen Staatsforsten, Schleswig-Holstein und dem Eifelgebiet. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren der Harz, der Thüringer Wald und Österreich die Hauptlieferanten.

21.12.1954

Die katholische Kirche in Bayern lehnt die Pläne der neuen Landesregierung unter Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) zur Reform der Lehrerausbildung ab. Die Reform sieht die gleiche Ausbildung von Lehrern ohne konfessionelle Trennung vor.

21.12.1954

In London wird die Vereinbarung über die Assoziierung Großbritanniens mit der Montanunion (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) unterzeichnet.

21.12.1954

In der Bundesrepublik tritt das Wohnungsbauprämiengesetz in Kraft, das von staatlicher Seite den Wohnungsbau fördern soll.

21.12.1954

Zur Bekämpfung der Schwarzarbeit beschließt das Bundeskabinett, für schwere Fälle die Höchststrafe von sechs Monaten Gefängnis einzuführen.

21.12.1954

Durch einen Beschluß der Bundesregierung wird die gebührenpflichtige Verwarnung im Verkehr von zwei auf fünf DM heraufgesetzt. Der Gesetzentwurf sieht außerdem die Einrichtung einer Verkehrssünderkartei vor.

21.12.1954

Im sog. Volkswagensparer-Prozeß entscheidet der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, dass die nationalsozialistische Deutsche Arbeitsfront (DAF) und nicht das Volkswagenwerk Vertragspartnerin der Sparer gewesen sei. Damit werden Ansprüche der einstigen Sparer gegen das Volkswagenwerk abgewiesen.

22.12.1954

In Washington erläutert US-Außenminister John Foster Dulles die US-amerikanische Verteidigungsstrategie: Ein Angriff auf Europa solle mit Atomwaffen "schon an der Türschwelle" abgewehrt werden.

22.12.1954

Papst Pius XII. ruft in einer Enzyklika die Katholiken in der Volksrepublik China dazu auf, sich nicht von der offiziellen Ideologie des Kommunismus einnehmen zu lassen.

22.12.1954

In Berlin (West) übernimmt Herbert von Karajan als Nachfolger von Wilhelm Furtwängler die Leitung der Berliner Philharmoniker.

22.12.1954

Die bayerische Landesregierung unter Ministerpräsident Wilhelm Hoegner (SPD) beschließt die Abschaffung der Prügelstrafe an bayerischen Volksschulen. Die Prügelstrafe war nach einem zwischenzeitlichen Verbot 1947 wieder eingeführt worden.

22.12.1954

Orkanböen bis zu 160 km/h fordern in Europa über 40 Todesopfer.

23.12.1954

Das italienische Parlament billigt mit 315:215 Stimmen die Pariser Verträge über den Eintritt der Bundesrepublik in die NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis). Nach Island, Norwegen und Großbritannien hat Italien damit als viertes NATO-Mitglied die Verträge ratifiziert.

24.12.1954

Bei einem Bombenattentat im Araberviertel von Casablanca werden drei Marokkaner getötet. Der Vorfall steht im Zusammenhang mit Aktionen nationalistischer Marokkaner gegen die französische Kolonialpolitik.

24.12.1954

In Ecuador scheitert eine Revolte von hohen Offizieren gegen Staatspräsident José Maria Velasco Ibarra. Die Offiziere werfen dem Präsidenten "Beleidigung der Armee" sowie die Entlassung des Verteidigungsministers vor.

25.12.1954

Papst Pius XII. fordert in Rom die Katholiken in Großbritannien auf, aus dem christlich-jüdischen Rat auszutreten. Die 1942 gegründete Organisation, die sich dem Kampf gegen Rassenhaß verschrieben hat, vertrete den Standpunkt, dass alle Religionen gleich seien.

26.12.1954

Bei einem Großfeuer in der südkoreanischen Stadt Pusan wird ein ganzer Stadtteil zerstört. 1300 Menschen werden durch das Unglück obdachlos.

27.12.1954

Die französische Nationalversammlung ratifiziert mit 289:251 Stimmen die Pariser Verträge über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik im Rahmen der NATO (Nordatlantisches Verteidigungsbündnis).

27.12.1954

Starke Niederschläge und Tauwetter führen in Nordwestdeutschland zu Überschwemmungen; auf den Flüssen Weser und Neckar muss die Schiffahrt eingestellt werden.

28.12.1954

Die USA gewinnen den Tennis-Daviscup durch einen 3:2-Endspielsieg gegen Australien.

29.12.1954

In Paris unterzeichnen Frankreich, Vietnam, Laos und Kambodscha Verträge, die den indochinesischen Staaten innerhalb der französischen Union weitgehende Unabhängigkeit in wirtschaftlichen Fragen gewährt.

29.12.1954

Erstmals treffen sich der spanische Thronanwärter Juan und Spaniens Staatspräsident Francisco Franco Bahamonde auf spanischem Boden und besprechen die Erziehungsrichtlinien für Juans Sohn, den späteren spanischen König Juan Carlos I.

30.12.1954

In Chile hebt Staatspräsident Carlos Ibañez del Campo den im September verhängten Ausnahmezustand auf; in einer regierungsamtlichen Erklärung heißt es dazu, dass die Gefahr eines Generalstreiks, die Grund für die Verhängung des Ausnahmezustandes war, endgültig gebannt sei.

30.12.1954

Die spanische Regierung lehnt die Auslieferung des belgischen Kriegsverbrechers Leon Degrelle an Belgien ab. Degrelle, während des Zweiten Weltkriegs Führer der SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" und Gründer der faschistischen Rexistenbewegung, werden von Belgien zahlreiche Morde vorgeworfen.

31.12.1954

In der Bundesrepublik hat der Film "Canaris" von Alfred Weidenmann mit O. E. Hasse und Martin Held in den Hauptrollen Premiere.

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