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Urlaub und Freizeit 1912:

Große Ferien in der Sommerfrische

Noch in keinem Jahr zuvor starteten so viele deutsche Großstädter am Anfang der großen Ferien in die Sommerfrische. Allein von Berlins Bahnhöfen fahren 420 000 Sonnenhungrige - 20 000 mehr als 1911 - in die Badeorte an Nord- und Ostsee oder in die Luftkurorte der Mittelgebirge und der Alpen.

Wenn es auch in der »Vossischen Zeitung« heißt, dass für »gutsituierte Mitteleuropäer« Italien zu den beliebtesten Reisezielen gehört, so verbringen doch die meisten Deutschen ihren Urlaub im deutschsprachigen Raum. So begibt sich z. B. Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg zu einer Kur nach Bad Gastein, Außenminister Alfred von Kiderlen-Waechter zieht es nach Bad Kissingen und den preußischen Kriegsminister Josias von Heeringen nach Karlsbad (Karlovy Vary). Auch die Kaiserin bevorzugt einen Kuraufenthalt in Bad Nauheim gegenüber den Schiffsreisen, die Wilhelm II. wie jedes Jahr im Frühjahr nach Korfu und im Sommer nach Norwegen unternimmt.

Der relative Wohlstand im Deutschen Reich ermöglicht es vielen bürgerlichen Familien, einen mehrwöchigen Aufenthalt bei Verwandten auf dem Land oder auch in den zahlreichen Pensionen zu finanzieren, so dass die Urlaubsreise zu einer normalen Einrichtung des deutschen Mittelstandes wird. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass für einen Großteil der Bevölkerung, z. B. für Arbeiter, kleine Händler und Handwerker, ein Ferienaufenthalt nach wie vor unerschwinglich ist. Sie verbringen ihre Freizeit häufig mit Wanderungen in der Umgebung der Großstädte. Von Seiten der Stadtverwaltungen und Fürsorgeeinrichtungen bemüht man sich, wenigstens für die Kinder Erholungsmöglichkeiten zu schaffen. In den Badeorten gibt es z. B. besondere Heime für schwache und unterernährte Kinder. Für die Daheimgebliebenen veranstalten Schulen »Ferienspiele« auf Sportplätzen und Grünanlagen innerhalb oder am Rande der Mietskasernenviertel.

Fotos des Jahres

Alle Fotos unserer Mitglieder zu diesem Jahr anzeigen

Adler Schreibmaschine um 1912
Studioaufnahme im Rotkäppchen-Kostüm
Mädchen mit Hahnenkammfrisur
Baby im Sessel
Ernst im Alter von 7 Monaten
Geschwisterpaar
Soldaten Kaiserzeit
Fasching in Ulm
Barbier & Friseur Geschäft 1912

Das Jahr 1912

Der große Krieg wird kommen

Geschwächtes Osmanisches Reich unterliegt dem Balkanbund

Der Preis der Rüstung: Die Untertanen wählen die SPD

Vom drohenden Untergang des Bürgertums und dem tatsächlichen Untergang der Titanic

Arbeit und Soziales 1912:

Das industrielle Wachstum verändert die Sozialstruktur

Neue rationelle Produktionsweisen vergrößern das Heer der ungelernten Arbeitskräfte

Architektur 1912:

Funktionale Tendenzen prägen nicht nur die Industriebauten

Moderne Wohnbauten - Klarheit statt Prunk

Auto 1912:

»Langsam wird es Sitte, ein Privatautomobil zu halten«

Automobile als Symbole des Luxus

Jubiläum bei Opel am 31. August: Vor 50 Jahren begann man mit dem Bau einer Nähmaschine

Bildungswesen 1912:

Gehorsame Untertanen als wichtigstes Erziehungsziel

Maria Montessoris Konzept: Spielend die Welt selbst erfahren statt pädagogischer Gängelung

Schulausstellung in Berlin

Essen und Trinken 1912:

Fasan für die gute Gesellschaft und Fleischextrakt fürs Volk

Sehnsucht nach den überflüssigen Pfunden

Mode 1912:

Mit Tangoschlitz und Tunika eng umschlungen aufs Parkett

Mit flatterndem Stoff züchtig ins Nass

Verkehr 1912:

Schiene ohne Konkurrenz

Verkehrsunfälle nehmen zu

Schiffsverkehr nimmt ständig zu

Karwendelbahn durch die Alpen

Urlaub und Freizeit 1912:

Große Ferien in der Sommerfrische

Sehnsucht nach Sonne und Meer treibt Stadtmenschen in die Seebäder

Werbung 1912:

Wirtschaft contra Landschaftsschutz

Markennamen machen Produkte unverwechselbar

Wissenschaft und Technik 1912:

Elektrotechnik an der Spitze

Erprobung von Einrichtungen für die Nutzung von Solarenergie in den Vereinigten Staaten

Elektrifizierung im Haushalt bringt Erleichterungen für die Hausfrauen und das Dienstpersonal

Wohnen und Design 1912:

Bemühen um klare Formen

Formschöne Qualitätsmöbel aus den »Werkstätten«

Gewerkschaften in Berlin erklären ästhetische Erziehung des Proletariats zu ihrem Programm